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Saisontipp: Flower Sprouts

Seit einigen Jahren ist das neue Trendgemüse Flower Sprouts von unseren Tellern nicht mehr wegzudenken. Die Züchtung aus Rosen- und Federkohl schmeckt nussig, mild und ist vielseitig anwendbar. Wir zeigen, was der Minikohl alles kann.

Flower Sprouts, Wilder Rosenkohl oder Kalettes – unter diesen Namen ist die Kohl-Züchtung bekannt. 15 Jahre lang tüftelten die Mitarbeitenden der englischen Samenfirma Tozer Seeds an der Kreuzung von Rosen- und Federkohl, bevor das neue Gemüse auf den Markt kam. Und es war sogleich ein voller Erfolg. Verständlich, denn der Minikohl ist einfach zubereitet, vielseitig anwendbar und hervorragend im Geschmack.  

Züchtung

15 Jahre brauchten die Mitarbeitenden von Tozer Seeds, um die Kreuzung aus Rosen- und Federkohl zu kultivieren. Da beide Kohlarten zur selben Gattung, Gemüsekohl, gehören, gelang die Züchtung ohne Gentechnik.

Seit 2010 gibt es das neuartige Gemüse zu kaufen. Bis die Flower Sprouts ihren Weg von England über die USA nach Europa und damit auch in die Schweiz fand, vergingen nochmals einige Jahre. Zunächst wurde das Trendgemüse vor allem unter dem Namen Flower Sprouts verkauft – seit 2017 darf es nur noch unter dem Namen Kalettes verkauft werden. Die Samenfirma aus England hat den Namen als Marke eintragen lassen. Kalettes ist von der englischen botanischen Bezeichnung für Federkohl, Kale, abgeleitet und deren Verniedlichungsform.

In der Schweiz wird das Wintergemüse seit 2014 angebaut. Nur zwei Gemüseproduzenten haben hierzulande die Lizenz für den Anbau und produzieren auf rund 10 Hektaren jährlich ca. 4 Tonnen des trendigen, grün-violetten Minikohls. Die Setzlinge werden aus Deutschland bezogen. Vermehren lässt sich die Kreuzung nicht, da Flower Sprout eine Hybridsorte ist. Das macht das Gemüse zwar sehr resistent, ertragreich und einfach in der Handhabung, führt jedoch zu hohen Preisen und zu einer Abhängigkeit von Saatgutproduzenten. Auch besteht bei Hybridsorten häufig ein Qualitätsproblem und die Sortenvielfalt wird durch deren Anbau zusehends eingeschränkt, da für den globalen Markt sehr ähnliche Hybridsorten gezüchtet werden.

Geschmack

Die Züchtung vereint den Geschmack von jungen, zarten Federkohlblättern mit dem Biss von Rosenkohl. Der Minikohl schmeckt mild, leicht nussig-süsslich und ist viel weniger bitter als der häufig verschmähte Rosenkohl. Obendrein kann man Flower Sprouts so zubereiten wie man will – die knackige Konsistenz bleibt erhalten.

Zubereitung

Die Zubereitung des Trendgemüses ist einfach und vielfältig, denn Flower Sprouts können sowohl gekocht als auch roh gegessen werden. Roh fügen sie sich farblich und geschmacklich ideal in winterliche Salatvariationen ein. Ein grosser Vorteil des Kohls: Der Strunk ist sehr zart und kann mitgegessen werden. So muss man die Röschen nur waschen und eventuell etwas zerkleinern, bevor man sie weiterverarbeiten kann.

Auch das Kochen ist beim Minikohl keine Hexerei. Insbesondere die Garzeit der Flower Sprouts ist rekordverdächtig. Lediglich 2-5 Minuten dauert es, bis das Trendgemüse durch ist. Entweder man kocht die Röschen in Salzwasser oder dünstet sie kurz in der Pfanne. Auch Gratinieren lässt sich der Minikohl wunderbar und als Krönung kann man ihn sogar zu gesunden Ofenchips verarbeiten.

Rezepte

Flower Sprouts Pasta

Zutaten für 4 Personen:

  • 2 Schalotten
  • 3 Knoblauchzehen
  • 3 EL Olivenöl
  • 200g Flower Sprouts
  • 120g Räuchertofu in Würfeln
  • 200g gehackte, geschälte Tomaten
  • 400g Teigwaren nach Wahl
  • 1/2 TL Cayennepfeffer oder Chiliflocken
  • 100g Ricotta
  • 1 Limette
  • geriebener Parmesan

Zubereitung:

Schalotten fein schneiden und Knoblauch pressen. Öl in eine weite Bratpfanne geben und Schalotten und Knoblauch andünsten. Tofuwürfel und Flower Sprouts dazugeben und 2 Minuten mitdünsten. Tomaten und etwas Wasser beigeben. Das Gemüse ca. 5 Minuten bissfest garen. Gleichzeitig Teigwaren in Salzwasser bissfest garen. Abgiessen und unter das Gemüse mischen. Mit Salz und Chiliflocken abschmecken. Pasta auf den Teller geben und Ricottastückchen sowie Parmesan darüber verteilen und etwas Limettenabrieb darüber reiben.

Flower Sprouts Gratin

Zutaten für 4 Personen

  • 400 g Federkohl
  • 200 g Flower Sprouts
  • 3 EL Olivenöl
  • 100 g Mandelscheiben
  • 1 kg Gschwellti
  • 100 g Käse (z.B. Sbrinz oder Gruyère)
  • 2 Schalotten
  • 4 Knoblauchzehen
  • Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel nach Belieben
  • 2 EL Herbes de Provence
  • 2,5 dl Gemüsebouillon
  • 1 dl Rahm

Zubereitung:

Federkohl und Flower Sprouts waschen und zerkleinern. Schalotten fein schneiden und Knoblauch pressen. Öl in eine Pfanne geben und die gehackten Schalotten und den Knoblauch hineingeben und kurz dünsten. Das Gemüse und die Mandelscheiben in der Gemüsebouillon bei kleiner Hitze 2 Minuten weiter dünsten. Rahm zufügen und mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Herbes de Provence bei kleiner Hitze 2 Minuten weich garen – das Gemüse sollte noch knackig sein.

Gschwellti schälen und würfeln. Eine grosse Gratinform einfetten und den Gemüsemix mit den Kartoffeln und dem Sud beigeben. Käse reiben und darüber verstreuen. Bei 200°C Umluft ca. 15 Minuten im Ofen gratinieren.

Flower Spouts Ofenchips

Zutaten (Snack für 2 Personen)

  • 500 g Flower Sprouts
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Abrieb der Schale einer unbehandelten Zitrone
  • schwarzer Pfeffer
  • Salz

Zubereitung

Die Röschen waschen, gut abtropfen lassen, auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen, etwas Olivenöl darüber träufeln, würzen und bei 130°C Umluft in der Mitte des Ofens etwa 40 Minuten knusprig backen. Damit die Feuchtigkeit entweichen kann, sollte ab und an die Ofentür geöffnet werden. Nach dem Backen Zitronenabrieb über den Chips verteilen.

Vitaminbombe

Wie alle Kohlsorten sind auch Flower Sprouts sehr gesund. Mit doppelt so viel Vitamin C und B6 wie Rosenkohl ist das Trendgemüse eine echte Vitaminbombe. Flower Sprouts enthalten zudem viel Eisen, Kalzium, Vitamin K und viele Ballaststoffe. Damit leisten sie einen Beitrag zu einem starken Immunsystem und sollen sogar das rasche Ausscheiden krebserregender Substanzen aus dem Körper fördern. Es liegt also nicht fern, das neue Gemüse als Super-Food einzustufen.

Echte Vitaminbomben: Flower Sprouts enthalten doppelt so viel Vitamin C wie Rosenkohl. © Anagoria, [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Wo sind Flower Sprouts erhältlich?

Flower Sprouts oder Kalettes tauchen immer häufiger bei Grossverteilern auf und sind heute damit leichter zu ergattern als noch vor einigen Jahren. Das typische Wintergemüse hat von November bis Mitte März Saison und sollte deshalb auch nur dann gekauft werden. Preislich ist das Trendgemüse viel höher angesiedelt als seine Verwandten. Bei Coop bezahlt man beispielsweise für 100g Rosenkohl knapp 40 Rappen, für 100g Flower Sprouts mehr als viermal so viel.

Do it yourself

Wer das Trendgemüse nicht kaufen, sondern gleich selbst anbauen möchte, kann dies im eigenen Garten problemlos bewerkstelligen. Flower Sprouts wachsen gut auf humosen Böden an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Ab Ende März kann man das Gemüse zu Hause vorziehen und im Mai ins Freie setzen. Der Minikohl sollte regelmässig gedüngt und nicht mehrere Jahre am selben Platz angebaut werden, denn er entzieht dem Boden ausgesprochen viele Nitrate und andere Nährstoffe.

Quellen

Leicht abgewandelte Rezepte von Migusto, Belfina und Evchenkocht.

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