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Ein nachhaltiges Weihnachtsessen zaubern

Gemütliches Schlemmen mit der Familie gehört zu den Highlights der Feiertage. Traditionelle, fleischlastige Gerichte mit Zutaten, die um die halbe Welt transportiert werden bevor sie auf unserem Teller landen, belasten jedoch die Umwelt. Damit wir unser Festessen ohne Beigeschmack geniessen können, zeigen wir hier ein paar Tipps für ein nachhaltiges Weihnachtsessen.

Das richtige Fleisch auswählen

In der Schweiz haben wir zwar kein einheitliches, traditionelles Weihnachtsgericht, aber ob nun Fondue Chinoise, Filet im Teig, Ravioli in Brodo oder Truthahnbraten – ein gutes Stück Fleisch gehört bei den Meisten zum Weihnachtsessen dazu. Fleischtiger, die in der Festzeit nicht darauf verzichten möchten, können das Weihnachtsessen dennoch mit einer kleinen Anpassung nachhaltiger zaubern. Denn die richtige Wahl beim Einkaufen macht bereits einen grossen Unterschied. Generell gilt: Wenn man nicht weiss, ob das Fleisch aus einer nachhaltigen Produktion stammt, kann man davon ausgehen, dass es das nicht tut. In diesem Fall hatte das Tier ein qualvolles Leben in der Massentierhaltung hinter sich und wurde mit Medikamenten und Kraftfutter vollgepumpt – klingt nicht gerade nach einem Festessen?

Leider gibt es auf die Frage, welches Fleisch am Nachhaltigsten ist, keine einfache Antwort. Zwischen den zahlreichen Tierhaltungs-Labels das Beste auszuwählen ist gar nicht so leicht. Denn die Bewertung hängt von verschiedenen Faktoren ab: Aus Sicht der Ressourcennutzung von Land- und Wasser ist beispielsweise Intensivierung nachhaltiger, während aus Sicht der Ethik und des Tierwohls, sowie auch mit Gedanken an Welternährung Extensivierung sinnvoller scheint. Generell gilt es, Schweizer Fleisch mit Zertifizierung zu bevorzugen. Im Ausland sind die Richtlinien für artgerechte Tierhaltung und -fütterung weniger streng, ausserdem kommen die längeren Transportwege dazu. Auch viele Schweizer Labels für Fleisch halten jedoch nicht, was sie versprechen. Für den Durchblick im Dschungel der Tierhaltungs-Labels gibt es hier tolle Informationen, bewertet je nach Fleischart: https://essenmitherz.ch/. Für den speziellen Anlass kann man das Fleisch auch direkt beim Bio-zertifizierten Bauern, im Bioladen oder beim lokalen Metzger einkaufen. Zwar ist dieses Fleisch teurer als Billigfleisch aus dem Ausland, aber dafür schmeckt es auch besser – und es soll ja ein Festmahl sein!

Einen Schritt weiter – Alternativen zu Fleisch

Traditionen dürfen auch kritisch hinterfragt werden, insbesondere in diesem sonderbaren Jahr! Muss es wirklich das traditionelle Fleischgericht sein oder könnte es auch ein anderes Rezept sein? Aus ökologischer Sicht ist die Sache ganz klar: Weniger Fleisch und weniger Tierprodukte zu konsumieren ist besser für die Umwelt. Für diejenigen, die offen für Neues sind, sind der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt. Mittlerweile findet sich überall leckerer Fleischersatz, ob nun aus Tofu, Quorn, Seitan oder Lupinen. Und auch ohne Fleischersatz lässt sich ein vortreffliches Weihnachtsgericht zubereiten. Im Internet gibt es zahlreiche Rezepte für vegetarische oder vegane Festgerichte mit regionalen Bio-Zutaten, beispielsweise hier, hier und hier.

Natürlich gilt es auch hier, darauf zu achten möglichst saisonale und regionale Produkte zu benutzen. Regionales Gemüse, das nicht erst um die halbe Welt zu uns geflogen kommt, schmeckt besser. Achtung: auch bei Gemüse, bei dem man erwartet, dass es aus der Schweiz oder Europa kommt, kann es dennoch gut sein, dass es von weither geflogen kommt – das Lamm zeigt dies an einem Beispiel von Maiskölbchen, die aus Indien importiert werden. Deshalb lohnt es sich beim Einkauf auch das Kleingedruckte zu lesen.

Checkliste für den Weihnachtseinkauf

  • Regional: Alle Zutaten möglichst aus der Region kaufen, ob das nun Gemüse, Fleisch oder Tofu ist.
  • Saisonal: Im Dezember gibt es nicht nur Schweizer Kartoffeln und Karotten, sondern auch Kürbis, Nüsslisalat, Pastinake, Topinambur, Chicorée, Rosenkohl, Wirz, Kabis und Kohl, aus denen sich vorzügliche Gerichte kochen lassen.
  • Biologisch: Insbesondere bei Tierprodukten (Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier) darauf achten, dass diese aus ökologischer und artgerechter Produktion stammen.
  • Vegetarisch/vegan: Aus Sicht des Umwelt- und Naturschutzes ist ganz klar, je weniger Tierprodukte, desto nachhaltiger. Deshalb lohnt es sich, auf pflanzenbasierte Alternativen für Fleisch, Milchprodukte oder Eier zurückzugreifen – beispielsweise Quorn statt Poulet, Hafermilch statt Mich oder Kichererbsen statt Eier.
  • Keine Lebensmittelverschwendung: Wieviel muss man wirklich auftischen? Klar, zu Weihnachten möchte man für seine Liebsten ein grosszügiges Festmahl auftischen, aber gleichzeitig dabei auch nicht Unmengen von Lebensmitteln verschwenden. Deshalb: Mengen richtig berechnen und Ideen sammeln, wie man die Reste wiederverwerten kann.
  • Verpackung: Plastik verschmutzt unsere Meere und kreiert weltweit Umweltprobleme. Gerade zur Weihnachtszeit werden viele Geschenke in Plastikverpackungen und Plastiktaschen und Geschenkpapier gekauft. Deshalb lohnt es sich, sich vor dem Weg zum Weihnachtseinkauf mit wiederverwertbaren Stofftragtaschen auszurüsten und einen Abstecher zum Zero-Waste-Laden, Bioladen oder zum Bauern zu machen.

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