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Dilemma Plastikrecycling: So geht’s ohne!

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Plastik ist nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken und als Verpackungsmaterial weit verbreiteter als Karton, Glas und Metall. Zugleich verschmutzt Plastik – auch Schweizer Plastik – weltweit unsere Böden, das Meer und unser Trinkwasser. Nur ein geringer Teil davon wird recycelt. Am einfachsten können wir dem Plastikproblem entgegenwirken, in dem wir im Alltag auf Plastik vermeiden. 

Gemäss Angaben vom BAFU werden in der Schweiz jährlich 1 Million Tonnen Kunststoff verwendet, davon ein Drittel für Verpackungen. Verpackungen landen auch besonders schnell wieder im Abfall, Plastiktaschen beispielsweise haben eine durchschnittliche Gebrauchsdauer von nur 30 Minuten. Dennoch recyceln wir den Wertstoff gemäss einer Statistik von Swissrecycling in nur 10% der Fälle, während wir über 80 % der anderen Verpackungsmaterialen recyceln. Der Grossteil wird in Kehrichtverbrennungsanlagen verbrannt oder in Zementwerken energetisch verwertet. Nur ein sehr geringer Teil wird recycelt.

Ob Plastikabfall recycelt werden kann, hängt stark mit der Qualität zusammen. Es gibt nicht nur DEN Plastik, sondern viele unterschiedliche Plastiksorten. Daher ist die Sammlung von einzelnen, hochwertigen Kunststoffen, insbesondere von PET-Flaschen und Getränkeflaschen, effektiv. Gemischtplastiksammlungen sind aus technischer Sicht eine Herausforderung. Minderwertiger Plastik, beispielsweise eine dünne Folie, kann kaum recycelt werden. Insbesondere Additive und Verbunde, die für den Schutz und die Haltbarkeit der Verpackungsmaterialen benutzt werden, machen eine Wiederverwertung schwierig. Ausserdem verliert auch hochwertiger Plastik bei jeder Behandlung an Qualität und die Recycelfähigkeit nimmt ab.

Gemischte Sammlungen von Plastikabfällen gibt es in der Schweiz nur in vereinzelten Gemeinden. Da die Recycling-Kapazität von Gemischtplastiksammlungen in der Schweiz nicht ausreichend ist, wird der Plastikabfall oft ins Ausland geschickt um dort aufgewertet zu werden. Vor allem Plastik mit geringer Qualität wird von Europa nach Asien geschifft, wie der Bericht „Plastikatlas 2019“ zeigt. Die grosse Menge an Müllimporten in Asien führt zu illegalen Recyclinggeschäften, und so kann der Plastik bis ins Meer gelangen. Auch Schweizer Plastik. Viele der Importländer haben jedoch im letzten Jahr die Einfuhr von Plastik eingeschränkt – als Konsequenz davon muss zukünftig mehr Plastik in Europa recycelt werden können. Aber das Problem kann nicht allein mit Recycling gelöst werden.

Deshalb ist es umso wichtiger, das Problem an der Wurzel zu packen und gar nicht erst so viel Plastik zu verbrauchen. Oft geht es nämlich auch ohne. Wir haben Ihnen ein paar Tipps für den Alltag zusammengestellt.

BEIM ENTSORGEN

  • PET-Flaschen und Trinkflaschen können separat gesammelt und recycelt werden. Gemäss der Swissrecycling Statistik spart das Recyceln von 1 Tonne PET-Getränkeflaschen so viel Energie ein, wie eine 12 Watt Energiesparlampe während 52 Jahren benötigt.
  • PE-Milchflaschen können bei Migros und Coop separat entsorgt und wiederverwertet werden.

BEIM EINKAUFEN

  • Gemüse auf dem Markt ohne Plastikverpackung einkaufen, und dadurch gleich auch regional und lokal einkaufen. Oder wenn das zeitlich nicht drinliegt ein Gemüseabo bestellen.
  • Viele Produkte können in den sogenannten „Unverpackt Läden“ oder „Zero Waste Shops“ ohne unnötige Plastikverpackung gekauft werden. Diese gibt es bereits in vielen Schweizer Städten.
  • Immer eine eigene Tasche mitbringen, auch für Gemüse und Brot (z.B. Bienenwachstasche). Vorsicht mit dem kompostierbaren Plastik – der Abbau von biologisch abbaubaren Plastiktaschen braucht einerseits viel länger als der Grünabfall, andererseits können die „Bio“ Plastiktaschen nur zu ca. 90% abgebaut werden. Also doch lieber immer eine Stoff- oder Papiertasche dabeihaben.
  • Fragen Sie sich beim Einkaufen „Was brauche ich wirklich wirklich?“ Bei fast jedem Einkauf gehört die Plastikverpackung dazu, ausserdem ist der Kunststoff auch in vielen Produkten enthalten – achten Sie auch beim Kauf von Kosmetikartikeln und Kleidern darauf.

ZUHAUSE

  • Bei vielen Hygieneartikel kann auf Plastik verzichtet werden; benutzen Sie statt einer Plastik-Zahnbürste eine Zahnbürste aus Holz, kaufen Sie Shampoo und Zahnpaste im Glas, Abwaschmittel zum Wiederauffüllen, … Oder einfach mal selber Seife machen, das ist ziemlich einfach und man kann den eigenen Lieblingsduft herstellen.

UNTERWEGS

  • Am besten immer eine Wasserflasche dabeihaben, das verhindert den unnötigen Kauf von PET-Flaschen und spart zugleich Geld.
  • Für spontane Einkäufe lohnt es sich ebenfalls, immer eine Stofftasche dabei zu haben.

BEI DER ARBEIT

  • Wirklich keine Einwegbecher mehr für den Kaffee benutzen, sondern den Kaffee aus der eigenen Tasse oder dem Thermosbecher trinken.
  • Möglichst oft das Mittagessen in einem Tupperware mitbringen oder ein leeres Tupperware zum Take Away bringen, bei einigen Take Aways ist das Mittagessen dann sogar ein wenig günstiger.

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