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Geheimtipp: Sirup und Konfitüre aus Sanddorn

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Von September bis Oktober sind die leuchtend orangefarbenen Früchte des Sanddorns reif. Sie überzeugen nicht nur durch ihren einzigartigen sauer-süsslichen Geschmack, sondern sind auch wertvolle Vitaminlieferanten und lassen sich vielfältig verarbeiten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Sanddornsirup und -konfitüre selbst herstellen können.

Wer zurzeit entlang von Flussauen spaziert, sieht die leuchtend orangefarbenen Früchte des Sanddorns schon von Weitem. Die dornige Pflanze ist insgeheim ein Star unter den einheimischen Wildsträuchern und findet neben bekannten Arten wie Holunder oder Berberitze leider viel zu wenig Beachtung. Die saftigen und aromatischen Früchte sind wahre Vitaminbomben – ein einziger Teelöffel deckt bereits den Tagesbedarf an Vitamin C! Aufgrund des hohen Vitamingehalts gilt Sanddorn als altbewährtes Mittel bei Erschöpfungszuständen, Erkältungen, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen. Aus den Samen gewonnenes Öl fördert Wundheilungen, hilft bei Sonnenbrand und wird sogar bei Schäden durch Röntgenbestrahlung angewendet.

Sanddorn ist aber nicht nur aus medizinischer Sicht vielseitig einsetzbar, sondern auch für die saisonale Küche eine Bereicherung. Die sauer-süsslichen Früchte können roh zu Säften oder Mus verarbeitet werden. Getrocknete Früchte eignen sich als Snack, können aber auch mit heissem Wasser aufgegossen und als Tee konsumiert werden. Gekochte Früchte lassen sich zu Kompott, Suppen, Chutney und vielem mehr verarbeiten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie schmackhaften Sanddornsirup und -konfitüre selbst herstellen können.

Reife Sanddornfruechte an Zweig
Reife Sanddornfrüchte. © takazart, via pixabay

Tipps zur Ernte

Hierzulande wächst Sanddorn vor allem in trockenen, sandigen und kiesigen Bereichen von Flussauen. Die Früchte sind von September bis Oktober reif. Wie der Name der Pflanze bereits verrät, trägt sie Dornen. Diese erschweren die Ernte der kleinen Früchte und machen sie zum aufwendigsten Teil der Arbeit. Grundsätzlich ist es nicht möglich, die reifen Früchte einzeln zu pflücken, denn sie platzen gleich. Im Internet kursieren verschiedene Tipps, wie die Früchte am besten geerntet werden können. Es ist beispielsweise von Beerenkämmen die Rede, die auch zur Ernte von Heidelbeeren eingesetzt werden. Als Alternative wird eine Essgabel vorgeschlagen. Ich war damit wenig erfolgreich, denn die Gabel verhedderte sich meistens in den Dornen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den ersten Frost abzuwarten. Danach lassen sich die Früchte offenbar leichter von den Zweigen lösen. Hierfür breitet man ein Tuch unterhalb der Sträucher aus und schlägt mit Holzstöcken von oben auf die Zweige, worauf die Früchte hinunterfallen und sich gut einsammeln lassen. Alternativ zieht man dicke Handschuhe an und streift die Früchte von der Triebbasis zur Triebspitze hin in einen Behälter. Entscheidend für diese Methode ist, dass die Blätter entweder noch sehr gut an den Ästen halten (früh in der Saison) oder bereits abgefallen sind (spät im Jahr). Sonst müssen Sie vor der Verarbeitung wieder herausgefischt werden. Wer viel Platz in der Kühltruhe hat, kann auch ganze Fruchttriebe abschneiden und tiefgefrieren. Danach können die Triebe geschüttelt werden, wodurch die Früchte relativ leicht abfallen.

Achtung: In Naturschutz- und Pflanzenschutzgebieten ist das Sammeln von Pflanzen verboten! Zudem gilt Sanddorn im Kanton Waadt als geschützt. Bitte nehmen Sie beim Sammeln Rücksicht auf die Natur und ernten Sie nur so viel, wie Sie verarbeiten können. Sammeln Sie zudem nie alle Früchte von einer Pflanze.

Behaelter mit Sanddorn und Tagfalter
Farblich passender Besuch während der Sanddorn-Ernte. © Sarah Jüstrich

Tipps zur Verarbeitung

In vielen Rezepten steht, die Früchte sollten vor der Verarbeitung vorsichtig unter kaltem Wasser gespült werden. Wenn die Früchte sehr reif sind, ist dies jedoch schwierig. Je nach Art der Verarbeitung sollten Überbleibsel von Blättern oder kleinen Zweigen entfernt werden. Wenn die Sanddornfrüchte nach dem Aufkochen sowieso ausgepresst werden, ist es nicht weiter schlimm, wenn einige Blätter mitgekocht werden, denn sie enthalten keine Giftstoffe.

Verwenden Sie Feinkristallzucker und nicht Rohzucker, damit die helle, intensiv leuchtende Farbe des Fruchtsafts weniger verloren geht.

Sanddorn-Saft
Die intensiv leuchtende Farbe von frischem Sanddorn-Saft. © Sarah Jüstrich

Sanddornsirup

Zutaten und Material

  • 1 kg frische Sanddornfrüchte
  • 500 ml Wasser
  • 1 kg Feinkristallzucker
  • Pfanne
  • Kelle
  • Küchenhandtuch oder Mulltuch
  • Glasflaschen

Zubereitung

  1. Sanddornfrüchte während ca. 10 Minuten in einer Pfanne aufkochen, bis sie platzen.
  2. Die Masse in ein Küchenhandtuch oder Mulltuch geben und vorsichtig auspressen, bis kein Saft mehr austritt. Hinweis: Ein Kilogramm reifer Sanddorn-Früchte ergibt ca. 500 ml Saft.
  3. Den Saft zurück in die Pfanne geben, 500 ml Wasser und 1 kg Feinkristallzucker beifügen. Die Flüssigkeit unter ständigem Rühren aufkochen und während etwa 10 Minuten einkochen lassen.
  4. Den fertigen Sirup heiss in sterilisierte Glasflaschen abfüllen und luftdicht verschliessen. Haltbarkeit im Kühlschrank: 5-6 Monate.

Sanddornkonfitüre

Zutaten und Material

  • 1 kg frische Sanddornfrüchte
  • 200 ml Wasser
  • 500 g Feinkristallzucker
  • Pfanne
  • Kelle
  • Küchenhandtuch oder Mulltuch
  • Einmachgläser

Zubereitung

  1. Sanddornfrüchte mit 200 ml Wasser während ca. 10 Minuten in einer Pfanne aufkochen, bis sie platzen.
  2. Die Masse in ein Küchenhandtuch oder Mulltuch geben und vorsichtig auspressen, bis kein Saft mehr austritt.
  3. Den Saft zurück in die Pfanne geben und 500 g Feinkristallzucker beifügen. Die Flüssigkeit unter ständigem Rühren aufkochen und während etwa 10 Minuten einkochen lassen.
  4. Die fertige Konfitüre heiss in sterilisierte Einmachgläser abfüllen und luftdicht verschliessen. Haltbarkeit an einem dunklen, kühlen Ort: bis zu zwei Jahre.

Quellen: Mein schöner Garten | grüner geht immer | EDEKA | Info Flora | Fleischhauer S.G., Guthmann J. & Spiegelberger R. (2016). Essbare Wildpflanzen (18. Auflage). AT-Verlag, Baden und München, 253 S.

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