Dossier: Dünger

Schweiz ist weiterhin massiv überdüngt

Der Bundesrat hat sich seit den 90er Jahren wiederholt verschiedene Etappenziele zur Reduktion der Stickstoff- und Phosphorüberschüsse gesetzt. In der Landwirtschaft wurde keines dieser Ziele erreicht - die Schweiz ist weiterhin massiv überdüngt. Hauptverursacher: intensive Tierhaltung und Import von Futter- und Düngemittel. Die Lösung? Ein neues Faktenblatt zeigt Handlungsansätze.

Düngereinsatz bedroht Klima

Ein internationales Forschungskonsortium mit Beteiligung der Universität Bern kommt zum Schluss, dass die steigenden Lachgasemissionen das Erreichen der Klimaziele des Abkommens von Paris gefährden. Lachgas entsteht vor allem durch den Einsatz von Dünger in der Landwirtschaft. Es ist das drittwichtigste durch menschliche Aktivitäten freigesetzte Treibhausgas.

Zu viel Ammoniak und Phosphor: Kanton Luzern verletzt Umweltgesetze

In zahlreichen Kantonen verursacht die Landwirtschaft viel zu hohe Ammoniak- und Phosphor-Emissionen, die äusserst umweltschädlich sind. Ein extremes Beispiel ist seit Jahrzehnten der Kanton Luzern. Dennoch geht das Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartement BUWD das Problem noch immer nicht entschlossen genug an. Deshalb reichen die kantonalen Verbände von WWF, Pro Natura und BirdLife sowie Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz AefU zusammen mit ihren nationalen Organisationen beim Gesamtregierungsrat eine Aufsichtsbeschwerde ein. Denn der Kanton Luzern verletzt damit Umweltgesetze, zerstört Lebensräume und setzt die Gesundheit der Bevölkerung aufs Spiel.

«Unsere Kühe fressen importiertes Futter»

Pestizide, Dünger und Tiere – unsere Landwirtschaft hat von alldem viel zu viel. Bringt der biologische Anbau die Lösung? Landwirtschaftsexperte Urs Niggli fordert im Interview mit dem WWF einen Wandel.

Regenerative Landwirtschaft – eine neue Bewegung am Landwirtschaftshimmel

Immer mehr Bauern und Bäuerinnen hinterfragen das Credo: «Nur wenn wir düngen und spritzen sind gesunde Kulturpflanzen und hohe Erträge möglich». Braucht die Pflanze für ihr Gedeihen nicht etwas ganz anderes, nämlich einen gesunden, lebendigen Boden? Diese Überzeugung steht hinter der «regenerativen Landwirtschaft». Sie ist mittlerweile zu einer Bewegung angewachsen, zu der sich immer mehr LandwirtInnen hingezogen fühlen. Sie verzichten dabei freiwillig auf Pestizide und Kunstdünger. Im Zentrum steht ein gesunder, fruchtbarer Boden. Was regenerative Landwirtschaft ist, zeigt das Portrait eines Pionierbetriebes.

10 Milliarden Menschen ernähren, ohne den Planeten zu schädigen?

«Ja, es ist möglich, eine angemessene und gesunde Ernährung für jeden Menschen bei weitgehend intakter Biosphäre bereitzustellen», sagen Forschende des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Es braucht aber eine technologische und soziokulturelle Kehrtwende. Fast fünfzig Prozent der derzeitigen Nahrungsmittelproduktion ist schädlich für unseren Planeten – sie führt zum Verlust biologischer Vielfalt, setzt den Ökosystemen zu und verschärft die Wasserknappheit.

Dünger und Pestizide verunreinigen das Grundwasser

Ein aktueller Bericht des Bundesamts für Umwelt zeigt, dass die Grundwasserqualität in der Schweiz durch Nitrat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln beeinträchtigt ist. Vor allem in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft werden die Grenzwerte vielerorts überschritten.

Güllen bis der Teufel kommt

Ich wohne im Berner Oberland und bin sehr häufig in den Bergen unterwegs. Im Wallis, in der Nähe einer weltberühmten Destination, besitze ich einige kleinere Alpgrundstücke. Diese bewirtschafte ich ökologisch mit dem Ziel, sie auszumagern und in eine natürliche Bergwiese zurückzuführen.

CO2-Dünger – komplett aus der Luft gegriffen

Eine Weltpremiere in Hinwil: Zum ersten Mal wird in kommerziellem Umfang CO2 aus der Umgebungsluft filtriert und als Dünger in ein Gewächshaus eingespeist. Möglicherweise wird damit der Weg für eine nachhaltige Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre bereitet.

Nährstoffrückgewinnung aus Urin – Dünger der Zukunft

Mehrmals täglich spülen wir wertvolle Nährstoffe die Toilette runter. Das Forschungsinstitut Eawag erkannte das Potential im Urin und hat ein Verfahren entwickelt um die Nährstoffe darin zu recyceln. Das Produkt kann als Pflanzendünger genutzt werden.
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