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Zauneidechse – Reptil des Jahres 2020

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Die Zauneidechse Lacerta agilis wurde in Deutschland zum «Reptil des Jahres 2020» ernannt. In der Schweiz ist sie auf der Alpennordseite und im Wallis heimisch, wobei der Verbreitungsschwerpunkt im Mittelland und in den tieferen Lagen liegt. Wie viele andere Reptilien leidet sie auch unter dem Verlust von Lebensräumen. Die Zauneidechse kann besonders gut an sonnigen Tagen im Mai und Juni an südexponierten Waldrändern beobachtet werden. Es ist also höchste Zeit, die flinke Echse besser kennenzulernen.

Kennzeichnend für die Zauneidechse sind der kräftige Körper mit den kurzen Beinen, der grosse Kopf, die stumpfe Schnauze und der kurze, dicke Schwanz. Die Vorderbeine und Flanken des Männchens leuchten zur Paarungszeit intensiv grün und weisen sogenannte «Augenflecken» auf. Das sind schwarze Flecken mit einem weissen Rand oder einer hellen Mitte. Diese kommen oft auch auf dem dunkelbraunen Rücken vor. Die Weibchen sind weniger auffällig und zeichnen sich durch eine braune Grundfarbe mit «Augenflecken», oft hellen Längslinien auf dem Rücken und einer grünlichen Kehle aus. Die Zauneidechse kann in der Schweiz nur mit der viel grösseren Smaragdeidechse Lacerta bilineata oder der zierlicheren Waldeidechse Zootoca vivipara verwechselt werden.

Zauneidechsen
Charakteristisch bei beiden Geschlechtern sind die «Augenflecken». Das sind schwarze Flecken mit einem weissen Rand oder einer hellen Mitte. © hansbenn, via pixabay

Lebensraumzerstörung bedroht Bestände

Ursprünglich bewohnte die Zauneidechse Trockenstandorte und Ödländer, die jedoch immer mehr aus der Landschaft verschwanden. Ersatzhabitate sind heute oft kleinflächige Übergangsbereiche zwischen Strassen oder Waldrändern und intensiver Landwirtschaft, entlang von Bahndämmen, Uferverbauungen, Böschungen und Hecken. Im Siedlungsbereich werden zunehmend Orte wie Gärten, Grünanlagen oder Friedhöfe aufgesucht. In den vergangenen Jahrzehnten verschlechterte sich die Qualität der Lebensräume deutlich: Es existieren nicht mehr grossflächige Lebensräume wie Magerwiesen oder Trockenhänge, sondern eine Vielzahl von Kleinststandorten mit wenigen Tieren, die nicht mehr miteinander vernetzt sind. Dadurch sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit der Populationen. Zauneidechsen sind sehr standorttreu, entsprechend schlecht werden neue Gebiete besiedelt. Auf der Roten Liste Schweiz wird die Zauneidechse als «verletzlich» eingestuft.

Fördermöglichkeiten im eigenen Garten

Naturnahe Gärten im Siedlungsraum können eine wertvolle Ergänzung für angrenzende Zauneidechsen-Lebensräume sein, sofern sie ausreichend besonnt und viele Strukturen auf einem relativ kleinen Raum anbieten. Für das langfristige Überleben einer Zauneidechsen-Population werden Jagdgebiete, Sonnen- und Versteckplätze, Orte für die Eiablage und Winterquartiere benötigt.

Die Zauneidechse ernährt sich vorwiegend von Insekten, insbesondere Schmetterlingen und Käfern. Diese werden in lückigen Krautsäumen, Altgras, extensiv genutzten Wiesen oder auf Rohbodenflächen aus Kies, Sand oder Schutt gejagt. Eine vielfältige Auswahl an einheimischen und standortgerechten Pflanzen erhöht das Nahrungsangebot.

Das Reptil sonnt sich gerne in Lücken verfilzter Grasschichten oder auf vegetationsfreien Flecken, die sich rasch erwärmen. Wichtig ist, dass sich die Zauneidechse bei Gefahr sofort verstecken kann. Dazu dienen Schutt-, Kies- oder Asthaufen, Baumstrünke, Trockenmauern, Mäuselöcher oder dicht über dem Boden schliessende Sträucher. Besonders wertvoll sind Dornensträucher. Die Pflege sollte möglichst extensiv erfolgen und auf den Einsatz von Pestiziden sollte verzichtet werden. Die Grasflächen sollten am besten nur im Spätsommer oder im Winterhalbjahr bei kühler Witterung gemäht werden. Zudem sollten gewisse Bereiche nicht gemäht werden. Lassen Sie unbedingt verwilderte Winkel im Garten zu.

Schaffen Sie zusätzlich kahle und besonnte Flächen. Sie dienen im Mai oder Juni dem Weibchen für die Eiablage. Es gräbt kleine Löcher in den lockeren Untergrund und legt 9 bis 14 Eier ab. In einer Tiefe von 4 bis 12 cm herrscht die optimale Temperatur von ca. 27° C für die Eientwicklung. Häufig werden die Eier auch in Trockenmauern oder unter Stein- und Gartenplatten gelegt. Frostfreie Orte im Erdreich oder Stein- und Asthaufen dienen zudem als Winterquartiere.

Gerade in Siedlungsgebieten ist die Dichte an Hauskatzen sehr hoch. Übermässiger Jagddruck kann dazu führen, dass Reptilienbestände lokal vernichtet werden. Versuchen Sie, die Katzen von den Eidechsenstandorten fernzuhalten.

Quellen: Koordinationsstelle für Amphibien- & Reptilienschutz in der Schweiz (karch)
zauneidechse.ch – Fachbroschüre «Fördermassnahmen für die Zauneidechse»
Ineichen S., Klausnitzer B. & Ruckstuhl M. (2012). Stadtfauna – 600 Tierarten unserer Städte. Haupt Verlag, Bern, 434 S.

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