StartNewsNaturWeiterer Luchs aus dem Wildnispark Zürich in Thüringen ausgewildert

Weiterer Luchs aus dem Wildnispark Zürich in Thüringen ausgewildert

Im deutschen Bundesland Thüringen läuft derzeit ein grosses Wiederansiedlungs­projekt für Luchse. Heute Morgen wurde das 2025 im Wildnispark Zürich geborene Weibchen «Wangari» ausgewildert. Sie folgt damit «Vreni» aus dem Wildnispark Zürich, die bereits seit zwei Jahren durch den Thüringer Wald streift.

Im 19. Jahrhundert wurde der Luchs in weiten Teilen von West- und Mitteleuropa ausgerottet. Dank Wiederansiedlungsprojekten konnte sich die grösste Katze Europas in einigen Gebieten wieder etablieren, doch langfristig ist der Fortbestand der «Pinselohren» nicht gesichert. Die einzelnen Populationen sind zu klein und geografisch voneinander isoliert. So läuft die Luchspopulation Gefahr, ihre genetische Vielfalt zu verlieren. Dadurch werden die Tiere anfälliger für Krankheiten.

Wiederansiedlung von Luchsen in Deutschland

In Deutschland ist der Luchs nach wie vor vom Aussterben bedroht. Daher laufen derzeit in vier Regionen Auswilderungsprojekte: in Thüringen, Baden-Württemberg, Sachsen und im Pfälzer Wald. Die Wiederansiedlung von Luchsen im Thüringer Wald soll zwei isolierte Populationen miteinander verbinden: Die Population im Harz mit derjenigen im Bayerischen Wald. Das Projekt «Luchs Thüringen» startete 2024. Bis 2027 sollen bis zu zwanzig Luchse ausgewildert werden.

Ein spezieller Auswilderungsort

«Wangari» – benannt nach der gleichnamigen kenianischen Umweltaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai – wurde heute zeitgleich mit «Lana», einem Weibchen aus Belgien in die freie Natur entlassen. Damit steigt die Anzahl der bisher im Thüringer Wald ausgewilderten Luchse auf neun. Die Tiere wurden über ein eigens dafür gebautes Auswilderungsgehege im Thüringer Wald freigelassen. Hier konnten sich die beiden Weibchen in separaten Bereichen einige Wochen mit der Umgebung vertraut machen. Am Donnerstagmorgen wurde die Tür des Geheges schliesslich vom deutschen Umweltminister Carsten Schneider geöffnet. «Von hier aus werden sich Wangari und Lana selbst ein Revier suchen müssen», erklärt Max Boxleitner vom WWF Deutschland, der das Projekt «Luchs Thüringen» mitbetreut.

«Wangari» ist bereits der vierte im Wildnispark Zürich geborene Luchs, der in Deutschland ausgewildert werden konnte.
Bild : © Max Kesberger

In Nachbarschaft zu «Vreni» aus dem Wildnispark Zürich?

Luchsweibchen teilen ihr Revier nicht mit anderen Weibchen, sondern siedeln sich nebeneinander an. Das Revier eines Männchens überlappt dagegen in der Regel die Territorien von ein bis drei Weibchen. Boxleitner: «Nun müssen wir abwarten, wo sich Wangari niederlässt und in Nachbarschaft zu welchen Luchsen.» Zu den im Thüringer Wald ausgewilderten Weibchen gehört auch die 2023 im Wildnispark Zürich geborene «Vreni».

«Vreni» sorgte vor einigen Wochen für Schlagzeilen, weil sie monatelang verschollen war, aber dann auf Fotofallenbildern mit einem Jungtier wieder auftauchte, das letztes Jahr geboren wurde. Ob «Vreni» auch dieses Jahr Junge geboren hat, ist noch nicht bekannt. «Da sie in der Ranzzeit mit Kuder Ionel unterwegs war, hoffen wir auf weiteren Nachwuchs», erklärt Max Boxleitner.

Wildnispark Zürich bereitet Luchse für die Wildnis vor

«Wangari» ist bereits der vierte im Wildnispark Zürich geborene Luchs, der in Deutschland ausgewildert werden konnte. Die Luchsanlage im Wildnispark Zürich ist eine von wenigen in Europa, in der junge Luchse auf ein selbstständiges Leben in freier Natur vorbereitet werden können. Sie werden mit möglichst wenig Menschenkontakt aufgezogen und erhalten nur Futtertiere, die denjenigen in der Wildnis entsprechen – zum Beispiel Rehe und Hirsche, mit Haut und Haar

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