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Voting: Schmähpreis für besonders absurde Transporte

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Wer erhält dieses Jahr den «Teufelsstein» für besonders absurde Transporte? Die Alpen-Initiative nominiert drei Schweizer Unternehmen: Die Migros für Gewürzgurken aus Vietnam, Coop für Granatapfelkerne aus Peru und Manor für Wasser aus grönländischem Gletschereis. Auch drei Kandidaten sind nominiert im Rennen um den «Bergkristall», welcher sinnvolle Ideen auszeichnet: Mit einem Online-Voting kann die Öffentlichkeit nun entscheiden, wem diese Preise verliehen werden.

«Wir müssen dafür sorgen, dass die Herstellung von Produkten wieder regionaler wird. Das verkürzt die Transportwege, was dem Klima und auch den Alpen zugutekommt. Regionale Wirtschaftskreisläufe machen uns auch krisensicherer, widerstandsfähiger und flexibler. Und sie schaffen Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort», so Jon Pult, Präsident der Alpen-Initiative. Der Verein macht sich seit über 30 Jahren für einen umweltverträglichen Güterverkehr stark.

Lächerlich tiefe Transportkosten und der Bedarf nach aussersaisonaler Verfügbarkeit von Gemüse und Früchten bringen eine immer grösser werdende Auswahl an fragwürdigen Produkten hervor. Nahrungsmittel sind Dauerbrenner für absurde Transportwege.

Die drei Nominierten für den diesjährigen «Teufelsstein» sind:

  • Gewürzgurken aus Vietnam, Migros
    Die Gewürzgurken werden von Vietnam per Schiff nach Rotterdam und dann per Bahn in die Schweiz transportiert. 18’280 zurückgelegte Kilometer produzieren einen 17 Mal höheren CO2-Ausstoss als Gurken, die in der Schweiz angebaut werden.
  • Granatapfelkerne aus Peru, Coop
    Der Transport der Granatapfelkerne erfolgt von Peru per Schiff nach Ägypten, wo sie verarbeitet werden. Danach gelangen sie per Flugfracht in die Schweiz, von wo sie mit dem Lastwagen den Weg ins Regal finden. Dabei werden 17’590 Kilometer zurückgelegt. Würde man anstelle des Convenience-Produkts zu Schweizer Äpfeln greifen, würde 104 Mal weniger CO2 ausgestossen.
  • Wasser «Berg» aus grönländischem Gletschereis, Manor
    Das Wasser aus geschmolzenen Eisblöcken aus dem Meer um Neufundland wird per Schiff und Lastwagen in die Schweiz gebracht. Mit 9’602 zurückgelegten Kilometern scheint der Frachtweg massiv kürzer zu sein als derjenige der anderen nominierten Produkte. Beim CO2-Ausstoss erreicht es aber den höchsten Wert. Die Emissionen sind Im Vergleich zum Konsum von Leitungswasser gar 19’244 Mal so hoch.

Innovative Projekte reduzieren den Verkehr und steigern den Wert der lokalen Produktion. Die Alpen-Initiative nominiert diese drei Kandidaten für den «Bergkristall»:

  • «Kulinarischer Herbst»
    Im Rahmen des Projekts von Alpinavera und GastroGraubünden in Zusammenarbeit mit den Gastroverbänden Glarus und Uri dürfen Betriebe Gerichte, die zu mindestens 60 % aus regionalen Zutaten bestehen, speziell auszeichnen.
  • Live Track
    Das Unternehmen bietet mit einer smarten Cloud-Plattform die Möglichkeit, Füllstände in Versorgungs- und Entsorgungsbehältern zu überwachen und so Schwerverkehr auf der Strasse zu reduzieren.
  • Urban Logistics
    Urban Logistics ist eine Plattform für Transportdienstleistungen, welche die führenden Velokuriere zusammenschliesst mit dem Ziel, nachhaltige Citylogistik zu fördern. Durch Vernetzung wird der geeignetste Kurierpartner anvisiert, der die Ware abholt und dafür sorgt, dass diese zur Wunschzeit am Wunschort ankommt. Zwischen den Städten mit einer Intercity-Lösung mit den SBB.

Die Öffentlichkeit kann bis zum 13. September 2020 online unter www.alpeninitiative.ch/vote abstimmen und so entscheiden, wer den Teufelsstein und Bergkristall erhalten soll.

Der Teufelsstein wird seit 2002 verliehen. Im vergangenen Jahr erhielt «Swiss Air Deluxe» den Teufelsstein für in Dosen abgefüllte «Alpenluft», die unter anderem auch nach Asien exportiert wird. Mit dem Bergkristall wurde das «Repair Café» ausgezeichnet. Der Reparaturservice reduziert den Ressourcenverschleiss und vermeidet somit auch Transporte.

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