StartNewsPolitik nimmt den Wolf ins Visier

Politik nimmt den Wolf ins Visier

Der Nationalrat hat am 3. Dezember 2025 zwei Motionen zugestimmt, die den Schutz des Wolfes weiter lockern wollen. Eine der beiden Motionen verlangt zwingend eine erneute Revision des Jagdgesetzes. Weil ihr der Ständerat bereits zugestimmt hat, ist der Bundesrat jetzt dazu verpflichtet, eine Vorlage zur Revision des Jagdgesetzes auszuarbeiten. Die Gruppe Wolf Schweiz wehrt sich klar gegen eine weitere Lockerung des Schutz des Wolfes. Sie ist in letzter Konsequenz auch zu einem erneuten Referendum bereit. 

Parlament kippt zentrale Schutzkompromisse und greift erneut das Jagdgesetz an

Der Nationalrat hat am 3. Dezember 2025 die beiden Motionen Friedli und Broulis überwiesen. Die Motion Friedli verlangt den Abschuss von Wölfen in Jagdbanngebieten. Dieser Vorschlag wurde vom Parlament noch bei der letzten Revision des Jadgesetzes im Jahr 2022 abgelehnt. Der Verzicht auf Wolfsabschüsse in Jagdbanngebieten war ein wichtiger Grund, weshalb die Gruppe Wolf Schweiz kein Referendum gegen die damalige Revision ergriffen hatte. Die Revision hat bereits weitgehende Eingriffe in die Wolfspopulation ermöglicht, weshalb es sichernde Bedingungen für den Bestand brauchte, um die Vorlage akzeptabel zu machen. Dazu gehörte der Verzicht auf Wolfsabschüsse in solchen Fauna-Vorranggebieten. Das Parlament wischt nun diesen Kompromiss beiseite und setzt auf Extremlösungen. 

Neue Revision droht zur Monstervorlage zu werden – Widerstand der Gruppe Wolf Schweiz

Es ist unwahrscheinlich, dass bei der nun beginnenden Revision des Jagdgesetzes lediglich dieser eine Punkt in die Vorlage gelangt. Denn auch die zweite überwiesene Motion Broulis (für den ganzjährigen Abschuss von Rudelwölfen) bedingt eine Gesetzesrevision, wenn sie nicht nur in einem eng begrenzten Rahmen umgesetzt werden soll. Letzteres wäre im Rahmen einer Verordnungsanpassung möglich, würde sich jedoch nur auf Situationen mit vorhandenen grossen Schäden beschränken (reaktive Abschüsse). Durch frühere Vorstösse im Parlament wird klar, dass die neue Revision des Jagdgesetzes sich auch gegen weitere geschützte Wildtiere richten dürfte, insbesondere gegen den Luchs. Es droht eine neue «Monstervorlage» gegen den Artenschutz und die Biodiversität. 

Die Gruppe Wolf Schweiz wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass es nicht zu einer weiteren Revision des Jagdgesetzes kommt. Das Parlament kann eine solche immer noch verwerfen, wenn die Vorlage des Bundesrates zur Beratung kommt. Ein erneutes Referendum ist nicht ausgeschlossen und wird ergriffen, wenn die Vorlage dazu führt, dass der Wolfsbestand gefährdet wird. 

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte Kommentar eintragen
Bitte geben Sie ihren Namen hier ein

Newsletter Anmeldung

Erhalten Sie die neusten Jobs und News.

Dank Ihrer Hilfe können wir spannende Artikel aufbereiten, den Veranstaltungskalender pflegen und die Job-Platform betreuen.

TOP-NEWS