Die Schweizerische Energiestiftung begrüsst den Entscheid des Bundesrats, die sogenannte Waldschutz-Initiative und die sogenannte Gemeindeschutz-Initiative ohne Gegenvorschlag abzulehnen. Die beiden Volksinitiativen würden den Ausbau der Windenergie massiv erschweren, die Energiewende gefährden und laufende Projekte in Frage stellen. Das steht im Widerspruch zum klaren Willen der Bevölkerung und des Parlaments, die erneuerbare Stromproduktion, einschliesslich der Windenergie, rasch auszubauen.
Die Initiativen haben zum Ziel, den Bau von Windenergieanlagen zu verhindern. Wie der Bundesrat lehnt die Energiestiftung beide Initiativen ab. Pauschale Verbote und zusätzliche Hürden würden den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion blockieren, ohne einen Mehrwert für die Natur oder die Mitspracherechte zu schaffen. Der Schutz von Wald und Biodiversität muss weiterhin im Rahmen einer sorgfältigen Interessenabwägung erfolgen. Gleichzeitig verfügen die Gemeinden bereits heute über weitreichende Mitsprachemöglichkeiten.
Windenergie produziert kostengünstig Winterstrom
Windenergie leistet einen unverzichtbaren Beitrag zu einer sicheren und erneuerbaren Stromversorgung. Im Gegensatz zur Photovoltaik produziert sie einen grossen Teil ihres Stroms im Winterhalbjahr, wenn der Strombedarf hoch ist. Damit ist sie eine ideale Ergänzung zur Wasserkraft und Solarenergie. Zudem zeigen Erfahrungen in den europäischen Nachbarstaaten, dass die Windenergie zu den kostengünstigsten Technologien zur Stromerzeugung gehört.
Bevölkerung unterstützt die Windkraft
Die jährliche, repräsentative Umfrage des Verbands der Stromversorgungsunternehmen VSE zeigt seit Jahren stabil hohe Zustimmungswerte für die Windenergie in der Schweiz. Gemäss jüngster Ausgabe vom 5. Juni 2026 halten mehr als zwei Drittel der Befragten den Ausbau der Windenergie zur Sicherstellung der Stromversorgung für sinnvoll. Fast 60 Prozent wären mit Windenergieanlagen einverstanden, die von ihrem Balkon aus sichtbar sind. Die Zustimmung ist über fast alle politischen Lager gross. Das oft gehörte Argument, dass «niemand Windräder vor der eigenen Haustüre wolle», ist falsch.
Rechtssicherheit für laufende Projekte
Die Annahme der beiden Initiativen würde die Spielregeln für den laufenden und kommenden Windausbau ändern und damit neue Rechtsunsicherheiten schaffen. Betroffen wären beispielsweise die neuen Windenergieanlagen auf dem Gütsch im Kanton Uri oder das Projekt im Waadtländer Jura, das sich derzeit im Bau befindet.
Das wäre schädlich für die ganze Branche und ihre Technologie, die zur Erreichung der Energie- und Klimaziele ausgebaut statt ausgebremst werden muss. So hat das Bundesparlament erst kürzlich die Bewilligungsprozesse für Windenergieanlagen beschleunigt (Beschleunigungserlass). Die Wirkung dieser Reform konnte sich noch gar nicht entfalten. Mit seinem heutigen Entscheid setzt der Bundesrat darum ein wichtiges Zeichen für Rechtssicherheit, eine ausgewogene Interessenabwägung und den raschen Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion.
Neue Allianz gegen die Windkraft-verhindernden Initiativen
Am 10. Juni 2026 gründete eine breite Allianz aus Energiewirtschaft, Branchenverbänden, Windenergie-Befürwortenden und Umweltorganisationen in Bern einen Verein zur Bekämpfung der beiden Initiativen.
Zu den Gründungsmitgliedern zählen der Dachverband der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz aeesuisse, der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE), die Schweizerische Energiestiftung, Axpo sowie Suisse Eole und Pro Wind Schweiz.
Präsidiert wird der Verein von Fabienne Thomas, Co-Geschäftsleiterin der aeesuisse, und Jan Flückiger, Leiter Public Affairs beim VSE.





