Start News Politik Fünf Jahre Pariser Klimaschutzübereinkommen

Fünf Jahre Pariser Klimaschutzübereinkommen

Am 12. Dezember 2015, vor fünf Jahren, wurde das Pariser Klimaabkommen offiziell beschlossen – seither schreitet die Klimakatastrophe ungebremst voran. Fast zeitgleich feiert die Klimastreikbewegung ihr zweijähriges Bestehen – und kritisiert die leeren Versprechen des Paris Überinkommens.

Am heutigen Tag ist es exakt fünf Jahre her, als Staats- und Regierungschefs das Pariser Abkommen unterzeichneten und damit eine der grössten Versprechen an die gesamte Menschheit sowie alle zukünftigen Generationen machten. Sie verkündeten, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen, so berichtet eine Medienmitteilung von Klimastreik Schweiz. »Doch leider mussten wir schmerzlich dabei zusehen, wie die Regierungen dieser Welt es versäumen, die Klimakatastrophe als solche zu behandeln!» meint Lena Bühler, Aktivistin beim Klimastreik und sagt: »Wir haben sowas von genug. Wir haben aufgehört, an diese leeren Versprechen zu glauben.”

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Pariser Klimaschutzübereinkommens präsentieren die Vertragsstaaten heute ausserdem ihre Klimaziele am Climate Ambition Summit, einem virtuellen Gipfel. Die Schweiz will ihr Klimaziel unter dem Pariser Übereinkommen verschärfen. Bis 2030 will sie mindestens 50 Prozent weniger Treibhausgase im Vergleich zu 1990 ausstossen. Die 50 Prozent Emissionsverminderung sind damit neu ein Mindestziel. Voraussetzung dafür ist das revidierte CO2-Gesetz, das 2021 zur Abstimmung kommen dürfte. Der Anteil an Klimamassnahmen im Inland wird von bisher 60 Prozent auf mindestens 75 Prozent angehoben. Bis 2050 will die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen, so berichtet eine Medienmitteilung des Bundesamts für Umwelt (BAFU).

Fight for 1.5

Auf der ganzen Welt machen die Lokalgruppen der globalen Klimastreikbewegung Aktionen zur Einhaltung des Pariser Abkommens. Mit Kerzen werden die Worte #FightFor1Point5 auf den Boden gelegt, um die Wichtigkeit der globalen Eingrenzung der Erderhitzungunter 1.5 Grad aufzuzeigen. Es ist inakzeptabel, dass die Regierungen noch immer über die Folgen einer 2 Grad heisseren Welt diskutieren, anstatt zu handeln – die wissenschaftliche Lage könnte eindeutiger nicht sein. »Politiker*innen haben kein Recht, über Netto-Null-Ziele bis 2050 zu sprechen, als wäre dies der Gipfel der Ambitionen. Denn mit diesen Szenarien besiegeln sie bereits das Todesurteil für Millionen von Menschen.» sagt Lina Heuss, Aktivistin beim Klimastreik. 

UN Emission Gap Report

Vor wenigen Tagen veröffentlichten die Vereinten Nationen (UN) den jährlichen Emission Gap Report. Dieser Bericht zeigt aufs Neue, wie weit die Länder von den gesetzten Klimazielen entfernt sind. Als »Emission Gap» wird die Lücke zwischen den geschätzten künftigen globalen Treibhausgasemissionen (THG), wenn die Länder ihre Klimaschutzzusagen umsetzen, und den globalen Emissionsmengen aus den kostengünstigsten Pfaden, die auf die Erreichung der Temperaturziele des Paris-Abkommens ausgerichtet sind, bezeichnet. Der Bericht kommt zum Schluss, dass wir mit den aktuellen Entwicklungen auf eine globale Klimaerhitzung von über 3 Grad Celsius zurasen. Weiter definiert er die Bereiche Flugindustrie und internationale Schifffahrt als entscheidend, um das Pariser Klimaabkommen umzusetzen. 

Zwei Jahre Klimastreik – Wir sind noch lange nicht am Ziel 

Am 14. Dezember 2018, also vor bald zwei Jahren, fand der erste Klimastreik in Zürich statt, so berichtet Klimastreik Schweiz in einer Medienmitteilung. Seither ist die Klimakrise in der politischen und gesellschaftlichen Debatte angekommen. Trotzdem steigen die Emissionen weiterhin, das Jahr 2020 wird voraussichtlich eines der heissesten Jahre seit Messbeginn und die Folgen werden immer katastrophaler je länger tatenlos zugeschaut wird. Für die Aktivist*innen des Klimastreiks ist deshalb klar: Den Kampf für eine lebenswerte Zukunft und damit das Einhalten des 1.5 Grad Ziels des Pariser Abkommens werden sie nicht aufgeben. Nach dem Versagen der Politik liegt es nun in den Händen der Bevölkerung, eine nachhaltige Welt auf soziale und solidarische Weise zu gestalten. Es gibt kein zurück mehr in die heutige Normalität. »Die Normalität war bereits eine Krise – eine Krise der Ungleichheit, der Zerstörung der Natur und des Klimas.» so Lina Heuss, Aktivistin beim Klimastreik. 

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