StartNewsAktionsplan Biodiversität: 22 Massnahmen, kein Wendepunkt

Aktionsplan Biodiversität: 22 Massnahmen, kein Wendepunkt

Der Bundesrat hat am 12. Dezember 2025 die aktualisierte Version des Aktionsplans Biodiversität Phase II vorgestellt. Die Botschaft der Medienmitteilung ist optimistisch – die Realität ist es nicht. Trotz zusätzlicher Massnahmen bleibt einige unverbindlich und unzureichend. Die Biodiversitätskrise in der Schweiz spitzt sich weiter zu, doch der Bundesrat reagiert erneut mit Prüfaufträgen, Umfragen und vagen Absichtserklärungen statt mit wirksamen, grossflächigen Massnahmen.

Die vorgehende Version des Aktionsplans wurde im November 2024 veröffentlicht und in Fachkreisen und wissenschaftlichen Institutionen öffentlich oder hinter vorgehaltener Hand scharf kritisiert. BirdLife, Pro Natura und WWF hatten damals eine Medienmitteilung veröffentlicht – naturschutz.ch berichtete.

Der Aktionsplan von 2024 enthielt 15 Massnahmen und mehrere Prüfaufträge. Aus den Prüfaufträgen gingen nun sieben weitere Massnahmen hervor. Eine eingehende Prüfung dieser Massnahmen wird mehr Zeit benötigen. Ein nüchterner Blick zeigt jedoch bereits jetzt, dass auch die neu insgesamt 22 Massnahmen bei weitem nicht reichen werden, um die massive Biodiversitätskrise in der Schweiz aufzuhalten.

Mehr Massnahmen auf dem Papier, kaum Wirkung in der Praxis

Zum Insektensterben fehlen nach wie vor grossflächig wirksame Massnahmen, die das Insektensterben tatsächlich bremsen und umkehren könnten. Erneut verspricht der Bundesrat zu prüfen, ob es weitere Massnahmen brauche. Damit ist der Prüfauftrag vom letzten Jahr nochmal verschoben.

Auch im Bereich Raumplanung (Massnahme 16) bleibt der aktualisierte Aktionsplan vage. Eine Umfrage bei den Kantonen soll klären, was sie betreffend Biodiversität in der Raumplanung benötigen. Bis 2030 sollen weitere Grundlagen zur Verfügung gestellt werden, damit die involvierten Akteure die Biodiversität «entsprechend ihren Bedürfnissen» integrieren können.

Sehr ähnliche Formulierungen finden sich bei der Massnahme 19 Biodiversitätsfreundliche Energieproduktion. Auch dort sind eine Umfrage und allenfalls nicht näher bestimmte «Hilfsmittel» vorgesehen.

Die neuen Massnahmen bleiben in vielen Bereichen unverbindlich und völlig ungenügend.

Biodiversitätskrise spitzt sich weiter zu – Bundesrat handelt zu zögerlich

Der Zustand der Biodiversität in der Schweiz ist höchst besorgniserregend. Der Anteil an gefährdeten Arten ist in der Schweiz höher als in allen Nachbarländern. Die Schweiz hinkt mit ihren Bestrebungen praktisch allen anderen europäischen Ländern hinterher. Mit diesem Aktionsplan werden kleine Schritte in die richtige Richtung gemacht – aber die Schritte sind so klein, dass eine riesige Lücke zwischen dem tatsächlichen Handlungsbedarf und den Massnahmen, die in diesem Aktionsplan genannt werden, klafft.

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