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Agrarlobby setzt sich durch: Stillstand auf Kosten der Natur

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Die vier Umweltorganisationen Pro Natura, WWF Schweiz, BirdLife Schweiz und Greenpeace Schweiz sind entsetzt, dass die Wirtschaftskommission des Ständerates die Beratung der Agrarpolitik AP22+ stoppen will. Das heisst, jahrelang soll nichts gegen die gravierenden Missstände in der Landwirtschaft unternommen werden. Die Kommission weigert sich damit, den Verfassungsauftrag zur Ernährungssicherheit umzusetzen. Durch die Verzögerung werden die Umweltprobleme weiter zunehmen, wird die Biodiversität weiter abnehmen und wird der Rückhalt für die Landwirtschaft in der Bevölkerung gefährdet. Inakzeptabel!

«Mit diesem Entscheid tritt die Kommission sämtliche Umweltanliegen mit Füssen und gefährdet damit unsere Ernährungssicherheit», betont Marcel Liner, Landwirtschaftsexperte bei Pro Natura. Die Verwaltung hat fast sechs Jahre lang an der AP22+ gearbeitet. Eine Vernehmlassung wurde durchgeführt und unzählige Workshops wurden abgehalten – unter Einbezug aller Akteure, auch des Schweizerischen Bauernverbands. Die überwältigende Mehrheit der Akteure der Land- und Ernährungswirtschaft, darunter die Label-Produzentinnen und -Produzenten, die Konsumentinnen und Konsumenten sowie die Kantone unterstützen die AP22+ und haben eine rasche Umsetzung gefordert.

«Dass jetzt eine Mehrheit der Kommission alles verhindert und blockiert, ist inakzeptabel!», erklärt Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft beim WWF Schweiz. Der Ständerat muss diesen Entscheid seiner vorberatenden Kommission jetzt dringend korrigieren und die Sistierung ablehnen. Das wäre auch im Interesse der vielen engagierten Bäuerinnen und Bauern, die naturnah produzieren möchten und den Rückhalt und die Unterstützung der Bevölkerung brauchen.

Die Umwelt kann nicht länger warten

Kein einziges der 13 Umweltziele ist erreicht. Mit Milliarden wird eine Landwirtschaft finanziert, welche die Umwelt zerstört. Der Selbstversorgungsgrad wird mit steigenden Futtermittel-Importen künstlich hochgehalten. Immer mehr Flächen werden mit Remisen, Masthallen und grösseren Ställen zugebaut oder gleich eingezont. Böden werden verdichtet und Lebensräume vernichtet. «Immer mehr Insekten, Vögel und Pflanzen sind aufgrund der intensiven Landwirtschaft gefährdet und finden im Kulturland kaum noch geeignete Lebensräume», sagt Patrik Peyer, Projektleiter Landwirtschaft bei BirdLife Schweiz. All dies ist seit Jahrzehnten bekannt, soll aber nach dem Willen der Mehrheit der Ständeratskommission nicht geändert werden. Stattdessen soll ein neuer Bericht erstellt werden.

Zukunftsfähige Landwirtschaft auf die lange Bank geschoben

Dabei müsste ein anderer Weg eingeschlagen werden: mehr Schweizer Nahrungsmittel durch standortangepasste Produktion statt schädlicher Fleischproduktion mit Importfutter. Mehr Innovation in der Produktion und Klimaschutz dank neuen Produktionssystemen. Mehr Biodiversität dank weniger Pestiziden und weniger Stickstoffeinträgen. Attraktive Erholungsgebiete dank mehr Strukturen und Vielfalt. Dass dies möglich ist, zeigen schon heute Tausende von Bäuerinnen und Bauern. Statt sie zu unterstützen, schliesst sich die Mehrheit der ständerätlichen Kommission der Agrarlobby an und schiebt eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf die lange Bank. Den Schaden haben die Umwelt und die künftigen Generationen.

Folgt auch der Ständerat seiner Kommission und sistiert die AP22+, wäre dies ein dramatischer Rückschlag für die Natur, aber auch für die gesamte Branche. Der Entscheid ist völlig unverständlich, denn mit der AP22+ hätte die Ernährungssicherheit gestärkt – und es hätten soziale Fortschritte für die Bäuerinnen und Bauern erzielt werden können.

1 Kommentar

  1. Zum Artikel Nachhaltige Landwirtschaft.andwirtschaft.Die Wirtschaftskommission des Ständerates ist Mal wiedergeben die Gesundheit von Mensch und Natur.Es beweisst Mal wieder wie die ganze Diskussion über Corona verlogen ist.Es geht nicht und echte Sorge zum Menschen.Die Stärkung der Gesundheit durch zB ein gesundes Immunsystem interessiert keinen,geschweige die schwachen zu schützen.Aber man möchte eine Pille ein Impfstoff….Wer so denkt und so denken leider viele ist für mich sehr blauäugig oder profitiert enorm von dieser Art Gesellschaft.Ich fördere jeden Bauer auf nicht mitmachen .Ohne Euch müssten wir verhungern.Also kämpft für ein höheren Anteil der Produkte der Erde.Macht nicht die Faust im Sack.Schliesst Euch in Gemeinschaften zusammen…Und vergisst auch Ihr nicht die Erde gehört euch nicht.Sie ist ein Teil von Euch und des Planeten.Und wir Bauern oder Gärtnern wie ich sind die Hüter der Erde,wir verwalten etwas Erde,und sollten sie nicht vergiften .Auch der Förster denkt in Generationen.Ohne weise Entscheidungen unsere Ahnen sind wir nix.Was werden die zukünftigen Bauern vorfinden?ich bin auch Landlos weil meine Ahnen alles ausverkauft haben…Warten wir nicht auf Verbote.Handelt heute richtig.

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