Der Schmetterling kleiner Fuchs.
Initiatve gegen das Insektensterben. © Pezibear, via pixabay

Notstand in der Wunderwelt der Insekten

  • Redaktion Naturschutz
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Mindestens 163 Insektenarten gelten in der Schweiz als ausgestorben, 40 Prozent der Arten gelten als gefährdet. Mit der heute lancierten Kampagne «Gemeinsam gegen das Insektensterben!» nimmt Pro Natura diese dramatische Entwicklung in den Fokus und zeigt auf, was dagegen zu tun ist.

«Am Anfang wird auf einer ziemlich kleinen Insel, im südlichen Pazifik ein Käfer verschwinden» – was Franz Hohler schon 1973 in seinem «Weltuntergang» zu Papier brachte, ist heute mit Zahlen und Fakten belegt: Unsere Insekten sterben und damit verschwindet die Nahrungsgrundlage für viele Vögel, Frösche oder Fledermäuse. Aber auch für den Menschen ist das Verschwinden der Insekten fatal, da unsere Nahrungsmittelproduktion auf die Blütenbestäuber angewiesen ist, berichtet Pro Natura.

«Sounds of Insects» zum Kampagnenstart

«Die enorme Vielfalt der Insekten ist nicht einfach aus einer Laune der Natur entstanden. Insekten haben entscheidende Funktionen im Ökosystem», sagt Lea Kamber an der heutigen Lancierung der Pro Natura Kampagne «Gemeinsam gegen das Insektensterben!» in Zürich. Die Insektenforscherin beschert dem Publikum mit ihren Insektenporträts Einblicke in die Arten-, Formen- und Farbenpracht der Sechsbeiner. Schriftsteller und Kabarettist Franz Hohler präsentiert einige seiner Werke, deren Betrachtungen zur Ignoranz des Menschen gegenüber Käfern, Ameisen und anderen Insekten eine beunruhigende Aktualität haben.

Insekten brauchen Biodiversität

Schmetterlinge, Bienen, Schwebfliegen und ihre Artgenossen verschwinden, weil natürliche Lebensräume fehlen. Felder und Obstbäume werden mit Pestiziden bespritzt; die Lichtverschmutzung schadet den nachtaktiven Insekten; die zunehmende Verstädterung der Schweiz verschlingt wertvolles Kulturland. «Damit sich dies ändert, wird die Pro Natura Kampagne die Politik in die Pflicht nehmen. Gegen das Insektensterben braucht es eine Biodiversitätspolitik, die ihren Namen wirklich verdient», sagt Urs Leugger-Eggimann, Zentralsekretär von Pro Natura. Die Kampagne «Gemeinsam gegen das Insektensterben!» wird auch aufzeigen, was jeder und jede Einzelne tun kann, um die Lebensräume für Insekten zu erhalten.

Initiative zum das Insektensterben verhindern.
Lea Kamber, Franz Hohler und Urs Leugger-Eggimann setzten sich für die Initiative ein. © Pro Natura

Als Vorboten der Kampagne werden ab heute bis Ende Mai Plakate und Spots im öffentlichen Raum zu sehen sein. Den heutigen Lancierungsanlass in Zürich hat Pro Natura in Zusammenarbeit mit dem Zoologischen Museum der Universität Zürich organisiert. Dort läuft noch bis am 30. Juni 2019 die Ausstellung «Insekten – lebenswichtig!».

6 Kommentare

  • Christine

    Ein weiteres heisses Eisen und unlösbares Problem in der ganzen Diskussion sind die vielen Katzen. Mit Vorliebe halten sie sich dann auch noch dort auf, wo der Naturgärtner, die Naturgärtnerin neue Lebensräume schafft für allerlei Kreuch und Fleuch. Man muss gleich alles verstacheln und verasthaufeln und verriegeln, damit die Eidechslein, Blindschleichen, Spitzmäuschen, Kröten, Heupferde usw. schon gar nicht aus ihren Verstecken hinauskommen müssen…….Vielleicht sollten wir die Dichte der Katzen regeln: wieviele Katzen erträgt ein Quartier?

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  • PowerFlower

    „NEOPHYTEN-Rassismus“ wird bzw.. Soll?! ALT/NEU über die lieben Pflanzen ausgetragen werden??!!?! Merkt IHR das selber etwa nicht???! Viele der Einheimischen und Zugewanderten neo-PHYTEN (neue-Pflanzen) sind sehr freundliche NahrungsspenderInnen! Die Insekten sind angewiesen auf die Üppigen-NEKTAR-POLLEN-SpenderInnen-Neophyten!!! Dazu Im Krassen Gegensatz die t.w. Extrem Super-Einheimischen-Magerblümchen (die infolge der MenschenKultur zubetonierte etc. Landschaften) einfach nicht mehr ausreichen, um die Insekten Gesund zu Ernähren!!! Nur die NachAhmerInnen sehen, Erkennen die Höchrelevanz von NeophytenPollen-Nektar für ALLE Insekten leider NiCHT!!! Alle anderen, die Real und in der Praxis Insekten Mögen, haben diesen FAKT schon laaange erkannt! Leider sind die „Unüberlegt-Nachplapperer“ eine dumme Mehrheit von anti-neoPHYTEN!!! Und somit ist das Ammenmärchen bzw. Aberglauben (Biiiiiiiiiiitte !!! um Aufklärung für Alle-Nachholbedürftigen) immer noch in Mode!!! Die Kartoffel, Bspw. ist so eine „NeueKulturPflanze“, auf sie, ist sogar der Mensch direkt angewiesen, ohne Umwege über die Insekten …!!! Wieso sollten die Insekten auf die „Ausländischen (noch unter der Bezeichnung „Neophyten“) SuperÜppigst-Nektar-PollenspenderInnen (etc.! inkl. Blätter) verzichten? KeinE „EuropäerIn“ will auf Tomaten u.s.w. u.s.f. verzichten!!! Viele der Neophyten sind Bodenheilpflanzen im Nebenamt (d.h. Hauptamtliche Schönheiten und Gesunde Pollen-Nektar SpenderInnen) !!! FAIRness und Empathie und etc. für ALLE WESEN!!! Wir alle sind von irgendwoher zugewandert und wandern weiter, auf Muttererde!!!

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    • Christine

      FlowerPower: warum so aufgeregt? Es geht um die invasiven Neophythen, welche sich sehr schnell ausbreiten und z.T. eh schon rare Lebensräume wie Auen besetzen und damit einheimische pflanzliche Artenvielfalt verdrängen. Mir machen Pflanzen viel mehr Freude, wenn sie zusätzlich zu unserem Wohlgefallen auch noch verschiedenen Tieren das (Über-)leben ermöglicht: Pflanzen für Schmetterlingsraupen, Käferlarven, Pollen- und Nektarspender für viele Insektenarten, auch für die Spezialisten unter ihnen, die Früchte für Vögel und Kleinsäuger usw. Nicht invasive Exoten haben natürlich auch ihren Platz im Ganzen, aber ist doch gut, werden z.B. die öden Kirschlorbeerhecken endlich in Frage gestellt……

  • Poupon

    Ja, was macht man, wenn der Nachbar eine vor wenigen Jahren von einem vernünftigen Gärtner angelegte Wildgehölzhecke systematisch dezimiert und gleichzeitig das Wachstum sämtlichen Unterholzes verhindert und dafür hintendran eine riesige Lorbeerhecke pflanzt ? Wann werden endlich die Gemeinden aktiv und verbieten exotische Pflanzen und Neophyten im Garten und in den Gärtnereien ? Abgabe von Empfehlungen für die Bepflanzung mit einheimischen Arten bei der Baubewilligung nützen rein gar nichts, das beweisen die vielen sterilen Neubaugärten !!!

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  • Regina

    Wenn ich nachts nach Hause komme und sehe wo überall Lichter brennen. Da würde ich gerne den Stecker ziehen. Warum muss denn morgens um 2h jede Bushaltestelle hell erleuchtet sein obwohl kein Bus mehr fährt? Warum müssen Leuchtreklamen die ganze Nacht brennen? Heute könnte man viel mit Bewegungsmeldern und Reflektoren regeln und so das dauernde Beleuchten stark reduzieren.

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  • Christine

    Gartenunterhalt: Facility-Management in den Gärten: katastrophal – jedes Jahr wirds schlimmer mit immer mehr und potenteren Maschinen und unnützen Arbeiten, mit welchen aber Geld verdient wird- ein grosses Problem mit enormem Potential an Flächen……..leider kein wirkliches Thema in der ganzen Diskussion, wohl weil die Ideen fehlen, wie das zu ändern wäre.

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