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Wieder tote Aale im Rhein

Aktuell wiederholt sich eine jährliche Tragödie: Bei ihrer Wanderung flussabwärts werden unzählige Aale durch Kraftwerksturbinen im Rhein verletzt, verstümmelt oder getötet. Aqua Viva fordert endlich die konsequente Umsetzung der gesetzlichen Sanierungsvorgaben zur Fischgängigkeit von Wasserkraftanlagen.

«Jedes Jahr zeigen uns die Bilder der verstümmelten und toten Aale im Rhein, dass Bund, Kantone und Kraftwerksbetreiber ihrer Verantwortung in Puncto Fischgängigkeit nicht gerecht werden. Wie viele Tiere müssen noch verenden, damit sie die gesetzlichen Sanierungsvorgaben endlich konsequent umsetzen?“» fragt Salome Steiner, Geschäftsführerin von Aqua Viva in einer Medienmitteilung.

Der Aal wandert meist in den Wintermonaten aus dem Süsswasser zurück ins Meer und muss dabei auf seinem bis zu 6000 Kilometer weiten Weg mehrere Grosskraftwerke passieren. Im Gegensatz zu vielen kleineren Kraftwerken bestehen hier jedoch noch keine Lösungen für den Fischabstieg, so dass den Tieren nur der oft tödliche Weg durch die Turbinen bleibt. Von der fehlenden Fischgängigkeit sind alle Wanderfische betroffen. Für den Aal mit seinem langen, schlangenförmigen Körper besteht jedoch ein besonders hohes Risiko, beim Durchschwimmen von Kraftwerksturbinen verletzt oder getötet zu werden. Auch gilt der Aal seit diesem Jahr gemäss Bundesverordnung als «vom Aussterben bedroht».

Die Kraftwerke Schaffhausen und Rheinau sind die ersten, welche die Aale aus dem Bodensee auf ihrer Wanderung zurück ins Meer passieren. Hier entstehen in diesen Tagen wieder die grauenhaften Bilder. Zwar sind die Betreiber des Kraftwerks Schaffhausen um Lösungen bemüht. Bund und Kantone haben es bislang aber verpasst, ihnen die nötigen technischen Lösungen zur Verfügung zu stellen und auf deren rasche Umsetzung zu drängen.

Seit 2011 besteht der gesetzliche Auftrag, dass die Schweizer Kraftwerke fischgängig sein müssen. Die Frist läuft bis 2030. Laut den aktuellsten Zahlen des BAFUs zum Stand der Umsetzung wurden bis 2018 jedoch lediglich 1,7 Prozent der sanierungspflichtigen Anlangen saniert. Zum Schutz des Aals und aller weiteren Wanderfische fordert Aqua Viva eine schnellere Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben durch Bund, Kantone und Kraftwerksbetreieber sowie mehr Ressourcen für die Entwicklung tragfähiger technischer Lösungen bezüglich des Fischabstiegs bei Grosskraftwerken.

1 Kommentar

  1. Unverständlich und geradezu absurd scheint mir die Umsetzungsfrist von 19 ( neunzehn!) Jahren: Da sind die Wanderfische ausgestorben bevor die Auflagen umgesetzt sind. Warum ist dem so? Liessen sich die Massnahmen nicht auch innert 5 Jahren angehen? AquaViva dürfte am ehesten durch evidenzbasierte Argumentation eine Fristverkürzung erzielen. Hilfreich wär hier eine Statistik der geschrumpften Wanderfisch-Bestände seit 2011 auf 10 Jahre (also 2021) und Hochrechnung auf 19 Jahre, um aufzuzeigen was eine derart lange Frist anrichten würde.

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