Start News Natur Vom Speiseteller ins Rampenlicht: Das Egli ist Fisch des Jahres 2019

Vom Speiseteller ins Rampenlicht: Das Egli ist Fisch des Jahres 2019

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Der beliebteste Schweizer Speisefisch – das Egli – ist Fisch des Jahres 2019. Mit dieser Wahl will man ein positives Zeichen setzen: Ja, Fische aus unseren eigenen Gewässern sind eine vorzügliche Speise. Umso wichtiger sind für das Egli und alle Fischarten gute Lebensbedingungen in den Seen, Flüssen und Bächen.

Verkehrte Welt: Kein anderer Schweizer Fisch landet so häufig auf den Tellern in der Gastronomie oder Privathaushalten – doch nur wenige wissen, wie das Egli aussieht. Dabei hat das Egli keinen Grund sich zu verstecken, wie der der Schweizerische Fischerei-Verband SFV berichtet.

So schön und so stachelig

Das Egli ist ein sehr schöner Fisch, der sich zu wehren weiss. Wie beim Zebrastreifen zieren Querstreifen den Körper. Die beiden Rückenflossen wirken majestätisch und haben es in sich. Ein Teil dieser Flossen sind spitze Stacheln. Auf den Kiemendeckeln hat das Egli Dornen. So wehrt sich der Fisch gegen Fressfeinde, was ihm den Übernahmen «Stachelritter» eingebracht hat. Auffällige Farbtupfer sind die orangen Bauch- und Schwanzflossen.

Anpassungsfähig… wie ein Fisch!

Das Egli ist ein eigenwilliger Raubfisch. Es kann unterschiedliche Lebensräume und Beutetiere nutzen. Flexibel kommt es mit allen Gewässertypen und Klimazonen zurecht. Darum lebt das Egli in allen Seen des Mittellandes und der Voralpen. Die Jungfische bilden oft grosse Schwärme. Da sie und ihre älteren Artgenossen begehrte Beute sind, achten sie immer auf gute Deckung bei Wasserpflanzen, Schilf, versunkenen Bäumen, Stegen, oder Pfählen. Wird es kalt, kann sich das Egli in die Tiefe des Sees zurückziehen, bis auf über 100 Meter.

Kinderfreundlicher geht’s nicht

Das Egli schafft Rekorde. So ist es fast weltweit verbreitet. Mit 9300 Arten in 150 Familien ist es die artenreichste Wirbeltiergruppe. Dass es das Egli seit 23 Millionen Jahren in Europa und Asien gibt, hat auch mit einer seltenen Grosszügigkeit bei der Vermehrung zu tun: Die Weibchen legen beim Verlaichen bis zu zwei Meter lange Laichbänder an Wasserpflanzen ab. So können sie ihre bis zu 300‘000 Eier zuverlässig mit Sauerstoff versorgen – mütterlicher, kinderfreundlicher geht gar nicht.

Populär bei Fischern und Geniessern

Das Egli ist der am meisten gefangene Fisch in der Schweiz. Für viele Jungfischerinnen und Jungfischer ist das Egli das erste unvergessliche Erfolgserlebnis. Hobbyfischer fangen 100 Tonnen pro Jahr, Berufsfischer 250 Tonnen. Der Konsum ist zehn Mal höher und wird durch Importe und Aquakulturen befriedigt. Am besten bleibt aber Egli aus Wildfang. Darum ist das Egli ein attraktiver Botschafter für die Forderung nach natürlichen Lebensräumen.

2 Kommentare

  1. Wie kommen Sie auf DAS Egli? Der Fisch, der Eglifisch, der Egli. Ihr DAS irritiert mich sehr!
    Zudem finde ich es befremdlich wenn im Naturschutz Werbung für den Verzehr gemacht wird. Ist ja nicht so, dass es zuviele Eglis gibt und man nicht weiß wohin damit. In einem Restaurant am Zürichsee wird z.B. importierter Egli serviert und mit so einer Verzehrwerbung fördern Sie solch einen Quatsch auch noch und dann fallen noch mehr Konsumenten darauf rein!
    Freundliche Grüße
    Nora Egli

    • Liebe Frau Egli
      Vielen Dank für Ihren Beitrag! Tatsächlich kann man laut Duden „der“ oder „das“ Egli sagen, ich war allerdings zuerst auch verwirrt. Sie haben natürlich Recht, dass man gerade importierten Egli nicht unterstützten sollte. Das Ziel des SFV ist es wohl den Egli, den viele nur als Speisefisch kennen, etwas besser vorzustellen. So kann darauf aufmerksam gemacht werden, wie wichtig für den Egli und die anderen Fische gute Lebensbedingungen in den Gewässern sind. Allerdings ist der von uns gewählte Titel vielleicht etwas irreführend. Eine Werbung für den Verzehr sollte er auf jeden Fall nicht sein.
      Liebe Grüsse
      naturschutz.ch

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