Am Valentinstag feiern wir die Liebe und kaum ein Tier verkörpert Treue so sehr wie die Turteltaube. Doch das Symbol der Zweisamkeit ist in der Schweiz akut gefährdet. Während wir Blumen und Liebesbekundungen verschenken, kämpft die Turteltaube weiterhin ums Überleben.
Die Turteltaube lebt während der Brutzeit in stabilen Paarbeziehungen. Damit diese Paare erfolgreich Nachwuchs grossziehen können, sind sie auf geeignete Lebensräume mit ausreichend Nahrung angewiesen. Genau diese Voraussetzungen sind in den letzten Jahrzehnten jedoch zunehmend verloren gegangen.
Die Intensivierung der Landwirtschaft und der Rückgang artenreicher Kulturlandschaften haben die Art in vielen Regionen Europas an den Rand des Aussterbens gebracht. In der Schweiz ist der Bestand besonders stark eingebrochen: Heute brüten hierzulande weniger als 200 Paare. Für die einzelnen Vögel wird es dadurch immer schwieriger, geeignete Brutplätze zu finden und Junge erfolgreich aufzuziehen.
Früher boten unbefestigte Feldwege, Brachen und extensiv bewirtschaftete Äcker ein reiches Angebot an Wildpflanzen und Samen. Heute sind diese Nahrungsquellen durch hohe Nährstoffbelastung, Herbizideinsatz und intensive Bodenbearbeitung weitgehend verschwunden. Dabei sind gerade ein ausreichendes Samenangebot sowie offene Bodenstellen, auf denen die Turteltauben nach Nahrung suchen können, entscheidend für den Bruterfolg.
Vom Alarm zur Tat: Schutz zeigt Wirkung
BirdLife Schweiz ist deshalb vom Warnen zum Handeln übergegangen. Seit dem Start des europäischen Aktionsplans im Jahr 2018 werden gezielte Förderprojekte in den letzten Brutgebieten der Turteltaube umgesetzt. Ziel ist es, in unmittelbarer Nähe der Brutplätze extensiv genutzte, samenreiche Landwirtschaftsflächen zu schaffen.
Ein besonders wichtiges Gebiet in der Schweiz ist der Bois de Suchy im Kanton Waadt, eines der wichtigsten Rückzugsgebiete der Art. Dort setzt BirdLife Schweiz gezielte Fördermassnahmen um. Speziell gepflegte Brachen und nach der Ernte stehen gelassene Stoppelfelder bieten wieder geeignete Nahrungsflächen. Die ersten Erfolge sind ermutigend: In den Jahren 2024 und 2025 wurden rund zwanzig besetzte Reviere festgestellt. Ein klares Zeichen dafür, dass sich die Turteltaube erholen kann, wenn die Bedingungen stimmen. Die Turteltaube profitiert vor Ort auch von der Waldbeweidung mit Wisenten.
Auch in der Magadinoebene setzten BirdLife Schweiz und ihre Landesorganisation Ficedula gezielte Massnahmen um – in der Hoffnung, dass sich der Bestand mittelfristig wieder stabilisieren und erholen kann. Noch in diesem Frühjahr wird darum eine erneute Erhebung den Erfolg messen.
Liebe braucht Einsatz
Zum Valentinstag erinnert BirdLife Schweiz daran, dass das Verschwinden der Turteltaube kein unabwendbares Schicksal ist. Wer die Schutzprojekte für diese Art unterstützt, trägt dazu bei, ein bedrohtes Symbol der Liebe und die vielfältigen Kulturlandschaften, von denen es abhängt, zu bewahren. In einigen Ländern beobachtet die international vernetzte Organisation in den letzten Jahren regionale Erholungen bei der Art. In der Schweiz ist die Entwicklung bisher weniger positiv.
Privatpersonen können helfen, indem sie die Arbeit von Natur- und Vogelschutzorganisationen unterstützen – etwa mit einer Spende für die Turteltaube oder durch Engagement für eine biodiversitätsfreundliche Agrarpolitik. Landwirtinnen, Landwirte und Grundeigentümer spielen in Schlüsselregionen eine zentrale Rolle, indem sie geeignete Flächen zur Verfügung stellen und sich an gezielten Förderprojekten beteiligen.
Denn selbst die schönsten Liebesgeschichten brauchen gute Voraussetzungen. Geben wir der Turteltaube die Chance, auch in Zukunft noch von Liebe und Treue zu erzählen.





seit 3 Winter steht bei uns ein Vogelhäuschen auf dem Balkon und seither freuen wir uns, ein Pärchen Turteltauben füttern zu dürfen, wobei dieses Jahr vermutlich 2 Jungtiere mitgekommen sind.
Wir freuen uns immer sehr, wenn unsere gefiederten Freunde bei uns «Einkehr» halten