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Neu eingewanderte tropische Zecke überwintert in Europa

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In Deutschland wurden kürzlich sechs Exemplare der neu eingewanderten Hyalomma-Zecke gefunden. Man muss davon ausgehen, dass die tropische Zeckenart erstmals in Deutschland überwintert hat und nicht wie sonst mit Zugvögeln eingeschleppt wurde. Auch in der Schweiz wurde die Zecke schon nachgewiesen.

Im Jahr 2018 wiesen die Zeckenforscher erstmals Tiere der Gattung Hyalomma in grösserer Menge in Deutschland nach. Daraufhin hatten Experten die Bevölkerung gebeten, mögliche Funde von Hyalomma-Zecken einzusenden. Jetzt wurden sie fündig, berichtet die Universität Hohenheim. Während die Exemplare letztes Jahr höchstwahrscheinlich noch mit Zugvögeln eingeschleppt wurden, dürfte das diesmal nicht der Fall sein. «Die Jugendstadien der Zecken, die Larven und Nymphen, sind oft an Zugvögeln zu finden», erläutert Prof. Dr. Mackenstedt. «Sie lassen sich dann einfach abfallen.» Doch die jetzt gefundenen Tiere seien relativ früh im Jahr aufgetaucht. «Wenn man den Entwicklungszyklus zurückrechnet, hätten sie also zu einem Zeitpunkt eingeschleppt werden müssen, als die Zugvögel noch gar nicht da waren.»

Ist die Hyalomma-Zecke bald heimisch?

Auch in der Schweiz wird die Gattung Hyalomma seit 1975 immer wieder einmal beobachtet. Vermutlich wird die Zecke durch Zugvögel in die Schweiz eingeschleppt. Die Larven und Nymphen der Zecke könne nämlich bis zu einem Monat auf ihrem Wirt festharren und so grosse Strecken überwinden.

Ist der Fund von überwinternden Zecken in Deutschland nun ein Zeichen, dass die Zeckenart auch in unseren Breiten bald heimisch ist? Grundsätzlich nicht, denn eigentlich ist der Winter in der Schweiz für die Zecken zu kalt, um zu überleben. An geschützten Orten, beispielsweise in Ställen, könnte es allerdings sein, dass vereinzelte Exemplare die kalte Jahreszeit überstehen. Dafür sprechen auch die Fundorte der sechs gefundenen Zecken in Deutschland. Fünf Zecken wurden in einem Pferdehof in Nordrhein-Westfalen gefunden und eine auf einem Pferd in Niedersachsen.
Zumdem reich das Überwintern der Tiere noch nicht aus, dass sie heimisch werden. «Damit sich eine Population entwickeln kann, müssten sich Männchen und Weibchen finden», erklärt Prof. Dr. Mackenstedt. «Das ist bei geringer Populationsgrösse schwierig. Zudem müssten sich Larven und Nymphen entwickeln, die Vögel oder auch Hasen als Wirt benötigen. Ob und wie das hier funktioniert, wissen wir noch nicht. Das müssen wir weiter beobachten.»

Allerdings lege der Fund von fünf Hyalomma-Zecken in einem einzelnen Pferdehof nahe, dass dort mehrere Individuen gleichzeitig vorhanden waren. Somit bestehe die Möglichkeit einer Paarung und des Entstehens einer eigenständigen Population.

Steckbrief der Hyalomma-Zecke

Die Hyalomma-Zecke ist leicht an ihren gestreiften Beinen zu erkennten. Zudem ist sie zwei- bis dreimal so gross wie die in Mitteleuropa weit verbreitete Zecke Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus). Ein weiterer Unterschied zum Gemeinen Holzbock ist, dass sich die Hyalomma-Zecke aktiv auf ihren Wirt zubewegen kann. Dabei kann sie eine Strecke von bis zu 100 Metern zurücklegen.

Ursprünglich ist die Gattung Hyalomma in den Trocken- und Halbtrockengebieten Afrikas, Asiens und Südeuropas beheimatet. In Mittel- und Nordeuropa kamen sie bisher nicht vor. Dies vor allem, weil die Zecke bisher nicht in der Lage war, die kalten Winter zu überleben. Im eurasischen Raum zählt die Hyalomma-Zecke unter anderem als Überträger des Krim-Kongo-Virus, der auch für Menschen gefährlich werden kann.

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