BirdLife hat am Wochenende im ganzen Land die einzigartige Citizen Science Aktion EuroBirdwatch durchgeführt. Organisiert durch das Netzwerk von BirdLife International fand die Zählung zudem in weiteren 34 Ländern, von Belgien bis Usbekistan und Schweden bis Malta statt. BirdLife Schweiz hat mit seinem Netzwerk über 3000 Interessierte in allen Regionen des Landes begrüsst, gemeinsam Vögel gezählt und dabei unzählige Fragen zum Phänomen des Vogelzugs beantworten können.
Seit über 30 Jahren veranstaltet BirdLife den EuroBirdwatch und weckt mit der Aktion das Interesse an der Vogelwelt. Im ganzen Land finden Interessierte Beobachtungsstände, wo die Mitglieder lokaler BirdLife-Sektionen Einblick in die Vogelwelt vermitteln. So können viele Fragen beantwortet und Neugierde an der Natur geweckt werden. Davon profitierten an diesem Wochenende wieder rund 3’000 Menschen an 53 Ständen in allen Regionen des Landes, berichtet BirdLife Schweiz in einer Medienmitteilung. Gemeinsam zählten sie über 93’000 Vögel: die drei häufigsten Arten waren heuer der Buchfink mit über 30’000 Individuen, über 13’000 Stare und rund 11’000 Mehlschwalben. Zusammen mit den Partnern in Europa und Zentralasien wurden an diesem Wochenende von über 24’000 Teilnehmenden rund 3.5 Mio. Vögel auf dem Zug gemeldet.
Insekten auf dem Weg in den Süden
Eine Besonderheit des diesjährigen Zuges in den Süden überraschte viele Besucherinnen und Besucher. Oder hätten Sie gewusst, dass auch Schmetterlinge und andere Insektenarten weite Strecken südwärts fliegen, um zu überwintern? Vor allem von den Passhöhen wurden auffällig häufig Admirale, einer der einheimischen Wanderschmetterlinge, gemeldet. Diese nutzten das kurze Zeitfenster am Sonntag, in dem nach dichtem Nebel die Sonne die Luft erwärmte und der Nordwind sie zusätzlich gegen Süden trug. Solche Sichtungen sind besonders erfreulich, da die Insekten generell von einem starken Rückgang betroffen sind. Eine Bedrohung, die sich wiederum direkt auf viele Zugvögel auswirkt, die sich häufig von Insekten ernähren.



Rast- und Futterplätze sind die Grundlage für den Vogelzug
Um für ihre beschwerliche Reise gerüstet zu sein, benötigen die Tiere Rast- und Futterplätze. Hierin besteht für sie die grösste Herausforderung. Die Entwässerung von Auen und Sumpfgebieten, die immer intensivere Landwirtschaft und die Zersiedelung zerstören wertvolle Ökosysteme, auf die Zugvögel und viele weitere Artengruppen wie die Insekten angewiesen sind. Es fehlen nicht nur die Rastplätze, um Energiereserven auffüllen zu können. Letztlich ist auch die Rückkehr in die Brutgebiete gefährdet, wenn es an Insekten für die Aufzucht des Nachwuchses fehlt. Der Verlust der Arten schreitet ungehindert fort.
Aus diesem Grund setzt sich BirdLife Schweiz zusammen mit seinen 430 Sektionen für die Wiederherstellung der natürlichen Lebensgrundlagen auf allen Ebenen ein. Gemeinsam mit den internationalen Partnern engagiert sich die Naturschutzorganisation dafür, dass die Vogelwelt gesund ihr Winterquartier erreicht und im kommenden Frühjahr hierher zurückkehren kann.