Welcher ist der häufigste Brutvogel der Schweiz? Bei dieser Frage denken die meisten wohl an bekannte Arten wie Haussperling, Amsel oder Strassentaube. Dabei ist die richtige Antwort eine Überraschung: Es ist die Mönchsgrasmücke.
Rund eine Million Paare umfasst der Brutbestand der Mönchsgrasmücke in der Schweiz. Damit löst sie den Buchfinken als unseren häufigsten Brutvogel ab. Haussperling und Amsel sind immerhin in den Top Ten, die Strassentaube dagegen schafft es nicht einmal in die Top 50 gemessen am Brutbestand.
Die Mönchsgrasmücke bewohnt Laubwälder, häufig kommt sie auch in begrünten Quartieren und Parks vor. Dort ist ihr fröhlich schwätzender und flötender Gesang sehr oft zu hören, den Sänger selbst sieht man aber nur selten. Die Mönchsgrasmücke bleibt nämlich meist im Strauch oder Baum verborgen. Daher kommt auch ihr deutscher Name: Dieser ist wahrscheinlich vom althochdeutschen «gra smukka» abgeleitet und bedeutet in etwa «grauer Schlüpfer», weil sie ständig durch das Gebüsch schlüpft. Mit Gras oder Mücken hat das also nichts zu tun.
Die Mönchsgrasmücke hat in den vergangenen Jahren von der Ausbreitung der Wälder in höhere Lagen profitiert. Zudem überwintert sie vermehrt in Mitteleuropa und spart sich den Zug in den Süden. Dies dürfte zur Bestandszunahme beigetragen haben. Auch in vielen anderen Ländern Europas wird die Mönchsgrasmücke häufiger. Wir dürfen uns also wohl noch länger am fröhlichen Gesang aus dem Gebüsch erfreuen.
Der Bericht Vogelmonitoring 2025 liefert einen umfassenden Überblick über Zahlen, besondere Ereignisse und Entwicklungen aus den Monitoringprojekten der Vogelwarte. Damit dokumentiert sie die jahresaktuellen Entwicklungen in der Vogelwelt.






