StartNewsNaturFischotter auf dem Vormarsch: Zwei weitere Kantone neu besiedelt

Fischotter auf dem Vormarsch: Zwei weitere Kantone neu besiedelt

Die dynamische Rückkehr des Fischotters in die Schweizer Gewässer schreitet weiter voran. Innerhalb weniger Wochen gelangen in zwei weiteren Kantonen bedeutende Nachweise: In Solothurn wurde erstmals seit 1935 wieder ein Fischotter gesichtet, und in St. Gallen hat die Art erstmals die Linth erreicht.

Historischer Nachweis im Kanton Solothurn

Am Sonntag, dem 11. Januar 2026, wurde auf dem Gemeindegebiet von Selzach am Ufer der Aare eine eindeutige Fischotterspur im Schnee entdeckt. Dieser Nachweis ist eine kleine Sensation, denn der letzte Beleg für einen Fischotter im Kanton Solothurn stammt aus dem Jahr 1935. Der Fund gelang im Rahmen des Monitoring-Projekts «Otterspotter» von Pro Lutra und den WWF Sektionen Bern und Solothurn. Es überwacht die zu erwartende Ausbreitung und Neuansiedlung von Fischottern aus ihrem Stammgebiet an der Aare zwischen Thun und Bern. Da sich die Population dort seit 2015 erfolgreich vermehrt, wandern Jungtiere ab und suchen neue Reviere. Fischotter können auf der Suche nach einem eigenen Territorium über 140 Kilometer zurücklegen. Die klaren Trittsiegel im Schnee werden als «Glücksfall» gewertet, da solche Bedingungen im Mittelland selten geworden sind.

Ausbreitung im Kanton St. Gallen erreicht die Linth

Im Kanton St. Gallen wird der Fischotter seit 2021 wieder nachgewiesen, zunächst im Rheintal. Nun wurde ein bedeutender Ausbreitungsschritt dokumentiert: Die Art hat die Linth erreicht. Bereits im Dezember 2025 fand ein speziell ausgebildeter Artenspürhund Fischotterlosungen am Ufer der Linth bei Benken. Zudem konnte in den letzten Monaten der erste Nachwuchs im Kanton St. Gallen bestätigt werden. Experten gehen davon aus, dass die besten Territorien im Rheintal mittlerweile besetzt sind und abwandernde Tiere nun weiterziehen. Daher ist zu erwarten, dass bald auch die Kantone Glarus, Schwyz und Zürich besiedelt werden könnten.

Die andere Seite der Rückkehr

Die Wiederansiedlung des Fischotters ist nicht ohne komplexe ökologische Folgen. Dies zeigt sich exemplarisch an der Linth, wo eines der letzten und stark dezimierten national bedeutenden Laichgebiete der Äsche liegt. Um diese hochbedrohte Fischart zu schützen, laufen seit Jahren Massnahmen wie die Aufwertung des Lebensraums, starke Einschränkungen der Fischerei und ein gezieltes Kormoran-Management.

Wie sich der Fischotter als neuer natürlicher Räuber auf die bereits gefährdeten Äschenbestände auswirken wird, ist derzeit nicht abschätzbar. Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass negative Effekte durch Räuber wie Fischotter und Kormoran grundsätzlich gemindert werden können, wenn die Gewässer in einem naturnahen, strukturreichen Zustand sind und den Fischen ausreichend Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten bieten.

Quellen und weitere Informationen

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