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Erster Nachwuchs bei den Luchsen im Pfälzerwald

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Der erbrachte Effort für die Wiederbesiedlung des Luchses im Pfälzerwald trägt Früchte: Zum ersten Mal seit dessen Ausrottung haben zwei Jungtiere das Licht der Welt erblickt.

Schweiz leistete Pionierarbeit

Seit der letzten Beobachtung 1909 auf dem Simplonpass galt der Luchs in der Schweiz als ausgestorben. Er war der übermassigen Jagd zum Opfer gefallen. Seither hat sich zum Glück einiges getan: 1971 begann man in der Schweiz mit den ersten Auswilderungen von Luchsen. Dank der Wiederansiedlungsmassnahmen haben sich rund 40 Jahre später bereits drei Populationen etabliert.

Pfälzerwald: Erste Auswilderung im Jahr 2016

Im Pfälzerwald liegt die Ausrottung des Luchses noch weiter zurück: Bereits Ende des 18. Jahrhunderts wurde er durch den Menschen verdrängt. Nun hat man sich entschieden, einen ähnlich Weg wie die Schweiz zu bestreiten und so setzte die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz letztes Jahr drei Luchse in dieser Region aus. Nun konnte mit Freuden festgestellt werden, dass die Bemühungen bereits ein Jahr später mit zwei Jungtieren belohnt wurden.

«Mit der Geburt der ersten Luchsjungen im Pfälzerwald wurde ein weiterer, sehr wichtiger Meilenstein des Projektes erreicht. Nach der erfolgreichen Freilassung und Etablierung mehrerer Luchse im Pfälzerwald, unterstreicht dieses freudige Ereignis die Eignung des Biosphärenreservates als Lebensraum für diese streng geschützte Art», freut sich Umweltministerin Ulrike Höfken.

Den Eltern mit GPS auf der Spur

Der Nachwuchs hatte sich im Vorfeld bereits angebahnt. So konnte man aufgrund der GPS-Sendehalsbänder – die den ausgewilderten Tieren umgehängt wurden – beobachten, wie sich Luchs und Luchsin im Februar dieses Jahres vermehrt nähergekommen sind. Und nach einem verdächtig langen, mehrtägigem Rendezvous stieg die Hoffnung auf den ersten Nachwuchs weiter an. Vor rund vier Wochen wurden diese Hoffnungen mit der Geburt zweier Jungtiere erfüllt.

Die Wiederbesiedlung im Pfälzerwald ist gelungen: Es gab Nachwuchs.
Die beiden Jungluchse wurden untersucht und gewogen. © Alexander Sommer, via SNU RLP

Mittlerweile wurden die Jungtiere veterinärmedizinisch untersucht und mit einem Chip versehen. Eine Blutprobe soll zudem helfen, das Geschlecht der Jungluchse zu bestimmen – denn eine Bestimmung auf rein optischen Merkmalen ist bei Luchsen sehr schwierig.

Nur 50 Prozent überleben erstes Jahr

Die jungen Luchse sind momentan zwar wohlauf, die gefährlichste Zeit steht ihnen aber noch bevor. Im Durchschnitt erreicht nur jedes zweite Jungtier das zweite Lebensjahr. Ist dieser Meilenstein geschafft, stellt der Schritt in die Selbstständigkeit einen weiteren schwierigen Lebensabschnitt dar, den wiederum rund die Hälfte nicht übersteht. Und so betonen die Zuständigen, dass «die beiden Kleinen einige grosse Herausforderungen vor sich haben» und «es gilt, ihnen die Daumen zu drücken.»

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