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Ein Auenwald lebt wieder auf

Die Wiederbelebung eines Auenwalds in Hägendorf (SO) zeigt, wie Wasser im Wald die lokale Biodiversität fördert und den Wald klimaresistenter macht. Das innovative Projekt des Zweckverbands Forstrevier Untergäu erhält dafür heute den mit 50’000 Franken dotierten Elisabeth und Oscar Beugger-Preis 2026 zum Thema «Feuchte Wälder».

Naturnahe Wasserflächen und Bachläufe sind in Schweizer Wäldern eine Seltenheit. In den letzten zweihundert Jahren haben wir Menschen rund 95 Prozent der feuchten Waldflächen gerodet oder entwässert. So auch in der Landschaftskammer Schlatt, am Jurasüdhang zwischen Hägendorf und Rickenbach im Kanton Solothurn. Als im ehemaligen Auenwald vor drei Jahren eine bedeutende Population der bedrohten Feuersalamander gefunden wurde, wendete sich jedoch das Blatt. Die Entdeckung gab dem Zweckverband Forstrevier Untergäu den Anstoss zur Wiederbelebung des wertvollen Feuchtwaldes. Für sein innovatives Projekt zum Erhalt des Auenwalds erhält der Verband den diesjährigen Elisabeth- und Oscar Beugger-Preis zum Thema «Feuchte Wälder».

Ein Zuhause für seltene Arten

Heute plätschert wieder ein Bächlein durch den Auenwald Schlatt und macht seinem Namen damit alle Ehre. An seinen Ufern finden diverse seltene Arten wie Feuersalamander und Glögglifrosch ein Zuhause. «Das Projekt ‘Revitalisierung Auenwald Schlatt’ schafft einen vielfältigen Lebensraum, in dem feuchte und trockene Waldbereiche miteinander verbunden werden und wichtige Wanderkorridore entstehen», erklärt Jörg Felix, Stiftungsratspräsident der Emanuel- und Oscar Beugger-Stiftung an der Preisverleihung in Rickenbach. Seit dem Projektstart 2023 haben Massnahmen wie die Reaktivierung des Bachlaufs, die gezielte Wiederherstellung ehemals feuchter Waldflächen, die Entfernung standortfremder Fichten sowie der Rückbau einer Forststrasse und einer Brücke den ökologischen Zustand des Walds bereits deutlich verbessert. 

Ein Wald wird fit für die Zukunft

«Die Revitalisierung zeigt beispielhaft, was möglich wird, wenn Fachwissen, Beharrlichkeit und Begeisterung für die Natur zusammenkommen», freut sich Manuel Walde, Biodiversitätsverantwortlicher des Kantons Solothurn in seiner Rede. Bis 2030 soll der wiederbelebte Auenwald schrittweise vergrössert und zusätzlich aufgewertet werden. Damit wird der Lebensraum für gefährdete Amphibienarten erweitert und der Wasserrückhalt des Waldes gestärkt. In Zeiten zunehmender Klimaerhitzung macht das den Wald widerstandsfähiger gegen Trockenheit und dient gleichzeitig dem Hochwasserschutz. Pro Natura und die Emanuel- und Oscar Beugger-Stiftung hoffen auf viele Nachahmer des Vorbildprojekts in Hägendorf, um die Schweizer Wälder und ihre faszinierende Artenvielfalt für die Zukunft zu erhalten. Das Potenzial ist riesig.

Beugger-Stiftung und der Elisabeth und Oscar Beugger Preis
Die Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung mit Sitz in Basel wurde im Jahr 2004 von Elisabeth Beugger gegründet. Der Name der Stiftung erinnert an Oscar Beugger, ihren im Februar 2004 verstorbenen Ehemann, und an dessen Vater, Emanuel Beugger. Die ausschliesslich gemeinnützige Stiftung bezweckt die Förderung von Projekten und Institutionen auf dem Gebiet des Natur- und Tierschutzes in der Schweiz.
Der mit 50‘000 Franken dotierte Elisabeth und Oscar Beugger-Preis ist einer der bedeutendsten Naturschutzpreise der Schweiz. Pro Natura verleiht ihn seit 2008 alle zwei Jahre im Auftrag der Emanuel und Oscar Beugger-Stiftung an beispielhafte Naturschutzprojekte aus den Sparten «Artenschutz und Artenförderung», «Schutzgebiete» sowie «Landschaftsschutz».

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