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Dünger und Pestizide verunreinigen das Grundwasser

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Ein aktueller Bericht des Bundesamts für Umwelt zeigt, dass die Grundwasserqualität in der Schweiz durch Nitrat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln beeinträchtigt ist. Vor allem in Gebieten mit intensiver Landwirtschaft werden die Grenzwerte vielerorts überschritten.

Grundwasser ist ein wichtiger einheimischer Rohstoff. 80 Prozent des Trinkwassers werden in der Schweiz aus Grundwasser gewonnen – deshalb ist eine hohe Qualität erforderlich. Der Zustand und die Entwicklung des Grundwassers in der Schweiz werden im Rahmen der Nationalen Grundwasserbeobachtung NAQUA landesweit erhoben. Die Grundwasserqualität wird vor allem durch Nitrat und Rückstände von Pflanzenschutzmitteln beeinträchtigt. Hauptquelle für die grossflächige Belastung des Grundwassers mit diesen Stoffen ist die intensive Landwirtschaft, so zeigt der Bericht „Zustand und Entwicklung Grundwasser Schweiz„. Entlang der Fliessgewässer treten auch Mikroverunreinigungen im Grundwasser auf, die aus Industrie, Gewerbe und Haushalten stammen. Da sich das Grundwasser nur langsam erneuert, sind vorausschauende Massnahmen zum Schutz und Erhalt der Grundwasserressourcen wichtig. Noch heute finden sich beispielsweise im Grundwasser Rückstände von Atrazin, einem Herbizid, welches in der Schweiz schon seit über 10 Jahren verboten ist.

Nitrat und Pflanzenschutzmittel im Grundwasser

Die grösste Belastung des Grundwassers verursacht das Nitrat. Die Nitrat-Konzentrationen sind ein wichtiger Indikator für die Auswirkungen der Landwirtschaft auf das Grundwasser. Hauptquellen für die hohen Nitratwerte sind Hof- oder Mineraldünger. Natürlicherweise wäre die Nitratkonzentration im Grundwasser im Bereich weniger Milligramm pro Liter (mg/l). An rund 15 Prozent aller Messstellen wurden jedoch Konzentrationen, die den Grenzwert von 25mg/l überschreiten, gemessen. In Gebieten mit viel Ackerbau wurde dieser Wert sogar an 40 Prozent der Messstellen überschritten.
Auch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln sind weit verbreitet. An mehr als der Hälfte aller Messstellen treten Rückstände von Pflanzenschutzmitteln im Grundwasser auf. Grossflächig werden Pflanzenschutzmittel vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt.

Die Belastung des Grundwassers mit Nitrat und der Überschreitung des Grenzwertes an 15% der Messstellen widerspiegelt das Ausmass der Stickstoffvergiftung der gesamten Landschaft, die im Mittelland besonders ausgeprägt ist, schreibt BirdLife Schweiz in einer Stellungnahme. Stark überhöhte Tierbestände, Futtermittelimporte von über 1 Million Tonnen pro Jahr zur Fütterung der vielen Tiere und zusätzlicher Mineraldüngereinsatz führen dazu, dass viele Lebensräume überdüngt sind, so etwa 95% der Wälder. „Diese Übernutzung belastet nicht nur das Grundwasser, sondern ist auch mitverantwortlich für die Biodiversitätskrise der Schweiz, die im Kulturland besonders stark ausgeprägt ist“, sagt Pascal König, Landwirtschafts-Experte bei BirdLife Schweiz.

Schutz vor Verunreinigungen ausbauen – vor allem Landwirtschaft gefordert

Der Bericht des BAFUs kommt zum Schluss, dass das Grundwasser konsequenter geschützt werden muss. Konkret müssen Stoffeinträge aus der Landwirtschaft aber auch der Siedlungsentwässerung und Altlasten zwingend sinken, zumal sich die Effekte der Massnahmen erst mit grosser Zeitverzögerung zeigen. Als Hauptverursacher der Nitrat- und Pflanzenschutzmittel-Belastung ist dabei vor allem die Landwirtschaft gefordert, mit geeigneten Massnahmen das Grundwasser zu entlasten.

Auch die Umweltverbände fordern wirksame Massnahmen in der Landwirtschaft. WWF Schweiz setzt sich dafür ein, dass gefährliche Pestiziden mit giftigen Wirkstoffen wie Chlorothalonil so schnell wie möglich die Zulassung entzogen wird. Auch in der Politik müssen Schritte in die richtige Richtung gemacht werden. „Die entsprechenden Rahmenbedingungen sind endlich mit einer konsequenten ökologischen Ausrichtung der Agrarpolitik zu setzen“, sagt Pascal König von BirdLife Schweiz. Die Mehrheit im Nationalrat habe im Juni mit der Ablehnung der Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide und der Trinkwasserinitiative ohne Gegenvorschlag jedoch keinen Willen gezeigt, die Probleme ernsthaft anzugehen. Wie sich die Situation entwickeln wird, wird sich mit dem Entscheid des Ständerats noch zeigen.

2 Kommentare

  1. Ich wohne auch am Land und dort wird nach JEDEM Schnitt des Heus, gedüngt…… ist eine Katastrophe!!!
    Heisst , dass es ständig stinkt und von der Überdüngung ganz zu schweigen

  2. Willkommen im Gülleland! Wir sind Besitzer von einem kleinen Bauernhaus und bewirtschaften rein biologisch. Wir düngen nicht, sondern geben der Erde zurück was auf ihr gewachsen ist. Unser Nachbar hingegen ist ein Hardcore Bauer mit einer Saumast und Rindermast. Ist legitim und wird vom Bund mit Direktzahlungen gefördert. Nach dem Motto die Kleinen müssen weichen, die Grossen sollen wachsen. So eine Saumast gibt viel Gülle oder besser gesagt gequillte Scheisse die ja irgendwo ausgebracht werden muss. Unser Nachbar bringt nun also seine Gülle aus. Und wo macht er das? Über unsere private Trinkwasserquelle. Unser Trinkwasser ist mit Bakterien verseucht, dass wir es nicht mehr trinken können. Die Werte waren so schlimm, das uns das Labor angerufen hat und davor gewarnt hat, dieses Wasser weiterhin zu trinken. Es hat so viele Fäkalien drinn, dass wir es nicht einmal mehr unseren Hunden zum Trinken geben dürfen. Wir haben wochenlang diese Güllewasser getrunken und haben seit Wochen gesundheitliche Probleme. Und was sagt der Saumast Bauer? Geht mich nichts an, irgendwo muss ich ja die Gülle austun. Irgend etwas läuft hier in der Schweiz definitiv falsch. Falsch gesteuerte Direktzahlungen die zur skrupelloser Gier anregen und eine Politik die alles verharmlost bis es dann zu spät ist und das grosse Jammern ausbricht. So lange die Konsumenten denken, dass sie ja IP Suisse Produkte, die mit dem herzigen Käferli kaufen und damit ja etwas Gutes tun, wird sich nicht viel ändern. Apropos IP, man könnte auch sagen intelligent pschisse und ja nur so viel wie nötig, oder? Wacht doch endlich auf liebe Konsumenten, ihr macht es doch für Euch und Eure Gesundheit und habt am Schluss immer noch genug im Portemonnaie. Wir indessen trinken nun gekauftes Wasser aus der Flasche, Geld zum Anschliessen an eine Wasserleitung haben wir nicht, wir sind eben nur kleine Bio Gemüsebauern…

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