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Der Lachs kann wieder zurück in den Rhein

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Die Niederlande stimmen einer teilweisen Öffnung der Haringvlietschleuse zu und ermöglichen dem Lachs so, rheinaufwärts in sein Heimatgewässer zu gelangen und sich dort zu vermehren. Nun sind Deutschland und Frankreich am Zug, die für die Wanderfische dringend benötigte Fischpässe zu realisieren.

Seit Jahrzenten kämpfen Umweltverbände und die Internationale Kommission zum Schutze des Rheins (IKSR) für eine teilweise Öffnung der Haringvlietschleuse. Diesen Winter hat es dann endlich geklappt. Holland stimmt einer Öffnung des Sturmflutwehrs zu, bei welchem die Flüsse Maas und Rhein zusammenfliessen und in die Nordsee münden. Bisher war es für die Lachse sehr schwierig durch die Schleuse und somit ins Rheindelta zu gelangen. Mit der teilweisen Öffnung können die Lachse ihre Heimatgewässer nun aber wieder erreichen und sich dort vermehren, berichtet die IKSR.

Hohe Kosten zu Gunsten der Wanderfische

Der Haringvlietdamm, südlich von Rotterdam gelegen, war 1971 zum Schutz gegen Sturmfluten errichtet worden. Er sorgt dafür, dass der Wasserstand im Haringvliet und den dazugehörenden Flüssen konstant bleibt und schützt dadurch das Hinterland gegen Hochwasser aus dem Meer. Bei Ebbe werden 70 Prozent des Flusswassers aus dem Rhein und der Maas durch die Schleuse abgeführt. Aus diesem Grund nennt man die Haringvlietschleuse auch den Wasserhahn Europas. Erstmals seit 50 Jahren stehen nun – je nach Wasserführung – ein oder mehrere Tore auch bei Flut offen. Dies ermöglichen den Austausch von Süss- und Seewasser im Haringvliet und die Wanderung von Tieren, wie beispielsweise dem Lachs, zurück in den Rhein. Für die Öffnung der Haringvlietschleusen für Wanderfische und für die notwendigen Begleitmassnahmen haben die Niederlanden 55 Millionen Euro bereit gestellt.

Die Öffnung des Damms ist ein wichtiger Meilenstein für die beiden Flüsse und für die internationale Rheinschutzkommission und die internationale Maaskommisison. In beiden Kommissionen laufen umfassende Aktivitäten, Fischlebensräume wieder aufzuwerten und besser miteinander zu vernetzen. Ökologisch intakte Gewässer sind auch widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel und seinen Auswirkungen.

Nun sind Frankreich und Deutschland dran

Wenn es nach der European Rivers Network geht, sollen nun auch Deutschland und Frankreich nachziehen. Zwar wurde an der Rheinministerkonferenz 2013 das Ziel nochmals bekräftigt, dass bis 2020 der Atlantische Lachs nach Basel zurückkehrt. «Zu diesem Zweck sollen die bestehenden Hindernisse beseitigt und die ökologische Situation des Rheins verbessert werden», wie es in der damaligen Pressemitteilung der IKSR heisst.

Doch am südlichen Oberrhein kommt Frankreich nicht recht voran mit dem Bau von Fischpässen an den Wasserkraftwerken des staatlichen Stromkonzerns Electricité de France (EDF). Zwar ist die von der EDF vorgesehene aber international für untauglich bewertete mobile Fischpasslösung, der Transport von Lachsen mit dem Schiffstaxi bis Basel, vom Tisch. Aber bisher gibt es noch keinen alternativen und wirksamen Plan seitens Frankreich und der EDF, wie der Lachs und andere Wanderfische wieder selbstständig in ihre Laichgewässer am südlichen Oberrhein und der Schweiz schwimmen können.

Ähnliches gilt auch für Deutschland. «So versagt das zuständige Bundesverkehrsministerium bisher völlig beim Bau von Fischpässen an Mosel, Main und weiteren grossen Rheinnebenflüssen» ergänzt Nik Geiler vom AK Wasser im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

Endstation Oberrhein

Der Blockadekurs der EDF und des Bundesverkehrsministeriums lässt erwarten, dass auch 2027 Lachs und Co. ergebnislos nach einem Aufstieg suchen werden. Die angestammten Laich- und Jungfischhabitate, die früher unter anderem im Hunsrück, in der Eifel, im Taunus, in den Vogesen und im Schwarzwald und sogar in den Alpen lagen, bleiben für den Lachs somit unerreichbar. Für aufstiegswillige Wanderfische werden der Oberrhein und die grossen Rheinnebenflüsse zur Sackgasse.

Die Umweltverbände im Rheineinzugsgebiet haben deshalb eine Beschwerde eingereicht, mit der die EU-Kommission veranlasst werden soll, ein Vertragsverletzungsverfahren gegenüber der Französischen Republik wegen Missachtung der WRRL einzuleiten.

1 Kommentar

  1. Es wäre, nein es IST, dringend notwendig, dass die Fische an ihre Laichplätze aufsteigen können, und zwar selbständig!
    Ebenso wichtig, wie der Aufstieg, ist jedoch auch der Abstieg! Wenn die Kraftwerke sich endlich dazu überwinden, eine Treppe zu erstellen, dann müssen sie zugleich dafür sorgen, dass die Fische bei der Rückkehr ins Meer AN DEN TURBINEN VORBEIGESCHLEUST werden. (Die Fische nutzen für den Abstieg den Hauptstrom, der direkt in die Turbinen führt! Was da passiert, kann sich jeder vorstellen!)
    Mögen die zuständigen Behörden und die Verantwortlichen der Kraftwerke die Verantwortung für unsere Mitlebewesen erkennen und übernehmen und ihnen dann ganz schnell eine Treppen und eine Ableitung, an den Turbinen vorbei, bauen.
    Wir Menschen nehmen Tieren und Fischen ihre Lebensräume. Nur wir können ihnen helfen, Wege unverletzt zu wandern und den verbleibenden Raum zu besiedeln. Also, LASST UNS IHNEN HELFEN!!!

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