StartNewsNaturDas Wald-Weidenröschen ist Wildstaude des Jahres 2026

Das Wald-Weidenröschen ist Wildstaude des Jahres 2026

Bei Insekten ist es äusserst beliebt, darum herrscht an seinen purpurfarbenen Kerzen meist ein emsiges Treiben. Wildbienen und Hummeln schätzen seinen Nektar, Raupen verschiedenster Schmetterlingsarten ernähren sich von seinen Blättern. Bioterra, die Organisation für den Bio- und Naturgarten in der Schweiz hat darum das Wald-Weidenröschen zur Wildstaude des Jahres 2026 erkoren. Damit setzt sie ein Zeichen für die Förderung der Artenvielfalt.

Das Leben der «Widerösli» beginnt und endet seidig. Die kleinen, glatten Samen sind mit langen, zarten Flughaaren versehen, welche es ihnen erlauben, rasch grosse Distanzen zu überwinden. Schirmchenflieger nennen sie Botaniker. Einmal gekeimt, offenbaren sie im Frühling ihren Namen: Dann erscheinen die lanzettlichen Blätter, die an schmalblättrige Weidenarten erinnern. Im Tiefland öffnen sich die ersten grossen Blüten des Wald-Weidenröschens bereits im Juni. Die leuchtend purpurroten Blütentrauben läuten definitiv den Sommer ein. Zur Badehosenzeit blühen sie dann meist üppig und ausdauernd. Anfang September sorgen dann, nach der Blüte, die schmalen Blätter für ein zweites Farbspektakel: Sie flammen oft kräftig rot auf, während die seidigen Samen bereits wieder im Wind tanzen.

Verbreitung und Lebensraum

In der Schweiz ist das Wald-Weidenröschen in allen Regionen und vom Tiefland bis ins Gebirge weitverbreitet. Oft findet man die Art herdenweise. Besonders häufig ist sie auf Waldschlägen, Brandflächen oder Erosionsstellen anzutreffen. Es scheint, als ob sie die Geselligkeit mag, findet man sie doch selten alleine stehend. Mit seinen Flugsamen ist das Weidenröschen rasch zur Stelle, wenn es gilt, eine neue Fläche in Besitz zu nehmen. An den Standort stellt die Pflanze des Jahres wenig Ansprüche, und sie lässt sich auch schlecht einem Lebensraum zuordnen Sie wächst an Ufern, Waldrändern, in Hochstaudenfluren, auf auf Felsschutt, Ruderalflächen und sogar dort, wo andere längst umgeknickt sind: in Lägerstellen. Dies hilft auch für die Pflege der Art im Garten: Solange genügend Nährstoffe, Feuchtigkeit und Platz zur Verfügung stehen, ist die Pflanze genügsam und gedeiht vom Schatten bis in die Vollsonne.

Damit steht das Wald-Weidenröschen sinnbildlich für das Bioterra-Jahresthema 2026 «Zero-Waste- Gärtnern»: Es zeigt exemplarisch, wie Kreisläufe in der Natur funktionieren. Ist es der Pflanze wohl, beginnt sie zu keimen, vermehrt sich, sehr zum Wohlgefallen der Insektenwelt. Wer das Wald- Weidenröschen im Garten zulässt, praktiziert mit ihm Zero-Waste im besten Sinne. Die Staude liefert alles, was sie braucht, selbst: sie sät sich aus, erhält sich über Rhizome, nährt Bestäuber und baut gleichzeitig Boden auf. Nichts muss dazu gekauft oder entsorgt werden – ein kleiner Kreislauf, der im Garten gross wirkt.

Wildstaude des Jahres 2026 kurz und bündig

Das Wald-Weidenröschen Epilobium angustifolium ist eine unkomplizierte Staude mit purpurfarbenen Blütenständen. Bei guten Verhältnissen wird sie maximal 150 cm hoch. Neben ihrer Anspruchslosigkeit überzeugt sie mit einer langen Blütezeit und ihrer Beliebtheit bei Bienen und anderen Insekten – helle Standorte und nährstoffreiche Böden behagen ihr am besten. Erhältlich ist sie in gut sortierten Biogärtnereien mit Wildpflanzenangebot.

  • Hier geht’s zum ausführlicheren Porträt der Wildstaude des Jahres 2026
  • Hier geht’s zu den Biogärtnereien in Ihrer Nähe, von welchen viele auch einheimische Wildpflanzen wie das Wald-Weidenröschen Epilobium angustifolium anbieten.

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