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Letzte Chance zum Heckenschnitt – bald beginnt die Brutzeit der Vögel

Mit den ersten milden Tagen kündigt sich der Frühling an. Jetzt ist der letzte Zeitpunkt, um Hecken und Sträucher zurückzuschneiden. Sobald die Vegetation austreibt und die ersten Vögel mit der Brut beginnen, müssen solche Arbeiten bis zum Herbst unterbleiben.

Nach den kalten Temperaturen der letzten Wochen wird unsere Landschaft bald wieder grün. In vielen Gärten sowie bei BirdLife-Naturschutzvereinen wurde deshalb schon fleissig gearbeitet und die Vegetation gepflegt. Wer seine Hecken oder Gebüsche noch nicht zurückgeschnitten hat, sollte dies jetzt möglichst bald erledigen. Denn der wieder hörbare Gesang vieler Vögel zeigt: Die Brutzeit steht kurz bevor und Arten wie Amsel und Rotkehlchen bauen die ersten Nester.

Rücksicht auf brütende Vögel

Während der Brutzeit benötigen Vögel Ruhe. Das Brutgeschäft ist in der Schweiz nach dem «Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel» (JSG) gesetzlich geschützt: Nester sowie brütende Vögel dürfen nicht gestört werden. Wer jetzt noch die letzten Hecken schneidet, sollte deshalb vorher sorgfältig prüfen, ob sich bereits ein erstes Nest im Gebüsch befindet. Wird während der Pflege ein bewohntes Nest entdeckt, müssen die Arbeiten sofort unterbrochen und auf den Herbst oder Winter verschoben werden.

Nester vom Vorjahr lassen sich meist leicht erkennen. Sie wirken oft etwas zerzaust und werden von vielen Arten nicht erneut verwendet. Wenn sie nicht stören, können sie jedoch problemlos im Strauch verbleiben. Sie bieten Insekten Unterschlupf oder liefern Material für neue Nester. In seltenen Fällen bessern Vögel wie die Amsel ihr altes Nest sogar aus und nutzen den bewährten Standort erneut.

Naturnahe Hecken brauchen nur selten einen Schnitt

Das Rotkehlchen war als letztjähriger Vogel des Jahres von BirdLife Schweiz ein Botschafter für abwechslungsreiche, naturnahe Gärten. Wildhecken mit einheimischen Blühsträuchern wie Heckenrose, Weissdorn, Pfaffenhütchen oder Schneeball sind nicht nur wunderschön anzuschauen, sondern auch besonders wertvoll für die Tierwelt. Sie bieten Nahrung, Schutz und Nistplätze für zahlreiche Vogelarten und andere Tiere. Solche Hecken müssen in der Regel nicht jedes Jahr geschnitten werden. Oft reicht es, alle paar Jahre einzelne Sträucher auszulichten. Es empfiehlt sich generell, nicht die ganze Hecke auf einmal zu schneiden, sondern die Pflege über mehrere Jahre zu verteilen – beispielsweise jährlich nur etwa ein Drittel der Hecke.

Schnittgut sinnvoll nutzen

Auf der Webseite von BirdLife Schweiz finden sich unter «Rat + Tat» viele Anregungen für einen naturnahen Garten. So lässt sich etwa das anfallende Schnittgut im Garten sinnvoll verwenden. Asthaufen mit grösseren Hohlräumen im unteren Bereich bieten wertvolle Verstecke für Tiere wie den Igel. Die abgeschnittenen Zweige können auch unter die Hecke eingebracht werden. Auf dem Geäst überwintern oft Raupen, Puppen oder Insekteneier. Bleibt das Schnittgut in der Nähe der Hecke, können die Tiere später direkt wieder zu ihren Futterpflanzen zurückkehren. Selbst abgestorbene Sträucher können gerne stehengelassen werden – ihr Holz bietet Insekten Lebensraum und kann mit Kletterpflanzen sogar ein zweites Leben erhalten.

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