StartNewsGesellschaftSwiss Overshoot Day: Die Schweiz lebt auf Kosten der Zukunft

Swiss Overshoot Day: Die Schweiz lebt auf Kosten der Zukunft

Am 11. Mai 2026 ist Swiss Overshoot Day. Dann hat die Schweiz ihr ökologisches Ressourcenbudget für 2026 aufgebraucht. Was wäre, wenn die Schweiz nicht nur auf die Konsequenzen des Klimawandels reagiert, sondern aktiv den Kurs wechselt, damit gutes Leben nicht die Erde kostet?

Der ökologische Fussabdruck der Schweiz ist zu gross: Würde die gesamte Menschheit so leben wie die Schweizer*innen, bräuchten wir 2,8 Planeten. Der Swiss Overshoot Day fällt damit mehr als zwei Monate vor dem globalen Erdüberlastungstag Ende Juli. Doch statt zu resignieren, sollten wir Initiativen als Chancen begreifen, denn individuelles Handeln ist wichtig, aber um die Wirkung zu skalieren, sind die politischen Rahmenbedingungen entscheidend. Die Finanzplatz- und die Mobilitätsbon-Initiative können hier wichtige Impulse setzen. Die Lösungen liegen bereits bereit: erneuerbare Energien, Elektrifizierung, Kreislaufwirtschaft und regenerative Landwirtschaft sind verfügbar. Für ihre Umsetzung und Skalierung braucht es nun die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen.

Die Schweiz hinkt hinterher

Der weltweite Overshoot Day fällt auf Ende Juli. Dass die Schweiz so negativ heraussticht, liegt an dem überproportional hohen Konsum der Schweizer Bevölkerung in mehreren Bereichen: Mobilität (insbesondere Fliegen und Autofahrten), Wohnen (insbesondere Öl- und Gasheizungen), Ernährung (insbesondere tierische Produkte und Lebensmittelverschwendung) sowie Fast Fashion und Fast Elektronik.

Die Grafik zeigt, wie früh im Jahr verschiedene Länder ihr ökologisches Budget aufbrauchen – und damit sichtbar macht, dass ein ressourcenschonender Kurswechsel überall dringend nötig ist. Grafik: © Global Footprint Network 2026, www.overshootday.org and www.footprintnetwork.org.

Politische Rahmensetzung  als grösster Hebel

Individuelle Massnahmen sind wichtig, aber nicht genug. Der Schweizer Finanzplatz ist für ein Vielfaches der gesamten inländischen CO2-Emissionen der Schweiz verantwortlich. Eine konsequente Anpassung der Rahmenbedingungen für diesen Sektor hätte eine Wirkung, die kein individuelles Verhalten erzielen kann. Lösungen, wie sie die Finanzplatz-Initiative präsentiert, sind deshalb so wichtig.

Der politische Wille dazu ist gesellschaftlich breit abgestützt: 80 Prozent der Menschen weltweit fordern von ihren Regierungen mehr Klimaschutz (UNDP Peoples‘ Climate Vote 2024). Dass entschlossenes Handeln möglich ist, zeigt die Santa Marta Konferenz. Einer Gruppe von Staaten, die den Ausstieg aus fossilen Energien vorantreiben will, zeigt, dass sich zukunftsorientierte Akteure nicht länger ausbremsen lassen.

WWF Schweiz, One Planet Lab und #MoveTheDate Switzerland rufen dazu auf, jetzt die Weichen zu stellen, damit unser Planet für die Menschheit bewohnbar bleibt. 

Lösungsansätze

  • Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle konsequent an planetaren Grenzen ausrichten und Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette reduzieren. Pilotprojekte wie jene von One Planet Lab zeigen, dass wirtschaftliches Handeln innerhalb planetarer Grenzen möglich und skalierbar ist.
  • Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die nachhaltiges Leben zur einfachen Wahl machen: durch eine CO2-Lenkungsabgabe auf alle Treibhausgasemissionen, die Regulierung des Finanzplatzes im Hinblick auf dessen Impact auf Klima und Natur, und die konsequente Umsetzung des Klimaschutz- und des Stromgesetzes.     
  • Auch Privatpersonen können wirksam beitragen: mehr Zug statt Flug, wenn Auto dann elektrisch, Wärmepumpe statt Öl- oder Gasheizung, mehr pflanzliche Ernährung, Produkte länger nutzen, reparieren und teilen. Wer zudem demokratisch mitgestaltet und seine Geldflüsse hinterfragt, setzt Signale weit über die Schweiz hinaus.

Zum Mitmachen: #MoveTheDate Festival am 9. Mai

Am 9. Mai findet das #MoveTheDate Festival statt, ein Treffpunkt für Lösungsmacher:innen, die zeigen, dass ein gutes Leben innerhalb planetarer Grenzen möglich ist. (Ab Sonntag finden Sie unter diesem Link, Bilder zum Festival)

Weitere Infos: 

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