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Risky Routes – Ein Film- und Bildungs-projekt gibt Amphibien eine Stimme

Ein preisgekrönter Kurzfilm nimmt uns mit auf die gefährliche Reise einer Erdkröte, mitten hinein in eine alljährliche Tragödie vor unserer Haustür. Das Film- und Bildungsprojekt «Risky Routes» macht den bedrohlichen Alltag unserer Amphibien hautnah erlebbar und zeigt, warum ihr Weg zu den Laichgewässern oft ein Weg ohne Rückkehr ist, und was dagegen getan werden kann.

Jedes Jahr im Februar und März beginnt in der Schweiz ein stilles, aber dramatisches Naturschauspiel: Sobald die Nächte milder werden, verlassen Millionen von Kröten, Fröschen und Molchen ihre Winterquartiere und machen sich auf den Weg zu den Laichgewässern, in denen sie geboren wurden. Diese Wanderung ist lebensnotwendig – und heute für viele Tiere eine tödliche Gefahr.

Eine oft tödliche Wanderung

Von den 19 einheimischen Amphibienarten stehen 15 auf der 2023 zuletzt publizierten Roten Liste. Damit gehören Amphibien zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen der Schweiz. Einer der Hauptgründe ist der Verlust und die Zerschneidung ihrer Lebensräume. Amphibien sind auf verschiedene Habitate angewiesen: Weiher und Teiche zur Fortpflanzung, Wälder, Feuchtwiesen oder Gärten als Landlebensräume. Zwischen diesen Lebensräumen liegen heute jedoch häufig Strassen, die während der Wanderzeit zu tödlichen Barrieren werden.

Gleichzeitig zeigen Schutzmassnahmen grosse Wirkung. Temporäre Zäune, Amphibiendurchlässe und Tunnel sowie der Einsatz zahlreicher Freiwilliger retten jedes Jahr unzählige Tiere. Koordiniert werden diese Einsätze unter anderem durch die Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz (KARCH) gemeinsam mit Organisationen wie Pro Natura sowie lokalen Natur- und Tierschutzvereinen. Ohne dieses Engagement wären viele Populationen längst verschwunden.

Ein Film schafft Bewusstsein

Der Biodiversitätsverlust bleibt für viele Menschen dennoch abstrakt. Oft denkt man an ferne Regenwälder oder schmelzende Polkappen – kaum jedoch an Strassen und Siedlungen vor der eigenen Haustür. Genau hier setzt das Film- und Bildungsprojekt Risky Routes an.

Initiiert von den Schweizer Filmschaffenden Jonas Steiner, Roman Willi und Thomas Klaper, macht das Projekt die gefährliche Wanderung der Amphibien filmisch erlebbar. Der sechsminütige, preisgekrönte Kurzfilm (Bloomberg Green Docs Gewinner) erzählt die Reise aus der Perspektive einer Erdkröte. Er verzichtet bewusst auf einen Sprechertext und wird ausschliesslich von eigens komponierter Musik und präzisem Sound Design getragen. So entsteht ein emotionaler, spannender und besonders für junge Zielgruppen zugänglicher Zugang zum Thema.

Ergänzt wird der Film durch eine moderne Unterrichtseinheit für die Primar- und Sekundarstufe. Die Lehrmaterialien vertiefen Themen wie Biodiversitätsverlust, Lebensraumfragmentierung, wandernde Tierarten, Strassen als Barrieren sowie lokale Schutzmassnahmen. Entwickelt mit Fachlehrpersonen, ist der Einsatz schweizweit geplant.

Der Film und die Unterrichtsmaterialien stehen ab dem 1. Februar kostenlos online zur Verfügung. Eine französische Version wird in den kommenden Wochen folgen.

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