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Mitgemacht, mitgezählt: Die Schweiz hat ihre Gartenvögel entdeckt

Ein Trillern auf dem Dachfirst, ein Flügelschlag in der Hecke: Vom 7. bis am 10. Mai hat die Schweiz ihre Vogelwelt mit allen Sinnen entdeckt. An der «Stunde der Gartenvögel» haben sich über 4’500 Personen eine Stunde Zeit genommen, um in Gärten, auf Balkonen und in Parks ihren gefiederten Nachbarn zuzuhören und zuzuschauen. Über 90’000 Vögel wurden gemeldet.

Die «Stunde der Gartenvögel» ist eine der beliebtesten Mitmachaktionen von BirdLife Schweiz und wird seit 2014 jährlich durchgeführt. Dieses Jahr haben sich über 4500 Personen beteiligt und insgesamt über 90’000 Vögel gezählt. Mitgemacht haben Familien, Einzelpersonen und Schulklassen aus allen Sprachregionen – ein Beleg dafür, wie viele Menschen in der Schweiz die Vögel rund um ihr Zuhause kennen und schätzen wollen.

Vom Spatz bis zum Stieglitz

Auch dieses Jahr sicherte sich der Haussperling die Spitzenposition: Er wurde auf 84% Prozent der Beobachtungsflächen gesichtet (Vorjahr: 82 Prozent) und mit 15’264 Individuen am häufigsten gezählt. Auf den weiteren Rängen folgt der Mauersegler, die Rabenkrähen, die Amsel, die Kohlmeise sowie der Star. Erfreulich ist die Entwicklung bei Arten, die in den vergangenen Jahren immer wieder unter Krankheiten gelitten haben: Amsel, Grünfink und Girlitz wurden 2026 häufiger gezählt als im Vorjahr. Auch die Mönchsgrasmücke legt leicht zu – ein in Hecken oft übersehener Vogel mit unverkennbar klarem, melodischem Gesang; Hörbeispiele zu den häufigsten Gartenvögeln finden sich auf bird-song.ch. Sorgen bereitet dagegen der Rückgang bei Mauerseglern, Rauch- und Mehlschwalben: Diese Luftakrobaten sind auf Nistnischen an Gebäuden und eine vielfältige Insektenwelt angewiesen – beides nimmt im Siedlungsraum vielerorts ab. Welche Arten in der eigenen Region wie häufig beobachtet wurden, zeigt die interaktive Resultatekarte unter gartenvoegel.birdlife.ch.

«Die Begeisterung an der «Stunde der Gartenvögel» ist beeindruckend: Vögel berühren uns, sie sind ein Stück Heimat direkt vor der Haustür. Damit Spatz, Amsel oder Mauersegler auch in Zukunft bei uns leben, braucht es naturnahe Gärten und lebendige Quartiere – jede einheimische Hecke, jeder Asthaufen, jede Blumenwiese zählt», sagt Raffael Ayé, Geschäftsführer bei BirdLife Schweiz.

Naturnahe Gärten ziehen die Vielfalt an

Aus den vergangenen Jahren ist bekannt: In naturnahen Gärten mit «wilden» Ecken, einheimischen Sträuchern und Blumenwiesen lassen sich deutlich mehr Vogelarten nachweisen als in Gärten mit Einheitsrasen und exotischen Pflanzen. Schon kleine Anpassungen machen einen Unterschied – ein Asthaufen unter einer Hecke, eine ungemähte Wiesenecke, ein Blumenkistchen mit einheimischen Pflanzen auf dem Balkon. Solche Strukturen bieten Nahrung, Verstecke und Brutplätze. Mit der «Stunde der Gartenvögel» möchte BirdLife Schweiz darum nicht nur die Freude an der Vogelwelt wecken, sondern auch dazu inspirieren, dem eigenen Garten oder Balkon ein Stück Wildheit zurückzugeben.

Lebensräume im Siedlungsraum stärken

Für viele Vogelarten ist der Siedlungsraum zu einem wichtigen Lebensraum geworden, weil Kulturland und Feuchtgebiete schweizweit unter Druck stehen. Umso entscheidender ist, dass Gärten, Quartiere und öffentliche Grünflächen vielfältig bleiben. BirdLife Schweiz engagiert sich gemeinsam mit den 430 lokalen BirdLife-Naturschutzvereinen und den 19 Kantonalverbänden für naturnahe Gärten und biodiverse Siedlungsräume – mit Beratungen für Gemeinden und Privatpersonen, mit Praxis-Tipps auf birdlife.ch sowie mit Projekten zur Förderung von Mauerseglern, Schwalben und Sperlingen am Haus. Wer selbst aktiv werden möchte, findet auf birdlife.ch zahlreiche Anregungen für mehr Natur direkt vor der Haustür.

Weitere Informationen: birdlife.ch/gartenvoegel

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