Start News Gesellschaft Massiv weniger Risse dank Herdenschutz: Die Surselva zeigt, wie es geht!

Massiv weniger Risse dank Herdenschutz: Die Surselva zeigt, wie es geht!

Im ersten Halbjahr 2021 wurden in Graubünden gerade mal sechs Wolfsangriffe verzeichnet, davon drei in der Surselva. Dies ist ein bedeutender Rückgang gegenüber dem Vorjahr, als im selben Zeitraum rund 15 und davon alleine im Monat Juni neun Angriffe auftraten, vornehmlich in der Surselva. Dies obwohl die Wolfspopulation weiter wächst. Der markante Rückgang an Rissen ist der Verdienst der grossen Bemühungen der Tierhalter beim Herdenschutz. Eine deutliche Steigerung des Einsatzes von Herdenschutzhunden und viel mehr wolfsabweisende Zäune führen in der Surselva zum Erfolg im Herdenschutz. Von diesen Erfahrungen können auch andere Regionen profitieren.

Die Tierhalterinnen und Tierhalter in der Surselva zeigen, wie es gehen kann: Sie haben die Zeit genutzt, um den Herdenschutz deutlich zu verstärken. Die Zahl der mit Herdenschutzhunden geschützten Schaf- und Ziegenherden wurde im Vergleich zum Vorjahr um rund 50% erhöht und es werden auch deutlich mehr wolfsabweisende Zäune verwendet, so berichtet die Gruppe Wold Schweiz in einer Medienmitteilung. Insbesondere auf den Heimweiden weidet kaum mehr Kleinvieh ohne geeignete Schutzzäune. Trotz anhaltend hohem Wolfsdruck resultiert daraus ein deutlicher Rückgang der Angriffe auf die Herden im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zur Vorjahresperiode.

Der Herdenschutz mit geeigneten Hunden und Zäunen kann Risse nachweislich deutlich reduzieren, auch wenn einzelne Angriffe trotzdem vorkommen können. Deshalb muss auch im zweiten Halbjahr mit Wolfsangriffen gerechnet werden. Die Vorzeichen stehen jedoch gut, dass die Risszahlen durch den ausgebauten Herdenschutz im Griff gehalten werden können. Die Tierhaltenden haben mit dem Ausbau eine beeindruckende, zukunftsweisende Leistung gezeigt, wofür ihnen die Gruppe Wolf Schweiz Anerkennung zollt und dankt.

Surselva als Vorbild für das Prättigau

Die Ausbreitung des Wolfes in weitere Gebiete hält an. Im Prättigau könnte dieses Jahr aufgrund der Paarpräsenz eine Rudelbildung erfolgen. Die Präsenz des Wolfes im Tal ist aber nicht neu und überraschend, sondern seit 15 Jahren eine wiederkehrende Tatsache. Deshalb ist der Ausbau des Herdenschutzes eine dringende Notwendigkeit. Dass dies möglich ist, zeigt das Beispiel der Surselva eindrücklich. Aufgrund der grossen Probleme der überhöhten Wildbestände, die in 60% der Prättigauer Wälder die natürliche Verjüngung verunmöglichen, ist die Rückkehr des Wolfes sehr zu begrüssen und notwendig.

4 Kommentare

  1. Die Natur kann grausam sein . Einerseits bin ich für schützende Hilfe für Schafe etc. anderseits so brutal wie es auch ist, man kann nicht Wölfe haben denen man verbietet zu essen. Der Wolf ist nun mal kein Vegetarier.
    Für Rehe gibt es Heuraufen den Vögeln hilft man auch zum Glück etwas nach mit Vogelhäuser etc. was ist mit den anderen Tieren ? Herdenschutz ist gut und recht aber das Futter zu verweigern für Wölfe und Natürliche Triebe nicht akzeptieren finde ich auch nicht O.K. Von irgendwas müssen diese benachteiligten Tiere ja leben. Oder sehe ich da etwas falsch ?

    • Der Wolf nimmt die einfachste Möglichkeit. Es ist ein Wiederspruch wenn man sagt man möchte mit den Wölfen Leben und wenn sie was reisen ist man wütend auf Sie. Das war schon früher so, als der Hirte noch mit den Schafen unterwegs war. Essen auf dem Tablette serviert mit grosser Chance würde ich als Wolf auch vorziehen. Bei unseren extremen Verbauungen ,bis leider auf fast jeden Gipfel, hat Ihr revier Massiv Schrumpfen lassen.
      Das ein Tier da kein unterschied macht und für’s überleben essen braucht ist verständlich. Der einfachste Weg würden alle gehen. Ein Schaf vor der Nase oder Stunden langes suchen und Jagen von anderen Tieren.
      Wir Menschen haben mehr als genug Fleischberge und niemand interessiert es.

  2. Nach dem Zivilgesetzbuch sollen Wald und Weide frei betreten werden dürfen. Doch immer mehr Flächen sind wegen der Herdenschutzhunde faktisch kaum mehr durchwanderbar. Es stellt sich deshalb die Frage nach der Notwendigkeit der Schafhaltung in höheren Lagen.
    Dazu einige Fakten:
    – Die meisten Tiere werden nur wegen der hohen Tierhalterbeiträge und anderer Subventionen wegen gehalten.
    – Im Mittelland und in den Voralpen gäbe es genug geeignete Weideflächen.
    – Der Fleischkonsum in der Schweiz ist viel zu hoch, dafür brauchen wir die Alpen-Schafe nicht.
    – Wölfe und Luchse kann es nur so viele geben, wie Nahrung vorhanden ist. Verschwinden die Schafe von den höheren Alpen, dann kann es dort auch nicht mehr so viele Wölfe geben.
    Also schaffen wir am einfachsten die Schafhaltung oberhalb von beispielsweise 1’600 m.ü.M. ab, dann können wir uns diese ganzen Diskussionen und die volkswirtschaftlich hinausgeworfenen Subventionen sparen!

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