Start News Gesellschaft Klimaaktivist*innen müssen diese Woche den Mormont-Hügel räumen

Klimaaktivist*innen müssen diese Woche den Mormont-Hügel räumen

Der Mormont-Hügel im Kanton Waadt wird von einer Gruppe Aktivist*innen besetzt. Sie wollen den Zementproduzenten LafargeHolcim daran hindern, den Steinbruch zu erweitern und somit das wertvolle Gebiet weiter zu zerstören. Für diesen Zweck haben sie eine Sperrzone, eine «Zone à défendre» errichtet.

Die Sprache ist vom Mormont-Hügel oberhalb von Lausanne mit seiner artenreichen Landschaft. Das Gelände ist im Besitz des internationalen Konzerns LafargeHolcim, dem weltweit grössten Zementproduzenten. Der Schweizer Ableger produziert hier jährlich 800’000 Tonnen Zement und emittiert dabei 400’000 Tonnen CO2. Im Jahr 2022 wird der Steinbruch die Grenze seines genehmigten Betriebsbereichs erreichen, weshalb Holcim Schweiz dessen Ausdehnung so schnell wie möglich genehmigt bekommen möchte. Die NGOs Association pour la Sauvegarde du Mormont (ASM) und Pro Natura versuchten gegen die Erweiterung der Mine vorzugehen, denn der Hügel beherbergt nicht nur seltenen Schlangen und eine reiche Flora mit Orichdeen, sondern ist auch eine wichtige archäologische Stätte, die als europäisches Kulturerbe eingestuft ist. Der Versuch der NGOs scheiterte allerdings auf kantonaler Ebene und wurde an das Bundesgericht weitergezogen. Doch bis jetzt wurde noch kein Entscheid gefällt.

Um den Druck zu erhöhen, besetzen seit Oktober zwanzig bis dreissig Klimaaktivist*innen illegaler Weise das Gebiet. Sie haben mit recycelten Materialien eine farbenfrohe Sperrzone errichtet, eine «Zone à défendre» (ZAD). Die Gruppe nennt sich Zad de la Colline und ist unter diesem Namen auch auf social media und auf ihrer Webseite zu finden.

Holcim geht rechtlich gegen die Zadisten, wie sich die Besetzer*innen nennen, vor und hat eine Aufforderung zur Räumung des Gebietes bis Ende März erwirkt. Auf Anfrage von naturschutz.ch berichtet einer der Zadisten «Die Polizei könnte ab morgen kommen. Wir erwarten sie noch diese Woche. In dieser Zeit bereiten wir unseren kreativen Widerstand vor, um uns gegen ihre Gewalt zu wehren.» Die Aktivist*innen mobilisieren auf Facebook, Twitter und Telegram und heissen jede Unterstützung willkommen. Sie selber lehnen Gewalt ab, was sie nicht daran hindert, auf andere Weise bis zum Schluss zu kämpfen. So hoffen sie, Aufmerksamkeit auf die lokale aber auch die globale Situation zu lenken. Sie fordern ein Überdenken unserer Baukultur und einen respektvollen Umgang mit der Natur.

© Nouvo, via Youtube

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