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Gewässerschutz – Volksvertreter vertreten das Volk nicht

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Dem Schweizer Volk liegen lebendige Bäche und Flüsse am Herzen. Das zeigt eine vom WWF in Auftrag gegebene, repräsentative Umfrage. Doch die Gewässer stehen unter starkem Druck. Nicht nur wegen der Klimaerwärmung – aus dem Nationalrat kommen laufend Vorstösse, die den Gewässerschutz aushöhlen.

Die Volksvertreter vertreten das Volk nicht, so berichtet der WWF Schweiz in einer Medienmitteilung. Eine klare Mehrheit der Bevölkerung will lebendige und naturnahe Flüsse und Bäche. Zugleich vergeht kaum eine Session, ohne dass die Mehrheit des Nationalrats nicht minimale Umweltstandards beim Gewässerschutz unter Beschuss nimmt. Damit politisiert die grosse Kammer komplett am Volk vorbei. Dieses fordert natürliche Flüsse und Bäche. Eine klare Mehrheit will auch, dass Wasserkraftbetreiber Umweltschutzvorschriften einhalten und Schäden an der Natur mit Renaturierungsmassnahmen kompensieren. Zugleich ist nur einer Minderheit der Bevölkerung bewusst, wie schlecht der Zustand unserer Gewässer wirklich ist. Das geht aus einer im Juli 2019 durchgeführten, repräsentativen Umfrage des Instituts Link mit 1’243 Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz hervor.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass 94 Prozent der Befragten sich naturnahe Bäche und Flüsse wünschen, und dass mehr als 88 Prozent Regelungen wollen, die verhindern, dass sich der Gewässerzustand verschlechtert. Auch die Forderung nach einer umweltverträglichen Stromproduktion, die der Natur und Landschaft möglichst wenig schadet ist mit 89 Prozent stark vertreten. Insbesondere soll die Stromproduktion aus Wasserkraft die Ziele des Natur- und Gewässerschutzes nicht gefährden. Auch sollen Kraftwerke nur dann in den Genuss von öffentlichen Gelder kommen, wenn sie Umweltschutz-Vorschriften umsetzen. 94 Prozent verlangen zudem, dass ausreichend Wasser in Bächen und Flüssen fliesst, damit Tiere und Pflanzen überleben können. Die Studie zeigt ausserdem, dass 93 Prozent der Befragten Teilnehmer sich nicht bewusst sind, wie schlecht der Zustand unserer Bäche und Flüsse wirklich ist.

Mehrheit im Nationalrat lässt die Gewässer im Stich

Dieses klare Verdikt der Bevölkerung zugunsten der Natur steht im Gegensatz zur Politik der Mehrheit der Grossen Kammer. Statt den Gewässerschutz auszubauen und damit dringend notwendige Fortschritte für die Artenvielfalt und den Erhalt wertvoller Lebensräume anzustossen, höhlt sie diesen immer weiter aus. Beispielsweise möchte sie die Abstände zu Gewässern für Gebäude und Dünger etc. verringern und die Zulassung von Pestiziden vereinfachen.

Der Verlust an Biodiversität in der Schweiz ist dramatisch, die Artenvielfalt nimmt rapide ab. Schweizer Flüsse müssen wieder lebendiger werden. Denn unsere Gewässer sind Lebensraum von rund der Hälfte aller Schweizer Tier- und Pflanzenarten. Julia Brändle, Projektleiterin Gewässerschutz beim WWF berichtet: «Nur noch 5 Prozent der Schweizer Gewässer sind in einem natürlichen Zustand. Beim Gewässerschutz ist die Kluft zwischen dem, was die Bevölkerung will und dem, was das Parlament (nicht) geleistet hat, besonders tief.»

Die WWF Studie finden Sie unter diesem Link.

1 Kommentar

  1. Ja, lange habe ich noch geglaubt, unsere Politiker wären grösstenteils loyal auch für den Schutz der Gewässer – oder vor allem. Leider stelle ich schon seit einer ganzen Weile fest, dass dem nicht so ist. Leider ist die Politik nur noch voller Lobbyisten, dies muss sich dringend ändern -wer weiss eine Lösung?
    Vera

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