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Die Schweizer Bevölkerung will mehr Natur in Städten und Dörfern

Den kritischen Blick des Nachbarn auf die nicht gemähte Wiesen muss niemand fürchten. Schweizerinnen und Schweizer wünschen sich mehr Natur vor ihrer Haustür. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Pro Natura geben mehr als zwei von drei Personen an, dass zusätzliche naturnahe Grünflächen in der Wohnumgebung ihre Lebensqualität verbessern würden. 

Grünflächen in Städten und Dörfern sind eine gute Sache. Noch besser sind naturnahe Flächen ohne Pestizide, mit Blumenwiesen anstatt monotonem Rasen und einheimischen anstatt gebietsfremden Pflanzen. Das zeigen die Antworten der 1213 Personen, die das Forschungsinstituts gfs-zürich im Rahmen einer repräsentativen Umfrage zum Thema Natur im Siedlungsraum befragt hat (vgl. Kasten zur Methode).

Methode der Umfrage
Die für die Schweizer Bevölkerung repräsentative Umfrage wurde vom Forschungsinstitut gfs-zürich im Auftrag von Pro Natura durchgeführt. Sie fand vom 2. Februar bis zum 7. März 2026 in der Deutschschweiz, der Westschweiz und im Tessin statt. Insgesamt nahmen 1213 Personen online oder telefonisch daran teil.

Mehr Natur macht die Umgebung lebenswerter

Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Befragten geben an, dass zusätzliche naturnahe Grünflächen ihr Wohnumfeld lebenswerter machen würden. Und 73 Prozent empfinden nicht gemähte Wiesen im Nachbarsgarten als ansprechend. Das zeigt: Biodiversitätsfördernde Gartenpflege ist durchaus mit den ästhetischen Vorstellungen der Bevölkerung vereinbar.

Die Meinung der Nachbarn spielt keine Rolle

Gemäss der Umfrage hat eine von zwei Personen (51 Prozent) einen Garten – etwa ein Drittel in der Stadt und zwei Drittel auf dem Land – und zwei von drei (67 Prozent) haben einen Balkon. 71 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer, die angeben, naturnah zu gärtnern, tun dies für die Natur und die Biodiversität oder aus Verantwortung gegenüber der Natur und der nächsten Generation (Balkone: 68 Prozent). Die Befragten, die ihren Garten nicht naturnah gestalten und pflegen, nennen als Hauptgründe, dass es ihnen nicht gefällt (20 Prozent) und dass es zu aufwendig ist (20 Prozent). Die Meinung der Nachbarn hat hingegen so gut wie keinen Einfluss (1 Prozent). 

Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität

86 Prozent der Befragten mit eigenem Garten geben an, diesen eher naturnah oder sehr naturnah zu pflegen, und 67 Prozent finden, dass die Grünräume in ihrem Wohnumfeld eher naturnah oder sehr naturnah sind. Dieses erfreuliche Bild ist wahrscheinlich zu optimistisch, denn vergleichbare Umfragen zeigen, dass der Zustand der Natur tendenziell positiver beurteilt wird, als er tatsächlich ist. Der kürzlich erschienene Bericht der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) stuft den Zustand der Biodiversität im Siedlungsraum denn auch als «schlecht» ein.

Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen

Die Ergebnisse der Umfrage bestärken Pro Natura darin, sich weiterhin für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt in unseren Dörfern und Städten einzusetzen, beispielsweise mit dem neuen, nationalen Projekt BONJOUR NATURE zur Förderung von Naturgärten (vgl. Kasten). Angesichts der Tatsache, dass in der Schweiz jede Sekunde mehr als ein halber Quadratmeter Boden versiegelt wird und in städtischen Gebieten jährlich etwa ein Prozent der Grünflächen verschwindet, spielt die Gestaltung privater Grundstücke bei der Förderung der Artenvielfalt eine zentrale Rolle.

Weitere Informationen:

Offene Naturgärten und Aktionen auf Märkten
Zum Internationalen Tag der Biodiversität am 22. Mai führt Pro Natura an verschiedenen Orten in der Schweiz Aktionen durch. Vom 22. bis 24. Mai finden im Rahmen des schweizweiten Projekts BONJOUR NATURE zahlreiche Veranstaltungen in von Pro Natura zertifizierten Naturgärten statt. Das ganze Wochenende über öffnen Privatpersonen ihre Gartentore, damit das Publikum entdecken kann, was einen Naturgarten ausmacht. Ohne Eintrittskosten und Anmeldung.

Pro Natura ist zudem auf Märkten in Basel (19. Mai), Lausanne (23. Mai) und Bellinzona (23. Mai) an Infoständen anwesend, um die Bevölkerung für die Bedeutung der Biodiversität im Siedlungsraum zu sensibilisieren. Interessierte kommen in den Genuss von künstlerischen Aktionen und erhalten Samentütchen von einheimischen Wildpflanzen. Auf dem Marktplatz in Basel werden die Artist:innen von öff öff aerial dance einen Tanz zu Insekten zwischen Himmel und Erde aufführen. 

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