Jedes Jahr werden unzählige Feuerwerksraketen und Böller abgefeuert – mit dramatischen Auswirkungen für Mensch, Natur und Umwelt. Der Deutsche Naturschutzbund ruft daher dazu auf, auf das private Silvester-Feuerwerk zu verzichten. Die Schweiz sollte sich dabei anschliessen.
Silvester nehmen viele Menschen zum Anlass, um Feuerwerkskörper zu zünden – doch nicht zur Freude aller: Viele Haus- und Wildtiere reagieren auf das ungewohnte Lärm- und Blitzgewitter zum Jahreswechsel mit Stress und Angst. Vor allem für Wildtiere kann das ohrenbetäubende Lichtspektakel um Mitternacht lebensgefährlich werden. Plötzlich auftretende zischende und laut krachende Geräusche von Raketen, Heulern und Böllern können bei den Tieren zu Panikreaktionen führen. Durch die Flucht werden nicht nur lebenswichtige Energiereserven für den Winter aufgebraucht, auch kopflose Manöver und Orientierungsverlust verursacht durch den Stress führen zu Verletzungen oder Tod.
Durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern steigt ausserdem die Schadstoff- und Feinstaubbelastung enorm. Die festgesetzten Höchstwerte werden oft um ein Vielfaches überschritten. Einer dieser gesundheitsschädlichen Stoffe ist Hexachlorbenzol, das die Lichteffekte verstärkt. In einem anderen Kontext, nämlich als Fungizid, ist es durch das Stockholmer Übereinkommen bereits seit dem 22. Mai 2001 weltweit verboten. Auch Raketenreste wie Karton und Kunststoffteile können Probleme verursachen, wenn sie beispielsweise von Tieren als vermeintliche Nahrung aufgenommen werden. Hinzu kommt, dass Feuerwerke auch Mikroplastik freisetzen und die Feinstaubemissionen erhöhen.
Der Naturschutzbund appelliert an die Vernunft, keine Raketen und Feuerwerkskörper in Waldgebieten, Parkanlagen und anderen Rückzugsräumen von Wildtieren und Vögeln abzufeuern. Auch grüne Ruhezonen in Städten, in welchen insbesondere Singvögel noch eine Zuflucht finden, sollten vor dem mitternächtlichen Spektakel verschont bleiben. Durch einen kompletten Verzicht auf Sprengkörper und Böller kann man helfen, den Stress und die Gefahren für die Tiere und die Natur in der Silvesternacht zu vermeiden. Wünscht man sich ein friedvolles und gelassenes 2026, eignen sich andere Einstiegsarten wohl besser.
Die nachhaltige Alternative: Ersetzen, nicht nur verzichten
Wer auf das klassische Feuerwerk verzichten möchte, muss nicht auf ein beeindruckendes Spektakel verzichten. Moderne und umweltfreundliche Licht- und Lasershows bieten eine faszinierende Alternative. Immer mehr Städte und Gemeinden ersetzen oder ergänzen das Böllern durch diese rauch- und lärmfreien Inszenierungen, die für Menschen, Tiere und die Natur weitaus schonender sind. Auch im privaten Rahmen lassen sich mit Projektoren, LED-Lichterketten, Diskokugeln oder Drohnen-Shows (sofern rechtlich erlaubt) stimmungsvolle Lichtinstallationen schaffen. Draussen im Garten können stimmungsvolle Alternativen wie Finnenkerzen oder Fackeln aufgestellt werden. Eine besonders symbolträchtige Idee ist das Aufschreiben von Sorgen, die dann zum Beispiel in einer geschützten Feuerschale rituell verbrannt werden. Dies verleiht dem Jahresübergang eine persönlichere und tiefere Bedeutung als das vergängliche Spektakel am Himmel. Für den traditionellen Funkenflug bieten sich zudem Wunderkerzen als vergleichsweise leise und nachhaltigere Alternative an.
Dieser Artikel wurde erstmals im Dezember 2022 veröffentlicht und mittlerweile überarbeitet.
- Zusammenstellung von Auswirkungen und Standpunkt von Naturschutzbund Deutschland (NABU) zum Einsatz von Feuerwerken: Feuerwerke – Eine Belastung für Natur und Umwelt
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