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Abschuss von vier Wölfen zur Regulation des Beverinrudels

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Diesen Sommer ereigneten sich am Heinzenberg und im Safiental im Streifgebiet des Beverinrudels mindestens 15 Risse aus Ziegenherden, die durch Herdenschutzmassnahmen geschützt waren. Das Verhalten dieses Wolfsrudels wird daher als problematisch klassifiziert und Regulationen sind geplant: es sollen bis nächsten Frühling vier Wölfe geschossen werden. Die Gruppe Wolf Schweiz bedauert dies, akzeptiert die Regulierung jedoch.

Die DNA-Proben haben das männliche Elterntier M92 als Verursacher identifiziert. Bereits im letzten Jahr ist das Tier negativ aufgefallen, als es auf der Stutzalp oberhalb Splügen eine grosse Anzahl Schafe gerissen hat, so berichtet eine Medienmitteilung vom Amt für Jagd und Fischerei Graubünden. Nun hat dieser Wolf damit begonnen, Tiere in geschützten Herden zu reissen und dieses Verhalten an seine Nachkommen weiterzugeben.

Bund gibt Vorgehensweise vor

Gegen Wölfe und Wolfsrudel, die im Vergleich zu anderen Wölfen ein problematisches Verhalten aufzeigen und dadurch einen grossen Schaden trotz getroffener Herdenschutzmassnahmen verursachen, müssen regulatorische Massnahmen ergriffen werden. Die Kantone können mit vorheriger Zustimmung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) befristete Massnahmen zur Regulierung von Beständen geschützter Tierarten wie dem Wolf treffen. Das BAFU hat den Antrag des Kanton Graubünden gutgeheissen und nun die Zustimmung zum Abschuss von insgesamt vier Wölfen aus dem Beverinrudel unter Schonung der Elterntiere erteilt. Die Bewilligung zur Regulierung des Wolfsbestands beschränkt sich auf das Streifgebiet des Wolfsrudels Beverin. Die Abschüsse haben bis am 31. März 2020 zu erfolgen.

Eingriff durch das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden

Das Amt für Jagd und Fischerei Graubünden (AJF) hat sich in den vergangenen Wochen auf diesen Eingriff vorbereitet. Die Wildhut wird die entsprechende Regulierung vornehmen. Geplant ist ein zeitnahes Vorgehen. Dies ist nötig, damit die Elterntiere noch von den übrigen Wölfen unterschieden werden können. Je länger zugewartet wird, desto schwieriger wird sich die Identifizierung der einzelnen Wölfe gestalten, so berichtet die Medienmitteilung des Amtes. Weiter wird versucht die Tiere im Rudelverbund zu erlegen, um eine zusätzliche vergrämende Wirkung zu erzielen. Generell ist zu erwarten, dass sich der Eingriff als schwierig herausstellen wird, da das Rudel mittlerweile äusserst mobil ist und sich jeweils nur für kurze Zeit am selben Ort aufhält. 

Milde Herdenschutzrichtlinie

Die Gruppe Wolf Schweiz berichtet in einer Medienmitteilung, dass sie den Entscheid zur Regulierung des Wolfrudels bedauert, die Regulierung aber als rechtmässig erachtet und akzeptiert. Dennoch werde die Regulierung nicht dazu beitragen, dass Nutztiere im Gebiet geschützt oder Wölfe besser akzeptiert werden. Die Vorgaben für den Herdenschutz in der entsprechenden Richtlinie des Bundes sind derart schwach, dass dies zwingend dazu führt, dass Wölfe diesen immer wieder überwinden. Die GWS hat sich deshalb bereits in der Vernehmlassung zu dieser Richtlinie im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, die Vorgaben zu erhöhen, um einen besseren Schutz zu erreichen. Konkret wurden grössere Herdenschutzhundegruppen, bessere Zäune und der verstärkte Einsatz von Nachtpferchen sowie die bessere Unterstützung dieser Massnahmen durch den Bund gefordert. Leider wurden diese Forderungen nicht berücksichtigt. Eine bessere Herdenschutzrichtlinie würde nicht nur den Wolf, sondern auch die betroffenen Schaf- und Ziegenhalter entlasten, da die heutigen minimalen Herdenschutzmassnahmen oft nicht ausreichend sind und die resultierenden Schäden viel Frustration auslösen und den Herdenschutz als solches infrage stellen. 

Daher kommt die Gruppe Wolf Schweiz zur Schlussfolgerung, dass ein starker, gut ausgebauter Herdenschutz bei Schaf- und Ziegenherden bei Wolfspräsenz immer notwendig ist. Regulationsmassnahmen können den Herdenschutz nicht ersetzen, denn auch jagd- bzw. regulierbare Wölfe erbeuten regelmässig unzureichend geschützte Nutztiere. Deshalb werden auch in Ländern, in denen Wölfe regulär bejagt werden, Schafe und Ziegen immer mit Herdenschutzmassnahmen geschützt. 

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