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Tropische Nachtfalter sind in den Bergen grösser

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Eine neue Studie hat den Zusammenhang zwischen der Grösse von tropischen Schmetterlingen und ihrer Höhenverbreitung untersucht.

Mehr als 19’000 Falter von 1’100 Arten haben Wissenschaftler aus Deutschland und der USA vermessen. Sie wollten herausfinden, ob sich die Grösse von tropischen Schmetterlingen mit der Meereshöhe ändert. «Die Körpergrösse spielt eine zentrale Rolle in der Ökologie und Evolution von Organismen», erläutert Dr. Gunnar Brehm von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Hauptautor der neuen Studie.

In der Höhe sind die Nachtfalter grösser

«Der umfangreiche Datensatz aus einem Hotspot der Artenvielfalt setzt neue Massstäbe, denn nie zuvor hat es eine Studie mit so vielen Arten entlang eines kompletten Gradienten gegeben – vom atlantischen Tieflandregenwald bis hinauf auf die Spitze eines Vulkans in Costa Rica», sagt Brehm. Die Wissenschaftler konnten bei ihren Messungen eindeutige Muster erkennen: Die Tiere zweier extrem artenreicher Familien – Bärenspinner (Arctiinae) und Spanner (Geometridae) – werden mit der Höhe signifikant grösser.

Sammlung von Schmetterlingen in verschiedenen Grössen.
Exemplarische Auswahl von neotropischen Spannern (links) und Bärenspinnern (rechts), geordnet nach der Höhe (oben = hoch). © Gunnar Brehm, FSU

Es gilt: Die Temperatur-Grössen-Regel

Dass die Tiere in der Höhe grösser werden, entspricht den Erwartungen der sogenannten „Bergmann-Regel“. Diese wurde aber ursprünglich nur für Vögel und Säugetiere aufgestellt – für wechselwarme Tiere wie Insekten ist die Situation anders. «Wir hatten eigentlich vermutet, dass die Tiere mit der Höhe kleiner werden. Mit einer geringeren Traglast könnten die Falter beim Fliegen besser mit der dünneren Luft zurechtkommen», sagt der Jenaer Zoologe. «Tatsächlich nimmt die Traglast aber sogar deutlich zu. Ausserdem sind Ökosysteme mit zunehmender Höhe immer weniger produktiv, was kleine Arten begünstigen sollte». Andere Faktoren spielen offenbar eine stärkere Rolle: Die „Temperatur-Grössen-Regel“ sagt voraus, dass Tiere sich bei tieferen Temperaturen zu grösseren Individuen entwickeln. Die Forscher konnten den Trend nicht nur bei unterschiedlichen Arten, sondern auch innerhalb der Arten nachweisen.

Mit den neuen Daten ist eine Grundlage für experimentelle Ansätze geschaffen worden, um funktionelle Zusammenhänge auch in komplexen und artenreichen Ökosystemen besser zu verstehen – insbesondere im Zeichen globaler Erhitzung.

Weitere Informationen zu der Studie finden Sie hier.

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