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Neue Erkenntnisse bei der Förderung von Wiesel & Co

Nach sieben Jahren Aktivität zieht das Projekt «Wiesel & Co am Zimmerberg» Bilanz. Es konnten zahlreiche Massnahmen erfolgreich umgesetzt und neue Erkenntnisse gewonnen werden. Das im Jahr 2021 beendete Projekt war ein gemeinsames Vorhaben der Naturschutzvereine des Bezirks Horgen.

Zur Förderung der drei Kleinraubtiere Mauswiesel, Hermelin und Iltis wurden am Zimmerberg seit 2015 deren Lebensräume aufgewertet und untereinander vernetzt. Das Resultat ist erfreulich. Viele Massnahmen konnten umgesetzt werden und scheinen für Wiesel & Co sehr attraktiv zu sein. Die kleinen Raubtiere haben diese Unterstützung bitter nötig, denn ihre Anzahl ist im Schweizer Mittelland rückläufig. Grund für den Rückgang sind unter anderem die wachsende menschliche Infrastruktur und die Intensivierung der Landwirtschaft.

In insgesamt 125 Teilprojekten wurden 468 Massnahmen realisiert. Es wurden Klein- und Gross-Strukturen (Winterquartiere, Ast- und Steinhaufen, Gebüschgruppen) erstellt, Feldscheunen saniert und Beratungen zur faunagerechten Gestaltung von Gewässerdurchlässen durchgeführt. Um die Kleinraubtiere nachzuweisen wurden die erstellten Strukturen mit Spurentunneln und Fotofallen bestückt. Insgesamt konnten fast alle Projektvorgaben erreicht werden und die Ziele wurden teilweise gar übertroffen: Anstelle der vorgesehenen 300 Klein- und Grossstrukturen wurden beispielsweise ganze 450 realisiert. Insbesondere das Anlegen von Asthaufen war ein zahlenmässiger Erfolg. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Wiesel & Co am Zimmerberg war die Sensibilisierung der Bevölkerung. In diversen Umweltbildungsangeboten wurden beispielsweise die ökologische Bedeutung der Kleinraubtiere, die aufgewerteten Lebensräume und die Problematik mit Steinmardern im Siedlungsraum thematisiert. Überdies wurde in Form von Workshops, diversen Standaktionen und Exkursionen Öffentlichkeitsarbeit geleistet.

Die Partnerschaft mit der Forschungsgruppe Wildtiermanagement der ZHAW Wädenswil ermöglichte den Austausch von Fachkenntnissen und Synergien im Rahmen von studentischen Arbeiten. So wurden zum Beispiel neue Nachweismethoden für Kleinraubtieren erforscht und die Attraktivität der umgesetzten Massnahmen für Hermelin, Mauswiesel und Iltis untersucht. Das Fazit: Die Massnahmen sind sehr attraktiv! Die Nachweisrate von Hermelin und/oder Iltis bei Asthaufen betrug von 2019 – 2020 kumuliert knapp 70%. Diese Zahl ist im nationalen aber auch im internationalen Vergleich sehr hoch. Interessant ist auch, dass Holzstrukturen, die aus grobem Material aufgebaut wurden, die Attraktivität für Hermelin und Iltis signifikant steigern. Mehr dazu finden Sie unter: http://www.wieselundco.ch/asthaufen.

Das Projekt «Wiesel & Co am Zimmerberg» wurde nebst den Wissenschaftler*innen der ZHAW Wädenswil auch in Kooperation mit Landwirt*innen, Jagdgesellschaften, Schulklassen, Behörden und freiwilligen Helfer*innen umgesetzt. Ein besonders erfreuliches Resultat bei der Zusammenarbeit mit Landwirt*innen war, dass viele von ihnen zur Erstellung von Kleinstrukturen motiviert werden konnten, obschon sie sich bisher klar von solchen Projekten distanzierten.


Weiterführende Informationen zum Projekt finden sie hier.

Ein Interview mit dem Projektleiter finden Sie in unserem Artikel Wieselförderung: «Wir hatten nicht viele Stolpersteine»

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