Fallen im Lebensraum können tödlich enden, wie hier ein toter Vogel.
Viele Fallen bedrohen die Tierwelt in besiedelten Gebieten. Es ist möglich, sie auf einfache Weise zu vermeiden. © BirdLife Schweiz

Fallen für Wildtiere im Siedlungsraum vermeiden

  • Redaktion Naturschutz
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Hauseigentümer, Architekten, Gemeindeangestellte oder Hauswarte sind sich meist nicht bewusst, wie viele Fallen und Hindernisse es im Siedlungsraum gibt, die eine Bedrohung für die Tierwelt darstellen. Mit oft sehr einfachen Massnahmen lassen sich die meisten dieser Risiken vermeiden und damit viele Tierleben retten.

Durchsichtige oder spiegelnde Fensterfronten, Swimming Pools, Schächte und Abgänge, Kamine, Mauern und Zäune sind häufige Fallen für Tiere im Siedlungsraum. Diese Fallen können leicht entschärft werden, berichtet BirdLife Schweiz.

Todesfalle Glas

Glasflächen verursachen jedes Jahr eine hohe Vogelmortalität. Insbesondere gläserne Balkongeländer, gläserne Windschutzwände oder Fenster übers Eck sind für Vögel tödliche Fallen, da die Tiere Glas als solches nicht erkennen und voll hineinprallen. Oftmals spiegelt sich auch der umgebende Lebensraum im Glas und gaukelt so den Vögeln weitere Büsche und Bäume vor. Solche Fallen sollen bereits bei der Planung eines Baus vermieden werden. Bestehen gläserne Fallen schon, sind sie mit dichten Mustern zu bekleben. Dabei kann man der Fantasie Raum lassen. Wichtig ist einzig, dass Linien circa 1cm breit sind und nicht mehr als circa 10-12 cm auseinanderliegen. Schwarze Vogelsilhouetten haben eine zu geringe Wirkung.

Kleber an die Glasscheibe verhindert Kollisionen.
Die Vögel sehen Glasscheiben nicht. An der Aussenseite der Fenster angebrachte dichte Markierungen verhindern Kollisionen. © BirdLife Schweiz

Bis zum Boden gezogene Zäune und Sicht- oder Lärmschutzmauern

Mauern und Zäune zerschneiden zunehmend den Lebensraum in den Gärten und hindern Kleintiere am Wandern. Zäune und Mauern sollten daher einen Bodenabstand von 15-20 cm haben. Bei Lärmschutzwänden sind alle 10-15 m Durchgänge von 20×20 cm einzuplanen. Am besten setzt man aber eine Hecke aus einheimischen Sträuchern anstelle von Zäunen und Mauern. Sie bietet Lebensraum, Nahrung und Durchgang in einem. Wie im Hotspot Naturgarten Blog kürzlich zu lesen war, gibt es beispielsweise auch Igeltunnel, die den Igeln den Durchgang zwischen den Gärten ermöglichen soll.

Rücksicht bei der Pflege von Gärten und Böschungen

Bei der Pflege von Gärten und Böschungen werden vielfach Kleintiere geschnetzelt oder angeschnitten. Rasenroboter sollten daher nie nachts laufen gelassen werden und die Fläche vorher auf Kleintiere kontrolliert werden. Dasselbe Vorgehen ist auch beim Schnitt von Säumen bei Hecken wichtig, da sich oft Igel und Blindschleichen darin verstecken.

Leider werden immer noch Böschungen und Wegränder im Mai und Juni gemulcht. Damit wird nicht nur das wichtige Blütenangebot für Wildbienen vernichtet, sondern zugleich fast alle Tiere in der Böschung. Böschungen sollten nur einmal im Herbst möglichst mit Balkenmähern gemäht werden. Ein Teil der Böschung kann als Überwinterungsplatz für Insekten auch stehen gelassen werden.

In Schächte und Kellertreppen im Freien fallen oft Igel, Amphibien oder Blindschleichen. Schächte kann man mit einem sehr feinmaschigen Gitter abdecken. Ein raues Brett mit Querrillen am Rand der Treppe ermöglicht den Kleintieren den Ausstieg.

Berücksichtigt man nur schon diese vier Punkte, kann der Tod von Hunderttausenden von Tieren vermieden werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

1 Kommentar

  • Christine

    Hier https://www.provogel.ch/ findet man viele konkrete Lösungsvorschläge, wie Vögel vor den tödlichen Glasfallen geschützt werden können. Müssen!

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