Pflanzenbestimmungs-Apps erfreuen sich grosser Beliebtheit. Aber welche App eignet sich für was und wen? Wie verlässlich sind die Resultate für Monitorings von Gefässpflanzen? Die beliebtesten Apps in der Schweiz wurden nun einem Test unterzogen, um diese Fragen zu beantworten.
Adaptierte Fassung eines Textes von SCNAT
Welche beliebten Pflanzenbestimmungs-Apps eignen sich für welche Zwecke? Drei Forscher haben dazu über 5600 Fotos von 564 Arten aus allen biogeografischen Regionen und aus unterschiedlichen Lebensräumen der Schweiz gesammelt. Für jede Beobachtung wurden mehrere Pflanzenteile (Blüten, Früchte, Blätter, Rinde) dokumentiert. Anschliessend haben sie folgende vier Bestimmungs-Apps getestet: iNaturalist, Pl@ntNet, Flora Incognita und FlorID.
Alle Apps konnten den Grossteil der vorgelegten Arten korrekt bestimmen; mit mehreren Fotos pro Art stieg die Trefferquote. Fotos, die mehrere Pflanzenteile zeigten, führten oft zu besseren Ergebnissen als Fotos, die nur einen Pflanzenteil zeigten.
Unterschiede zwischen den Apps
Unterschiede zwischen den Apps gab es in der taxonomischen Breite. Während Pl@ntNet und Flora Incognita global anwendbar sind, deckt FlorID die Gefässpflanzen der Schweiz ab. iNaturalist erlaubt zudem nicht nur das Bestimmen und Dokumentieren von Pflanzen, sondern von verschiedenen Organismengruppen. FlorID und Flora Incognita gruppierten sehr ähnliche Arten oft zu sogenannten Aggregaten. Sie erreichten damit höhere Bestimmungsgenauigkeiten, jedoch mit weniger taxonomischen Details.
Zwei Testsieger
Den Forschern zufolge bietet FlorID für Nutzerinnen und Nutzer in der Schweiz relevante Ergebnisse durch eine gute Abdeckung seltener Arten und durch die Berücksichtigung von Standortansprüchen und Wachstumsperiode. Das macht die App attraktiv für Monitoringprogramme. Wer global Pflanzen und andere Organismengruppen bestimmen und in Austausch mit anderen Naturbegeisterten treten möchte, ist hingegen mit iNaturalist gut beraten.
Die KI-gestützte Erkennung kann bereits heute eine wertvolle Unterstützung bei der standardisierten Erfassung von Pflanzenarten leisten. Allerdings sind manuelle Kontrollen nach wie vor unverzichtbar, vor allem für schwer bestimmbare Pflanzenarten oder -teile wie die Rinde, so die Forschenden.




