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Den Vögeln zuliebe – Sträucher jetzt nicht schneiden

Zahlreiche Gemeinden rufen jetzt dazu auf, Hecken und Sträucher entlang von Strassen und Trottoirs in den nächsten Wochen zurückzuschneiden. In vielen Büschen und Bäumen brüten jedoch Vögel. Ein Heckenschnitt oder gar eine Rodung in dieser Zeit wegen Bauprojekten hat daher oft tödliche Folgen für die Jungvögel.

Ob Amsel, Distelfink oder Rotkehlchen: Die meisten Vogelarten sind derzeit vielbeschäftigt. Während ein Teil der Vogeleltern jetzt die Jungvögel füttert und führt, sind andere Vögel noch am Brüten. Störungen zur Brutzeit sollten daher möglichst vermieden werden. Es ist in der Schweiz nicht erlaubt, das Brutgeschäft geschützter Vögel zu stören oder Nester mit Eiern oder Jungvögeln zu zerstören. Beim Schnitt von Hecken und Bäumen in dieser Zeit werden jedoch oft Nester direkt zerstört oder dann so freigelegt, dass Räuber die Nester bzw. die Jungvögel oder Eier darin viel rascher entdecken. 

BirdLife Schweiz ruft deshalb dazu auf, in den nächsten Wochen auf das Zurückschneiden von Hecken zu verzichten oder nur einen minimalen Rückschnitt von Zweigen, die ins Trottoir oder auf die Strasse reichen, zu machen. Rodungen von Bäumen sollen ebenfalls nur ausserhalb der Brutzeit vorgenommen werden. Ab September bis Anfang März kann dann ein starker Rückschnitt erfolgen, der einen Schnitt während der nächsten Brutzeit unnötig macht. Bei der Pflanzung von Hecken ist bereits auf einen ausreichenden Abstand zu Trottoir oder Strasse zu achten. 

Auch im Wald ist aus denselben Gründen während der Brutzeit zwischen 1. April und Ende Juli/Anfang August auf Holzschläge zu verzichten, welche nicht aus Sicherheitsgründen notwendig sind.

1 Kommentar

  1. „Es ist nicht erlaubt, das Brutgeschäft geschützter Vögel zu stören“. Wissen die Leute der Reinigungsfirmen, die auch noch Gartenunterhalt machen und jetzt überall Hecken schneiden, wo Nester sind und welches die geschützten Vögel sind? Die meisten Hecken im Siedlungsraum werden zudem nicht mit dem Ziel geschnitten, dass keine Zweige in Gehsteige oder Strassen reichen. Hecken werden getrimmt, weil viele eine ungeschnittene Hecke in ihrem Leben als „unordentlich“ zu sehen lernten, Tendenz zunehmend. Sogar Sträucher gelten offenbar in ihrer natürlichen Wuchsform als „ungepflegt“ und werden modern kugelförmig geschnitten, bevor sie überhaupt blühen können. Für Facility-Service-Firmen scheint es ein einträgliches Geschäft zu sein, alle 3 Wochen die Hecke zu schneiden. Beispiele können geliefert werden. „Sollte verzichtet werden“-Aufrufe zeitigen keine Wirkung. Es gibt also keine rechtlichen Grundlagen und somit auch keine Handhabe im Gespräch mit den Chefs, die solche Aufträge verantworten. Habe ich das richtig verstanden?

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