Rapsglanzkäfer an Erdbeerpflanzen.
Fressende Rapsglanzkäfer in den Blüten von Erdbeerpflanzen. © Denise Castle

Bessere Erdbeeren durch vernetzte Lebensräume

  • Redaktion Naturschutz
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Bienen und andere Insekten übernehmen mit ihren Blütenbesuchen eine wichtige Funktion in der Agrarlandschaft. Aufgrund ihres Angebots an Blütenpflanzen und Nistmöglichkeiten stellen Hecken und Waldränder wichtige Lebensräume für Bestäuber dar. Vernetzte Lebensräume wirken sich auch positiv auf die Bestäubung von Erdbeeren aus.

Forscher in Deutschland haben untersucht, ob Hecken und ihre Verbindung zu Waldrändern sich positiv auf die Bestäubung von Erdbeeren auswirken. Dabei stellte sich laut der Georg-August-Universität Göttingen heraus, dass sowohl das Gewicht als auch die Qualität der Erdbeerfrüchte gesteigert werden, wenn Erdbeerpflanzen an Hecken platziert sind.

Für die Untersuchungen wurden Erdbeerpflanzen an drei unterschiedlichen Standorten platziert. Das heisst neben Hecken, die an Waldränder grenzten, an freistehenden Hecken und in von Hecken isolierten Grasstreifen. «Wir wollten nicht nur die positiven Effekte der Bestäuber, sondern auch mögliche negative Effekte durch schädliche Insekten untersuchen», sagt Denise Castle, Erstautorin der Studie. «Deshalb haben wir neben den blütenbesuchenden Fliegen und Bienen auch die in den Blüten fressenden Rapsglanzkäfer in die Studie aufgenommen.»

Hecke in einer Wiese mit Erdbeeren.
Erdbeerpflanzen neben einer freistehenden Hecke. © Denise Castle

Negative Auswirkung bei isolierten Hecken

Die Isolation wirkte sich negativ auf die Anzahl der Bestäuber aus, nicht aber auf die Dichten der Rapsglanzkäfer. Somit konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Verbindung zu Waldrändern und Hecken einen deutlich positiven Effekt auf die Bestäubung von Erdbeeren hat. «Der Marktwert der Erdbeeren war mit 14,95 Euro pro 1000 Früchte an den mit Waldrändern verbundenen Hecken am höchsten und nahm mit zunehmender Isolation deutlich ab», erklärt der Agrarökologe Dr. Ingo Grass. «1000 Früchte, die in den Grasstreifen geerntet wurden, erzielten nur noch einen Marktwert von 9,27 Euro.»

«Mit unserer Studie konnten wir eindrücklich zeigen, dass Hecken wichtige Lebensräume in der Agrarlandschaft sind, die die Verbindung zwischen Lebensräumen und angrenzenden Kulturpflanzen erhöhen können und somit auch zur Steigerung der Fruchtquantität und Qualität beitragen», folgert Prof. Dr. Catrin Westphal.

Die vollständige Studie «Fruit quantity and quality of strawberries benefit from enhanced pollinator abundance at hedgerows in agricultural landscapes» finden Sie hier.

2 Kommentare

  • Sundari Grünenfelder

    Das kann ich bestätigen. Habe für meine Tochter vor Jahren ein Erdbeerbeet angelegt. Wir haben Erdbeeren nun im ganzen Garten, vor allem and den Randhecken, im Beet sind sie sehr mager bis verschwunden.

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  • Suzanne Oberer-Kundert

    Interessante Studie, die einmal mehr zeigt, dass die Biodiversität die Grundlage unseres Lebens und Wohlergehens ist.

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