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Wohin mit den vielen Ästen? Jetzt im Garten Asthaufen anlegen und die Biodiversität fördern

In den letzten Tagen ist durch die grosse Schneelast rund ums Haus viel Astmaterial angefallen. Auch vom winterlichen Rückschnitt der Sträucher und Bäume gibt es viel Holz zu verwerten. BirdLife Schweiz  rät, diese Äste nicht einfach der Grünabfuhr mitzugeben, sondern mindestens zu einem Teil im Garten gewinnbringend für die Natur zu nutzen. So kann man in einer Ecke einen Asthaufen anlegen, der einen idealen Lebensraum für viele Tiere bietet. Aus grösseren Strünken kann man ganz einfach Wildbienen-Hochhäuser schaffen.

In vielen Gärten ist es dasselbe Bild: Aufgrund der hohen Schneelast sind in den letzten Tagen viele grössere und kleinere Äste abgeknickt oder sogar alte Bäume umgestürzt. Dabei fielen schweizweit grosse Mengen an Astmaterial an, die jetzt entsorgt werden. Es wäre allerdings schade, diese Äste einfach der Grünabfuhr mitzugeben oder zu häkseln. Zumindest ein Teil davon sollten die Gartenbesitzerinnen und -besitzer zurückbehalten und für die Förderung der Natur verwenden. Dasselbe gilt für die vielen Äste, die beim Rückschnitt der Sträucher und Bäume anfallen –jetzt im Winter ist die beste Zeit dafür. Ab März sollte man von solchen Arbeiten absehen – die Brutvögel im Garten danken es.

Ein Asthaufen für Igel, Blindschleiche & Co. 

Eine sehr gute Möglichkeit für die Förderung der Natur das fachgerechte Anlegen eines Asthaufens. «Asthaufen in einer ruhigen Gartenecke sind oft hervorragende Verstecke für Kleinsäuger, Amphibien, Reptilien, Insekten und andere Gliedertiere», erklärt Christa Glauser, stellvertretende Geschäftsführerin von BirdLife Schweiz. «Rotkehlchen und Zaunkönig nisten gerne in grösseren Asthaufen. Das Holz kann zudem Nährboden für Käfer, Flechten und Moose sein. Je nachdem, ob der Asthaufen stärker an der Sonne oder im Schatten liegt, finden sich darin andere Arten.»

Beim Aufbau eines Asthaufens ist darauf zu achten, dass feineres und sperriges Material abwechselnd aufgeschichtet wird, so dass dichtere Bereiche und solche mit grösseren Zwischenräumen entstehen. Hohlräume unter den Asthaufen werden von Säugetieren wie dem Igel ebenfalls gerne genutzt. Diese Hohlräume dürfen Dimensionen von bis zu 30x30x30 cm aufweisen und müssen von aussen zugänglich sein. Weiteres zum fachgerechten Anlegen eines Asthaufens erfahren Interessierte im BirdLife-Merkblatt «Asthaufen und Wurzelteller»

Totholz für Insekten

Sehr wertvoll für die Natur ist auch stehendes und liegendes Totholz. Dabei handelt es sich um Baumstrünke, die langsam verrotten dürfen und dabei von vielen Tieren wie etwa Käfern besiedelt werden. In den Frassgängen der Käferlarven nisten sich später auch Wildbienen ein. Diese Gliedertiere bilden gleichzeitig die Nahrung für Vögel oder Reptilien und Amphibien. Unter liegendem Totholz finden neben Insekten auch andere Tiere wie Blindschleichen oder Molche einen begehrten Unterschlupf. «Der Natur zu helfen, kann also sehr einfach sein», sagt Christa Glauser. «Wer einen morschen Baumstrunk stehen lässt oder einen Baum am Boden verrotten lässt, hat schon einen kleinen Lebensraum geschaffen.»

Wildbienenhotel aus Holzstrünken

Grössere Holzstücke kann man auch als Wildbienenhotel gestalten. In die Längsseite von entrindetem und unbehandeltem Hartholz (z.B. Eiche, Buche, Esche) werden in einem Abstand von mindestens 2 cm Löcher von 5-9 cm Tiefe und 2-10 mm Durchmesser gebohrt. Diese Strünke locken dann an besonnten Stellen viele Wildbienen an, die in die Löcher ihre Eier legen. Weitere Informationen findet man im BirdLife-Merkblatt «Wildbienennisthilfen».

3 Kommentare

  1. Asthaufen: Danke. Diese Anregung müsste jetzt raus an die Hauseigentümerinnen, Gartenbesitzer und Gemeindebehörden, die alles ratz fatz wegräumen.
    Ist da was geplant?
    Und dann noch was ganz anderes: In gewissen Seen, so zum Beispiel im Lago Maggiore, werden ausrangierte Weihnachtsbäume versenkt als Strukturen für Laichorte der Fische. Könnte man sowas nicht auch vermehrt machen, in anderen Seen oder in begradigten Flüssen?

  2. Guter Beitrag. Leider haben die städtischen Gartenbauämter dies noch nicht in ihren Unterhaltsplänen vorgesehen, zumindest nicht in der Stadt Chur. Da muss alles schön sauber aufgeräumt werden, die Politik wolle das so…..

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