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Dem Admiral auf der Spur

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Der Admiral begibt sich wieder auf Wanderschaft. Helfen Sie mit mehr über diesen kleinen Überlebenskünstler zu erfahren und melden Sie Ihre Beobachtungen.

Er ist ein Federgewicht und erreicht eine Flügelspannweite von gerade mal wenigen Zentimetern. Und trotzdem überquert er Gebirge und Meere, trotzt er Wind und Wetter. Die Rede ist vom Admiral (Vanessa atalanta), dem Wanderfalter mit den unverkennbaren, weiss gefleckten und rot gebänderten schwarzen Flügeln. Mit Hilfe von Bürgerbeobachtungen untersucht ein Team der Universität Bern das Auftreten des Admirals und ruft zum Mitmachen auf.

Der Admiral ist nicht nur ein ausgeprägter Wanderfalter, sondern auch ein zäher Überwinterer. Minustemperaturen hält er spielend für längere Zeit aus. Da der Admiral keinen echten «Winterschlaf» kennt, muss er aber milde Wintertage zur Nahrungsaufnahme nutzen. Fallobst ist dabei eine willkommene Futterquelle. Der Winter 2017/18 dürfte für die «Schweizer» Admirale eine Herausforderung werden. Aufgrund der lang anhaltenden Schlechtwetterperioden gab es kaum Gelgenheit zur Nahrungssuche. Die ersten warmen Tage werden bald zeigen, wieviele den Winter überstanden haben.

Citizen Science Projekt

Ein spezielles Interesse an Admiral-Beobachtungen hat eine Forschungsgruppe der Universität Bern. Unter Einbezug der breiten Öffentlichkeit untersuchen die Berner Forscher nämlich das Auftreten des Admirals im Jahresverlauf. Und dies nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa. Die Schmetterlingsforscher aus Bern haben es nämlich geschafft, über 40 Citizen Science Portale und Institutionen aus ganz Europa in einem «Admiral-Netzwerk» zusammen zu bringen. In diesem Netzwerk fliessen die Meldungen Tausender Naturbegeisterter zusammen. Diese Datenfülle wiederum ermöglicht es erstmals, die räumlich-zeitliche Dynamik eines Insekts für den ganzen Kontinent in einer bisher nicht erreichten Auflösung darzustellen.

Karte der Admiral Verbreitung.
Das Netzwerk der Berner Forscher umfasst über 40 online Beobachtungsportale in über 20 Ländern Europas. © Institut für Ökologie und Evolution, Universität Bern

Wichtige Erkenntnisse über ihre Wanderrouten

Die bislang gewonnenen Daten zeigen ein komplexes Muster. Europa setzt sich aus Regionen mit unterschiedlichen Anteilen von stationären und wandernden Admiralen zusammen. Das Überwinterungsgebiet hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ausserdem deutlich nach Nordosten ausgedehnt. Die Schweiz nimmt eine besondere Stellung ein. Die Alpen sorgen im Herbst für eine starke Konzentration der Admiralwanderung an ihrer Nordseite. Die zahlreichen Beobachtungen aus den Schweizer Alpen zeigen dabei auffällige Parallelen von Admiral- und Vogelzug. Wie Zugvögel nutzen auch Admirale Passübergänge. Mit einem Markierexperiments konnten die Berner Forschenden zudem zeigen, dass die Falter auch ähnliche Routen wählen wie Zugvögel.

2017 machten Hunderte BeobachterInnen aus der Schweiz mit. Auf dem Beobachtungsportal «www.ornitho.ch» etwa wurden über 4500 Meldungen eingetragen.

Sichtungen von Admirals in der Schweiz.
Knapp 4800 Admiralsichtungen wurden 2017 über das Portal www.ornitho.ch gemeldet @ www.ornitho.ch

Helfen Sie den Schmetterlingsforschern auch im 2018 und melden Sie Ihre Sichtungen! Die Daten mehrerer Jahre erlauben es, die Wirkung unterschiedlicher Winterbedinungen und Witterungsverläufen auf das Admiralverhalten zu untersuchen und relevante Faktoren einzugrenzen.

In der Schweiz stehen zwei Portale zum Melden von Beobachtungen zur Verfügung: «www.ornitho.ch» der Schweizerischen Vogelwarte und das Portal «Webfauna» des Schweizer Zentrums für die Kartographie der Fauna.

Zudem erlaubt die mobile App «NaturaList» das Melden von überall her.

Auf ihrer Projektseite informiert die Forschungsgruppe aus Bern über das Admiral-Netzwerk und stellt die Links zu weiteren Meldeportalen zur Verfügung.

2 Kommentare

  1. Am 29. Januar 2018 habe ich in unserem kleinen Garten in Zürich Höngg (Naglerwiesenstrasse 68, 8949 Zürich) den ersten Admiral gesehen. Er hat sich auf den warmen Steinen der Gartenmauer gesonnt und auf den stark duftenden Blüten von Sarcococca confusa Nektar gesaugt. Leider war er zu scheu und zu schnell, um darauf fotografiert zu werden. – Im Herbst haben wir hier viele Admirale gesehen.
    Mit freundlichen Grüssen Rosmarie Honegger

    • Liebe Frau Honegger

      Wow das ist ja sehr schön. Dürften wir Sie bitten Ihre Beobachtung auch noch direkt auf den Meldeplattformen einzutragen? Das wäre wunderbar. Vielen Dank.
      Freundliche Grüsse
      Das Team von naturschutz.ch

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