Die Preissprünge am Ölmarkt durch den Iran-Krieg zeigen es deutlich: Die Abhängigkeit von fossilen Energien schadet der Schweiz. Aus diesem Grund fordern zahlreiche Verbände am Energie-Unabhängigkeitstag Massnahmen, um die Schweiz aus der Ölpreis-Falle zu befreien. Bund und Kantone sollen die erneuerbare Stromerzeugung, energetische Sanierungen und die E-Mobilität fördern sowie höhere Ticketpreise im ÖV verhindern.
Ab dem 27. April lebt die Schweiz bis Ende Jahr von importierten fossilen Energien – das zeigt eine neu veröffentlichte Studie zum Energie-Unabhängigkeitstag der Schweizerischen Energie-Stiftung. Rund zwei Drittel unseres Energiebedarfs wird importiert. Damit macht sich die Schweiz abhängig von Öl, Gas und Kohle aus Krisengebieten. Die Folge: Jedes Mal, wenn ein Krieg oder eine Krise ausbricht – sei es in der Ukraine oder aktuell im Iran – trifft der Öl- oder Gaspreisschock uns alle. Der Ölpreis steigt in die Höhe, die Wirtschaft gerät ins Stocken, die Bevölkerung wird durch steigende Benzin-, Diesel und Heizölpreise belastet. Gemäss Berechnungen kostet uns der Preisanstieg fossiler Energien durch den Iran-Krieg alleine dieses Jahr rund 5 Milliarden Franken.
An der ersten internationalen Konferenz der Fossil Fuel Treaty Initiative, die aktuell in Santa Marta (Kolumbien) stattfindet, setzt sich die Schweiz gemeinsam mit rund 50 Staaten für die weltweite Abkehr von fossilen Energieträgern ein. Um dieses Engagement glaubwürdig zu vertreten, muss die Schweiz auch im Inland die fossile Unabhängigkeit konsequent vorantreiben.
Appell fordert Sofortmassnahmen gegen «Ölpreis-Falle»
Mit dem neu lancierten Appell fordern der Verein Klimaschutz Schweiz, der WWF, Alliance Sud, Fastenaktion, Casafair Schweiz, Protect our Winters (POW) sowie die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) Bund und Kantone dazu auf, rasch und koordiniert Massnahmen zu ergreifen, damit die Schweiz der «Ölpreis-Falle» entkommt. «Um nicht bei jeder Krise unter steigenden Energiepreisen zu leiden, soll die Schweiz den Ausstieg aus Öl und Gas beschleunigen. Bund und Kantone sollen dafür sorgen, dass klimafreundliche Alternativen gefördert und für alle Menschen zugänglich sind» so Oliver Daepp, Geschäftsführer des Vereins Klimaschutz Schweiz.
Der grössten Hebel, um die fossile Abhängigkeit der Schweiz rasch zu reduzieren, besteht beim Verkehr und bei den Gebäuden. Konkret fordert der Appell folgende Sofortmassnahmen von Bundesrat und Kantonsregierungen:
- Erhöhung der kantonalen Fördergelder für energetische Sanierungen (Gebäudeprogramm)
- Umsetzung der kantonalen Energiegesetze gemäss aktuellen Standards (MuKEn 25) bis Ende 2027
- Zugang zu E-Ladeinfrastruktur für alle Menschen sicherstellen (Motion 23.3936 Grossen)
- Verzicht auf Preiserhöhungen im ÖV
- Solarpotenzial auf bestehender Infrastruktur (Dächer, Fassaden, Parkplätze, Autobahnen) ausnutzen
Durch diese Massnahmen werden lokale Arbeitsplätze für Cleantech-Unternehmen geschaffen, die fossile Unabhängigkeit der Schweiz gestärkt und gleichzeitig die Energiekosten der Haushalte gesenkt. Für die Allianz ist klar: Ein entschlossenes Handeln von Bund und Kantonen eröffnet neue Chancen für die Wirtschaft, entlastet die Bevölkerung und macht die Schweiz resilienter gegenüber globalen Krisen.
Unterstützen Sie den Appell und fordern Sie Bund und Kantone auf, rasch zu handeln und Massnahmen zu ergreifen, damit die Treibhausgasemissionen reduziert, die Resilienz der Schweiz gestärkt und gleichzeitig die Energiekosten der Haushalte gesenkt werden.





