Start News Aktion 100'000 Franken für den Kiebitz

100’000 Franken für den Kiebitz

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Am Samstag fand das 29. Schweizer Bird Race von BirdLife Schweiz statt. Weit über 100 Ornithologinnen und Ornithologen waren in kleinen Teams während 24 Stunden in der ganzen Schweiz unterwegs, um möglichst viele Vogelarten aufzuspüren. Damit sammelten sie rund 100’000 Franken für Projekte zugunsten des Kiebitz-Schutzes.

38 Teams aus je drei oder vier Personen standen am Freitag Abend um 21 Uhr hoch motiviert bereit, um während 24 Stunden möglichst viele Vogelarten zu suchen. Dann nämlich startete das 29. Bird Race von BirdLife Schweiz, ein Sponsorenlauf der etwas anderen Art. BirdLife Schweiz berichtet in einer Medienmitteilung, dass die meisten Teams die letzten Abendstunden noch nutzten, um Nachtvögel aufzuspüren. Nach einer sehr kurzen Nacht in einer Unterkunft irgendwo in der Schweiz machten sie sich dann am Samstag Morgen um etwa 5 Uhr auf den Weg und versuchten, auf einer selbst gewählten Route vogelreiche Naturgebiete zu besuchen. Sie waren nur mit öffentlichem Verkehr, Velo oder zu Fuss unterwegs und konnten ihre ornithologischen Fähigkeiten voll unter Beweis stellen: Die  besten beiden Teams fanden je insgesamt 133 Vogelarten! Auch die Jugendlichen waren erfolgreich – 103 Vogelarten wurden vom besten Jugendteam (alle unter 18 Jahren) gesichtet. Jeweils mindestens drei Personen aus dem Team mussten die Arten bestimmen können, damit diese zählten.

Das Bird Race von BirdLife Schweiz ist erfolgreich: Fast jedes Jahr machen mehr Teams mit. Die Teams suchen im Vorfeld des Rennens nämlich Spenderinnen und Spender, die pro gesichtete Vogelart einen frei zu wählenden Betrag zahlen. Das Geld fliesst vollumfänglich in wichtige Vogelschutzprojekte von BirdLife Schweiz.

Neuer Spendenrekord

Dieses Jahr kann erneut ein Spendenrekord verbucht werden: Fast 100’000 Franken kamen zusammen. Die Spenden werden für die Kiebitz-Förderung in der Schweiz eingesetzt. BirdLife Schweiz ist mit verschiedenen Partnern an mehreren Projekten beteiligt – wichtige Massnahmen sind Nesterschutz und Lebensraumaufwertungen. Dank diesen Schutzbemühungen brüten heute wieder deutlich mehr Kiebitze in der Schweiz als noch vor wenigen Jahren, doch ist der Bestand nach wie vor zu klein, als dass sich die Art ohne weitere Massnahmen halten könnte.

Kiebitz im Landeflug
Der Kiebitz ist dringend auf Hilfe angewiesen: Nur noch rund 170 Paare brüten in der Schweiz. © Michael Gerber

Der Kiebitz in der Schweiz

Der Bestand des Kiebitzes in der Schweiz hat in den letzten gut hundert Jahren eine wechselvolle Entwicklung durchgemacht und ist um 2005 mit noch rund 100 Brutpaaren an einem historischen Tief angelangt. Die Industrialisierung der Landwirtschaft war der Hauptgrund für diesen Rückgang, indem sie Mäuse und in der Folge hohe Fuchsdichten förderte, aber zu einer Reduktion von Regenwürmern und weiteren Wirbellosen und zum Insektensterben führte. BirdLife Schweiz, die Vogelwarte Sempach und weitere Partner haben deshalb in Zusammenarbeit mit Landwirten an mehreren Orten Schutzprojekte gestartet. BirdLife Schweiz ist in unterschiedlichen Rollen an den Kiebitzprojekten im Neeracherried ZH, bei Gossau ZH, im Aaretal bei Rubigen BE, im Fraubrunnenmoos BE, im Grossen Moos BE/FR und im Kanton Schwyz (Frauenwinkel, Nuoler Ried) beteiligt.

In den Projekten setzen Landwirte und Naturschützer Massnahmen zur Aufwertung des Lebensraums sowie zur Reduktion der Jungensterblichkeit durch Prädation um. Der Kiebitz bevorzugt während der Bebrütungszeit von Ende März bis in den Mai sehr niedrige Vegetation, um vom Nest aus Rundumblick zu haben. Später ist ein Mosaik von dichterer Krautschicht und offenen Bodenstellen sowie von Feuchtstellen oder Gewässern entscheidend, damit die Jungen sowohl Deckung als auch Nahrung finden. Die Brutgebiete werden zudem in mehreren Projekten mit Elektrozäunen geschützt, um dem Fuchs die Jagd auf Jungtiere zu vergällen. Die Massnahmen führten in mehreren Projekten zu einer Bestandserholung. Trotzdem ist der Kiebitz noch nicht über den Berg: der Bruterfolg war in der Schweiz in den letzten Jahren zu gering, um den Brutbestand zu erhalten.

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