StartHintergrundWissenEiersuche im Januar?

Eiersuche im Januar?

Christine Dobler Gross
Christine Dobler Gross
Christine Dobler Gross ist begeisterte Naturgärtnerin. In ihrem Garten in Zürich hat es nicht nur Platz für viele verschiedene Pflanzen, sondern auch für Wildbienen, Glühwürmchen und andere Tiere. Sie ist Präsidentin des Vereins Natur im Siedlungsraum NimS. Im Blog «Hotspot Naturgarten» schreibt sie regelmässig über Beobachtungen aus ihrem Naturgarten.

Ich möchte in meinem Blog den Fokus dieses Jahr vor allem auf Essbares im Naturgarten richten. Natürlich interessiert mich immer auch, ob das für uns Menschen Geniessbare auch für die Wildtiere im Garten von Bedeutung ist. Ich teile gerne mit ihnen, wenn sie mir mindestens die Hälfte lassen, da unser Garten ausschliesslich der Freude und nicht dem Erwerb dienen darf.

Knospen im einem Ei daran.
© Christine Dobler Gross

Warum werden eigentlich nicht mehr Flächen dazu genutzt, Ess- und Geniessbares anzupflanzen? Der direkte Bezug zu Selbergezogenem, die Freude des Erntens und die Frische der Produkte müsste eigentlich attraktiv sein. Zumal die Lebensmittel, insbesondere Früchte und Beeren, ziemlich teuer sind, meist unökologisch produziert, unökonomisch herumgekarrt und erst noch unreif verkauft werden.

Ei auf einer Knospe.
© Christine Dobler Gross

Es gäbe viele mögliche Standorte: Abstandsgrünflächen, Vorgärten, Privatgärten, Parks, kleine Grünbereiche, grosse Behälter, Dächer, Balkonkisten usw., die wir nutzen könnten. Ein Johannisbeerstrauch zum Beispiel braucht wenig Kenntnis und Pflege, wächst auch in einem grösseren Balkontopf und liefert wunderbare Beeren ins Müesli (sie eignen sich auch optimal zum Einfrieren). Die Blüten sind auch bei den Insekten, insbesondere bei einer wunderschönen Wildbiene, begehrt. Davon aber erst im Sommer.

Das Ei von einem Schmetterling.
© Christine Dobler Gross

Heute möchte ich aus aktuellem Anlass für unser Zwetschenbäumchen werben, denn dieses bietet neben den Zwetschen einem sehr schönen und selten gewordenen Schmetterling die Möglichkeit, sich darauf zu vermehren.

Aus aktuellem Anlass?
Im Winter, wenn das Laub fehlt, sieht man seine Eier besonders gut. Sie sind schneeweiss und winzig klein. Gelöcherte Gugelhöpfchen.

Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae an einem Ast, nebendran sein Ei.
© Christine Dobler Gross

Der schöne und auffällige Nierenfleck-Zipfelfalter Thecla betulae (auch Birkenzipfelfalter genannt, obwohl die Raupe nicht an Birken frisst) legt sie nicht irgendwo hin, sondern in die Nähe von Blattknospen, welche die ausgeschlüpften Räuplein im Mai zu fressen beginnen.

Die Raupe eines Zipfelfalters.
© Christine Dobler Gross

Die grüne Raupe ist enorm gut getarnt, auf meinem Photo entdeckte ich sie zufällig, als ich die leere Puppe eines andern Falters fotografierte.

Gestern suchte ich unsern kleinen Zwetschenbaum ab und fand insgesamt 7 Eier. Die Ästlein sind markiert, ich werde deren Entwicklung beobachten.

Der Falter legt seine Eier an verschiedenen Prunus-gewächsen ab (Prunus spinosa, Prunus domestica, Prunus avium), die Eier überwintern. Er lebt standorttreu, wenn sein Lebensraum stimmt.

1 Kommentar

  1. Prächtig, die Eier des Birkenzipfelfalters! Du lenkst den Blick auf die Schönheiten, die uns die Natur in nächster Nähe zeigt. Ich staune oft, wenn mitten im Winter ein Schmetterling im Sonnenschein vorbeiflattert.

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