Schmetterlinge sind ästhetische Botschafter einer intakten Natur. Doch viele Arten sind hoch spezialisiert und können nur in wenigen, zunehmend bedrohten Lebensräumen überleben. Erfahre, warum der Schutz von Mooren, Magerwiesen und Trockenrasen unverzichtbar für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt ist.
Während Arten wie das Grosse Ochsenauge (Maniola jurtina) im Sommer fast überall zu beobachten sind, kommen viele andere Schmetterlinge nur in ganz bestimmten Lebensräumen vor. Feuchtgebiete, artenreiche Magerwiesen oder sonnige Trockenrasen bieten spezialisierten Arten die notwendigen Bedingungen zum Überleben. Gehen diese Lebensräume durch Entwässerung, intensive Landwirtschaft oder Verbuschung verloren, verschwinden nach und nach auch ihre charakteristischen Schmetterlinge. Tagfalter reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen ihrer Umwelt und gelten deshalb als wichtige Bioindikatoren. Ihr Vorkommen gibt Aufschluss über den ökologischen Zustand einer Landschaft und ihre biologische Vielfalt.
Feuchtgebiete: artenreichste und bedrohteste Lebensräume
Zu den artenreichsten, aber zugleich am stärksten bedrohten Lebensräumen zählen Moore und Feuchtwiesen. Hier leben unter anderem der Violette Silberfalter (Brenthis ino) sowie der stark gefährdete Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius). Dessen aussergewöhnlicher Lebenszyklus macht ihn besonders anfällig: Die Raupen entwickeln sich zunächst am Grossen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis), werden anschliessend von Knotenameisen in deren Nest getragen und schliessen dort ihre Entwicklung ab. Diese enge Abhängigkeit von bestimmten Pflanzen- und Ameisenarten macht die Art besonders empfindlich gegenüber Veränderungen ihres Lebensraums.

Bild: © Erik Karits
Naturschutz & nachhaltige Bewirtschaftung gehen Hand in Hand

Bild: © Erik Karits
Artenreiche Magerwiesen entstehen durch extensive Bewirtschaftung ohne intensive Düngung und zählen zu den blütenreichsten Lebensräumen der Schweiz. Typische Bewohner sind das Schachbrett (Melanargia galathea) und der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus). Der gefährdete Wachtelweizen-Scheckenfalter (Melitaea athalia) ist hingegen bereits deutlich seltener geworden. Da Magerwiesen zunehmend verschwinden oder ohne Nutzung verbuschen, gehen auch seine Bestände zurück. Ihr Erhalt zeigt, wie wichtig das Zusammenspiel von Naturschutz und nachhaltiger Bewirtschaftung ist.
Sensible Lebensräume Trockenrasen & Felshänge
Auch Trockenrasen und felsige Hänge beherbergen hoch spezialisierte Arten. Der Segelfalter (Iphiclides podalirius), der Weissdolch-Bläuling (Polyommatus damon) und der Apollofalter (Parnas-sius apollo) sind auf warme, sonnige Standorte angewiesen. Besonders der Apollofalter benötigt Fetthennen-Arten als einzige Nahrungspflanze seiner Raupen. Bereits Verbuschung oder Auf-forstung können diese empfindlichen Lebensräume dauerhaft beeinträchtigen.

Bild: © Ramazan Toygun

Bild: © Silvicultrix
Lebensraumschutz ist Artenschutz
Der Schutz dieser Lebensräume kommt jedoch weit mehr Arten zugute als den Schmetterlingen. Auch Wildbienen, Heuschrecken, Libellen, Amphibien, Reptilien und zahlreiche Pflanzen profitieren von naturnahen Mooren, Magerwiesen und Trockenrasen. Jeder erhaltene Lebensraum trägt dazu bei, die biologische Vielfalt der Schweiz langfristig zu sichern.
Was weisst du bereits über die Schmetterlinge der Schweiz? Teste dein Wissen im neuen Quiz!
Zur Original-Pressemitteilung: https://naturschutzbund.at/newsreader-36/items/schmetterlinge-als-botschafter-intakter-lebensraeume.html




