Musik kann mehr als nur unterhalten – sie kann aufrütteln, auf Missstände hinweisen und eine Verbindung zu unserer Umwelt schaffen. Der Sänger und Songwriter Lotti lebt diese Verbindung. Sein neuer Song «Ghörsch d Vögeli?» ist ein musikalisches Naturerlebnis und ein zugleich einfühlsamer wie eindringlicher Weckruf, der die Stimmen der Vögel in den Vordergrund stellt.
Lotti ist ein Musiker, der seine Verbundenheit mit der Natur in Melodien übersetzt. Seine zwei Hunde sorgen dafür, dass der tägliche Spaziergang im Wald für ihn nicht nur Pflicht, sondern eine wesentliche Inspirationsquelle ist. Hier findet er die Ruhe und die Eindrücke, die später in seinen Songs weiterklingen. Sein neustes Lied «Ghörsch d Vögeli?» ist ein musikalisches Zeugnis dieser Verbindung und stellt eine einfache, aber tiefgreifende Frage an den Zuhörer.
Lottis Umweltbewusstsein wurde bereits in der Schulzeit geweckt, als er im Unterricht die Dokumentation «Eine unbequeme Wahrheit» von Al Gore sah. Dies war der Anfang einer intensiveren Auseinandersetzung mit Umwelt- und Naturthemen, die bis heute sein Denken und Handeln prägt.
Lotti hat sich unseren 10 Fragen gestellt. Er verrät uns, wo er die Natur am meisten geniesst, welches Tier ihn fasziniert, auf welche Umweltsünde er nicht ganz stolz ist und was sein ganz persönlicher Tipp für mehr Nachhaltigkeit ist – vielen herzlichen Dank dafür!
Wann oder wo geniessen Sie die Natur am meisten?
Auf meinen täglichen Spaziergängen im Wald. Gleichzeitig schätze ich die kleinen Stücke Natur, die sich im Alltag verstecken. Ein verwachsener Balkon, eine Schar Hausspatzen in der Stadt oder ein Igel, der nachts über die Strasse huscht.
Welches ist das faszinierendste Tier, welches Sie in der Schweiz je beobachten konnten?
Seit ich die Vögel beobachte, faszinieren mich diese schon sehr. Ich würde sagen, die Singvögel mit besonderer Erwähnung der Amsel.
Und welche Tierart nervt Sie am häufigsten?
Ich versuche, jedes Tier als wichtigen Teil eines Ökosystems anzusehen und mich nicht von ihnen nerven zu lassen. Aber wenn Stöpsel – einer meiner Hunde – jedes Mal bellt, nur weil ein Kind, welches im Garten spielt, lacht… das nervt schon. Und nach zweiter Überlegung: Menschen sind ja auch Tiere… Dann würde ich sagen: die Menschen.
Wie viele Vogelarten erkennen Sie an der Stimme?
Die Amsel natürlich. Dann den Sperling, den Eichelhäher, die Blaumeise, den Buchfink, den Grünfink, Elstern und Krähen. Aber fragen Sie mich in einem Jahr nochmal!
Wann haben Sie das letzte Mal unter freiem Himmel geschlafen und wie kam es dazu?
Letzten Sommer waren wir campen an der Bretagne. Das war wunderschön. Da gab es viele Möglichkeiten und so viel Zeit, sich einfach mal hinzulegen, die Wolken zu beobachten und einzunicken.
Was war Ihre letzte Umweltsünde?
Ende Dezember hat mich im Supermarkt eine Drachenfrucht angelacht. Ich hatte diese Frucht noch nie und habe sie gekauft. Das schlimmste ist, dass sie echt lecker geschmeckt hat und ich es jetzt schwierig finde, mich mit den lokalen Äpfeln und Birnen zufrieden zu geben.
Und welche gute Tat haben Sie zuletzt für die Umwelt getan?
Ich habe früher viel geraucht und leider auch Stummel auf den Boden geworfen. Heute sammle ich auf meinen Spaziergängen mit den Hunden so viele Stummel auf, wie ich kann. Mein Ziel ist es, meine eigenen Stummel doppelt und dreifach zu kompensieren.
Wenn Sie – für einen nachhaltigeren Lebensstil – die Wahl haben, entweder auf Fleisch oder Flugreisen zu verzichten, wie würden Sie sich entscheiden?
Fleisch esse ich seit zwölf Jahren nicht mehr. Und meine letzte Flugreise ist auch sechs Jahre her. Und das Leben ist auch ohne die beiden Sachen wunderbar.
Wofür sollten im Umwelt- und Naturschutz mehr Ressourcen zur Verfügung stehen?
Ich denke, es wäre ein grossartiger Ansatz, die Natur mehr in die Pädagogik zu bringen. Den Kindern im frühen Alter zeigen, dass die Natur unabdingbar und schützenswert ist. Wenn wir etwas kennen, es mögen und verstehen, ist es auch einfacher, sich dafür einzusetzen und es zu schützen.
Was ist Ihr ganz persönlicher Umwelttipp an unsere Leserschaft?
Denken Sie gut darüber nach, wie sie abstimmen. Denken Sie an die Kinder, an die kommenden Generationen. Ja, Umweltschutz heisst manchmal Verzicht und Investition. Doch sollten wir jetzt nicht verzichten, nicht in nachhaltige Projekte investieren, die Folgen wären einiges schlimmer als nicht mehr fliegen können oder aufs Fleisch verzichten zu müssen.




