Die Jungen Grünen Schweiz veröffentlichen ihr neues Positionspapier zur Agrar- und Ernährungspolitik der Schweiz. Mit 29 Massnahmen fordern sie eine bäuerliche Landwirtschaft, die wirtschaftlich tragfähig, ökologisch nachhaltig und widerstandsfähig ist, sowie ein sozial gerechtes, deglobalisiertes und pflanzenbasiertes Ernährungssystem. Mit diesem Positionspapier zeigen die Jungen Grünen auf, was künftig auf der politischen Agenda stehen muss.
Nach einem Sommer, der von extremer Trockenheit geprägt war, steht die Landwirtschaft unter massivem Druck. Ernteausfälle belaufen sich auf Hunderte von Millionen Franken, während Landwirt*innen sowohl psychisch als auch finanziell leiden. Gleichzeitig belastet die intensive Landwirtschaft Böden, Wasser und Ökosysteme und bringt unsere Lebensmittelproduzent*innen an den Rand des Zusammenbruchs. Die heutige Agrarpolitik wird diesen Herausforderungen nicht gerecht. Agrar – und Ernährungssysteme werden sich zwangsläufig ändern und anpassen müssen.
«Wir müssen das intensive Landwirtschaftsmodell verlassen und uns einer bäuerlichen Landwirtschaft zuwenden, die ein gutes Einkommen bietet, die Menschen ernährt, widerstandsfähig und nachhaltig ist.»
Myrto Vandersee, Co-Präsidentin der Jungen Grünen Schweiz.
Das Positionspapier ist in drei Kapitel unterteilt: bessere wirtschaftliche und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen; ein gerechter Generationenwechsel; sowie der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen. Es bietet eine umfassende und systemische Antwort auf die soziale und ökologische Krise, von der die Landwirtschaft betroffen ist. Unter diesen Massnahmen fordern die Jungen Grünen insbesondere:
- Die Einführung eines Vorkaufsrechts für landwirtschaftliche Flächen zugunsten junger Landwirt*innen sowie kollektiver Strukturen, die ein Projekt der bäuerlichen Landwirtschaft aufbauen.
- Die Schaffung eines Transformationsfonds sowie handwerkliche Verarbeitungsbetriebe für Landwirt*innen, die auf agrarökologische Produktionsweisen umstellen möchten.
- Die Einführung einer EFZ-Lehre als vegan-vegetarische*r Köchin/Koch, sowie die Einführung einer EFZ-Lehre als vegan-vegetarische*r Landwirt*in.
- Direktzahlungen sollen an den tatsächlichen Arbeitsaufwand auf den Betrieben sowie an der Einhaltung der planetaren Grenzen bemessen, und nicht in erster Linie an die bewirtschaftete Fläche gekoppelt werden.



